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Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

Menschen mit Behinderung brauchen in ihrer Ausbildung und im Beruf die gleichen Chancen wie nicht behinderte Menschen. Oft müssen jedoch gerade sie dabei besondere Barrieren überwinden. Die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben zielen darauf ab, die Erwerbsfähigkeit behinderter oder von Behinderung bedrohter Menschen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit zu erhalten, zu verbessern, herzustellen oder wiederherzustellen und ihre Teilhabe am Arbeitsleben möglichst auf Dauer zu sichern.


Umfang der Leistungen

Die Leistungen umfassen insbesondere:

  • Hilfen zur Erhaltung oder Erlangung eines Arbeitsplatzes einschließlich vermittlungsunterstützten Leistungen
  • Berufsvorbereitung einschließlich einer wegen der Behinderung erforderlichen Grundausbildung
  • berufliche Anpassung und Weiterbildung, auch soweit die Leistungen einen zur Teilnahme erforderlichen schulischen Abschluss einschließen
  • berufliche Ausbildung, auch soweit die Leistungen in einem zeitlich nicht überwiegenden Abschnitt schulisch durchgeführt werden
  • Gründungszuschuss entsprechend § 93 SGB III durch die Rehabilitationsträger
  • sonstige Hilfen zur Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben, um behinderten Menschen eine angemessene und geeignete Beschäftigung oder eine selbständige Tätigkeit zu ermöglichen und zu erhalten.

Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben werden von den zuständigen Rehabilitationsträgern erbracht.

Diese Leistungen umfassen auch medizinische, psychologische und pädagogische Hilfen, soweit diese Leistungen im Einzelfall erforderlich sind. Dies können sein:

  • Hilfen zur Unterstützung bei der Krankheits- und Behinderungsverarbeitung
  • Aktivierung von Selbsthilfepotentialen
  • mit Zustimmung der Leistungsberechtigten Information und Beratung von Partnern und Angehörigen sowie von Vorgesetzten und Kollegen
  • Vermittlung von Kontakten zu örtlichen Selbsthilfe und Beratungsmöglichkeiten
  • Hilfen zur seelischen Stabilisierung und zur Förderung der sozialen Kompetenz, unter anderem durch Training sozialer und kommunikativer Fähigkeiten und im Umgang mit Krisensituationen
  • Training lebenspraktischer Fähigkeiten
  • Anleitung und Motivation zur Inanspruchnahme von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

Auch die Beteiligung von Integrationsfachdiensten im Rahmen ihrer Aufgabenstellung ist möglich.


Ist eine Unterbringung außerhalb des eigenen oder des elterlichen Haushalts wegen Art oder Schwere der Behinderung oder zur Sicherung des Erfolges der Teilhabe notwendig, so können auch die erforderlichen Kosten für Unterkunft und Verpflegung übernommen werden. Gleiches gilt für die erforderlichen Kosten, die mit der Ausführung einer Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben in unmittelbarem Zusammenhang stehen, insbesondere Lehrgangskosten, Prüfungsgebühren, Lernmittel, Arbeitskleidung und Arbeitsgerät.


In besonderen Fällen kann zudem die Teilhabe am Arbeitsleben durch folgende Leistungen gefördert werden:

  • Kraftfahrzeughilfe nach der Kraftfahrzeughilfe-Verordnung
  • die Kosten einer notwendigen Arbeitsassistenz für schwerbehinderte Menschen als Hilfe zur Erlangung eines Arbeitsplatzes
  • Kosten für Hilfsmittel, die wegen Art oder Schwere der Behinderung zur Berufsausübung, zur Teilnahme an einer Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben oder zur Erhöhung der Sicherheit auf dem Weg vom und zum Arbeitsplatz und am Arbeitsplatz erforderlich sind, es sei denn, dass eine Verpflichtung des Arbeitgebers besteht oder solche Leistungen als medizinische Leistung erbracht werden können
  • Kosten technischer Arbeitshilfen, die wegen Art oder Schwere der Behinderung zur Berufsausübung erforderlich sind.

Leistungen an Arbeitgeber

Auch Arbeitgeber können direkt Leistungen zur Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben erhalten. Dies können sein:

  • Ausbildungszuschüsse zur betrieblichen Ausführung von Bildungsleistungen
  • Eingliederungszuschüsse
  • Zuschüsse für Arbeitshilfen im Betrieb
  • teilweise oder volle Kostenerstattung für eine befristete Probebeschäftigung

DETAILS:

Unterstützte Beschäftigung

Für behinderte Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf kann als neue Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben auch Unterstützte Beschäftigung helfen, eine angemessene und für sie geeignete sozialversicherungspflichtige Tätigkeit auszuüben.

Unterstützte Beschäftigung umfasst in einer ersten Phase eine individuelle betriebliche Qualifizierung und in der zweiten Phase bei Bedarf auch Berufsbegleitung:

Leistungen zur individuellen betrieblichen Qualifizierung

Diese erhalten behinderte Menschen insbesondere, um sie für geeignete betriebliche Tätigkeiten zu erproben, auf ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis vorzubereiten und bei der Einarbeitung und Qualifizierung auf einem betrieblichen Arbeitsplatz zu unterstützen.

Die Leistungen umfassen auch die Vermittlung von berufsübergreifenden Lerninhalten und Schlüsselqualifikationen sowie die Weiterentwicklung der Persönlichkeit der behinderten Menschen.

Die Leistungen werden vom zuständigen Rehabilitationsträger für bis zu zwei Jahre erbracht, soweit sie wegen Art oder Schwere der Behinderung erforderlich sind. Sie können bis zu einer Dauer von weiteren zwölf Monaten verlängert werden, wenn auf Grund der Art oder Schwere der Behinderung der gewünschte nachhaltige Qualifizierungserfolg im Einzelfall nicht anders erreicht werden kann und hinreichend gewährleistet ist, dass eine weitere Qualifizierung zur Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung führt.

Leistungen der Berufsbegleitung

Diese erhalten behinderte Menschen insbesondere, um nach Begründung eines sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses die zu dessen Stabilisierung erforderliche Unterstützung und Krisenintervention zu gewährleisten.

Die Leistungen werden bei Zuständigkeit eines Rehabilitationsträgers nach von diesem, im Übrigen von dem Integrationsamt im Rahmen seiner Zuständigkeit erbracht, solange und soweit sie wegen Art oder Schwere der Behinderung zur Sicherung des Beschäftigungsverhältnisses erforderlich sind.


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Voraussetzungen für die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben werden erbracht, wenn

  • eine Behinderung besteht, eintritt oder wenn eine Beeinträchtigung zu erwarten ist und
  • die bisherige Tätigkeit behinderungsbedingt nicht mehr ausgeübt werden kann oder die berufliche Ersteingliederung ohne Unterstützung nicht möglich ist.

DETAILS:

Beantragung von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben werden auf Antrag von den zuständigen Rehabilitationsträgern oder dem Integrationsamt erbracht. Stellen Sie rechtzeitig einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, bevor Kosten entstehen.

Anträge können Sie bei jedem Rehabilitationsträger stellen. Diese haben dafür Sorge zu tragen, dass Ihr Antrag innerhalb von 14 Tagen an den zuständigen Rehabilitationsträger weitergeleitet wird. Zur Beratung und auch zur Antragstellung können Sie sich auch an eine der gemeinsamen Servicestellen der Rehabilitationsträger wenden.


HINWEIS:

Bei der Entscheidung über die Leistungen und bei der Ausführung der Leistungen zur Teilhabe wird berechtigten Wünschen der Leistungsberechtigten entsprochen. Dabei wird auch auf die persönliche Lebenssituation, das Alter, das Geschlecht, die Familie sowie die religiösen und weltanschaulichen Bedürfnisse der Leistungsberechtigten Rücksicht genommen. Den besonderen Bedürfnissen behinderter Mütter und Väter bei der Erfüllung ihres Erziehungsauftrages sowie den besonderen Bedürfnissen behinderter Kinder wird Rechnung getragen. Sachleistungen zur Teilhabe, die nicht in Rehabilitationseinrichtungen auszuführen sind, können auf Antrag der Leistungsberechtigten als Geldleistungen erbracht werden, wenn die Leistungen hierdurch voraussichtlich bei gleicher Wirksamkeit wirtschaftlich zumindest gleichwertig ausgeführt werden können. Für die Beurteilung der Wirksamkeit stellen die Leistungsberechtigten dem Rehabilitationsträger geeignete Unterlagen zur Verfügung.

Leistungen zur Teilhabe bedürfen immer der Zustimmung der Leistungsberechtigten.

Auf Antrag des behinderten Menschen können Leistungen zur Teilhabe auch durch ein Persönliches Budget ausgeführt werden, um den Leistungsberechtigten in eigener Verantwortung ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Bei der Ausführung des Persönlichen Budgets sind nach Maßgabe des individuell festgestellten Bedarfs die Rehabilitationsträger, die Pflegekassen und die Integrationsämter beteiligt. Das Persönliche Budget wird von den beteiligten Leistungsträgern trägerübergreifend als Komplexleistung erbracht.


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Träger der beruflichen Rehabilitation im Überblick

  • Bundesagentur für Arbeit
    ...wenn kein anderer Träger zuständig ist. Bei jungen Menschen vor der beruflichen Erstausbildung ist die Agentur für Arbeit in der Regel selbst zuständig.
  • Träger der gesetzlichen Rentenversicherung
    (zum Beispiel Deutsche Rentenversicherung Bund, Regionalträger, Landwirtschaftliche Alterskasse)
    ...wenn durch die berufliche Rehabilitation eine Rentenzahlung vermieden werden kann oder
    …im Zeitpunkt der Antragstellung von versicherungspflichtigen Beschäftigungen von mindestens 180 Monaten ausgegangen werden kann (§ 11 Absatz 1 Nummer 1 SGB VI)
    …im Zeitpunkt der Antragstellung eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit bezogen wird (§ 11 Absatz 1 Nummer 2 SGB VI)
    …sich die Notwendigkeit von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben aus einer vorangegangenen medizinischen Rehabilitation ergibt (§ 11 Absatz 2a Nummer 2 SGB VI)
  • Träger der gesetzlichen Unfallversicherung
    (zum Beispiel Berufsgenossenschaften, Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand)
    ... wenn die Behinderung durch einen Arbeitsunfall im Betrieb, einen Unfall in der Schule oder auf dem Weg dorthin oder im Fall einer Berufskrankheit, die durch die Arbeit entstanden und anerkannt ist
  • Träger der sozialen Entschädigung
    (zum Beispiel Landesversorgungsamt und Kriegsopferfürsorge)
    ... bei Kriegs- und Wehrdienstschädigungen, Impfschäden oder Folgen von Gewalttaten
  • Träger der öffentlichen Jugendhilfe oder
    Träger der Sozialhilfe

    (Jugendämter sowie Sozialämter bei den Landratsämtern und Stadtverwaltungen der Kreisfreien Städte, Kommunaler Sozialverband Sachsen)
    ... wenn bei einer Behinderung kein anderer Träger zuständig ist und Bedürftigkeit besteht

Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben erbringt zudem das


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