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Welche Leistungen trägt die Pflegeversicherung?

Welche Leistungen Pflegebedürftige von den Pflegekassen (oder privaten Versicherungsunternehmen) erwarten können, ist gesetzlich festgelegt. Grob kann zwischen den Leistungen bei häuslicher und stationärer Pflege unterschieden werden.

Sowohl bei der häuslichen als auch bei der stationären Pflege richtet sich die Höhe der Leistungen nach dem festgestellten Pflegegrad (bis 2016 »Pflegestufe«).

Mehr Leistungsgerechtigkeit

Fünf Pflegegrade statt der bis Ende 2016 gültigen drei Pflegestufen sorgen für mehr Leistungsgerechtigkeit. Die bisherige Unterscheidung zwischen körperlichen Einschränkungen und kognitiven sowie psychischen Erkrankungen wird aufgehoben. Einzig der persönliche Unterstützungsbedarf ist ausschlaggebend.

Überleitung in neuen Pflegegrad

Wer bereits Leistungen der Pflegeversicherung bezieht, wird per Gesetz automatisch in das neue System übergeleitet. Niemand muss einen neuen Antrag auf Begutachtung stellen. So wird für die Betroffenen unnötiger zusätzlicher Aufwand vermieden. Dabei gilt: Alle, die bereits Leistungen von der Pflegeversicherung beziehen, erhalten diese auch weiterhin mindestens in gleichem Umfang – die allermeisten sogar deutlich mehr.

Demenzkranke Menschen besser berücksichtigt

Die Pflegeversicherungs-Leistungen für Menschen mit Demenz (ehemalige »Pflegestufe«) haben sich seit dem 01.01.2017 deutlich verbessert. Die Belange der rund 100.000 Demenzkranken in Sachsen werden bereits bei der Einstufung in einen Pflegegrad gleichberechtigt berücksichtigt, da mit Wirksamwerden des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs nicht mehr die Ermittlung des Zeitaufwandes für alltägliche Verrichtungen im Vordergrund steht, sondern wie selbstständig die betroffene Person ihren Alltag bewältigen kann.

Monatliche Leistungsbeträge ab dem 01.01.2017 im Überblick

(Beträge in Euro)

Geldleistung ambulant

Pflegegrad 1: *
Pflegegrad 2: 316,00
Pflegegrad 3: 545,00
Pflegegrad 4: 728,00
Pflegegrad 5: 901,00

Sachleistung ambulant

Pflegegrad 1: *
Pflegegrad 2: 689,00
Pflegegrad 3: 1.298,00
Pflegegrad 4: 1.612,00
Pflegegrad 5: 1.995,00

Entlastungsbetrag ambulant (zweckgebunden)

Pflegegrad 1: 125,00*
Pflegegrad 2: 125,00
Pflegegrad 3: 125,00
Pflegegrad 4: 125,00
Pflegegrad 5: 125,00

Leistungsbetrag stationär

Pflegegrad 1: *
Pflegegrad 2: 770,00
Pflegegrad 3: 1.262,00
Pflegegrad 4: 1.775,00
Pflegegrad 5: 2.005,00

*) Pflegebedürftige des Pflegegrades 1 erhalten unter anderem Pflegeberatung, Beratung in eigener Häuslichkeit, Versorgung mit Pflegehilfsmitteln, Zuschüsse zur Verbesserung des Wohnumfeldes. Sie können den Entlastungsbetrag auch für den Aufenthalt in einer stationären Einrichtung einsetzen.

Häusliche Pflege

Wenn sich die Betroffenen in häuslicher Pflege befinden, können Sach- oder Geldleistungen, nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit gestaffelt, in Anspruch genommen werden. Die Sachleistungen und das Pflegegeld können aber auch miteinander kombiniert werden. Die Kombination von Pflegegeld und Pflegesachleistungen führt aber nicht dazu, dass beide Budgets in voller Höhe ausgeschöpft werden können.

Tipp: Nähere Auskünfte zur Berechnung geben die Pflegekassen.

Monatliche Sachleistungen für die Hilfe durch einen ambulanten Pflegedienst

Die monatlichen Sachleistungen zur Pflege umfassen (Gesamtwert in Euro):

Pflegegrad 1: –*
Pflegegrad 2: bis zu 689,00
Pflegegrad 3: bis zu 1.298,00
Pflegegrad 4: bis zu 1.612,00
Pflegegrad 5: bis zu 1.995,00

*) Der neue Pflegegrad 1 ist gedacht für Menschen, die noch keinen erheblichen Unterstützungsbedarf haben. Hier besteht aber zum Beispiel Anspruch auf

  • Pflegeberatung,
  • Leistungen zur Anpassung des Wohnumfeldes (zum Beispiel barrierefreie Dusche) oder
  • Leistungen der allgemeinen Betreuung.

Entlastungsbetrag von EUR 125,00 monatlich.

Wichtig ist zu wissen, dass die Pflegesachleistungen als häusliche Pflegehilfe nur von geeigneten Pflegekräften (nicht durch Laienpflegekräfte) erbracht werden können.

Hinweis: In der privaten Pflegeversicherung tritt an die Stelle der Sachleistung eine Kostenerstattung, die den Leistungen der sozialen Pflegeversicherung entspricht.

Monatliches Pflegegeld

Anstelle der Sachleistungen kann ein monatliches Pflegegeld gezahlt werden (Angaben in Euro):

Pflegegrad 1: –*
Pflegegrad 2: bis zu 316,00
Pflegegrad 3: bis zu 545,00
Pflegegrad 4: bis zu 728,00
Pflegegrad 5: bis zu 901,00

*) zweckgebundene Kostenerstattung von bis zu EUR 125,00

Pflegebedürftige in vollstationären Einrichtungen der Hilfe für behinderte Menschen haben Anspruch auf ungekürztes Pflegegeld anteilig für die Tage, an denen sie sich in häuslicher Pflege befinden. Während einer Verhinderungspflege wird das bisher bezogene (anteilige) Pflegegeld für bis zu sechs Wochen und bei einer Kurzzeitpflege für bis zu acht Wochen je Kalenderjahr in halber Höhe weitergezahlt.

Wichtig! Die Pflegesachleistungen als häusliche Pflegehilfe dürfen nur von geeigneten Pflegekräften (nicht durch Laienpflegekräfte) erbracht werden.

Kostenerstattung für privat Pflegeversicherte

In der privaten Pflegeversicherung tritt an die Stelle der Sachleistung eine Kostenerstattung, die den Leistungen der sozialen Pflegeversicherung entspricht.

Entlastungsbetrag für Angebote zur Unterstützung im Alltag

Seit 01.01.2017 haben alle Pflegebedürftigen Anspruch auf Zahlung eines Entlastungsbetrags von bis zu monatlich EUR 125,00 durch ihre Pflegekasse für qualitätsgesicherte Angebote zur Unterstützung im Alltag (vormals »Niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsleistungen«). Dies entlastet einerseits die Pflegepersonen. Andererseits trägt es dazu bei, dass Pflegebedürftige möglichst lange in ihrer vertrauten Wohnumgebung bleiben, ihre sozialen Kontakte aufrecht erhalten und den Alltag weiterhin möglichst selbstständig bewältigen können.

Wer seinen Anspruch auf ambulante Pflegesachleistungen nicht voll ausschöpft, kann den nicht genutzten Betrag – maximal aber 40 Prozent des hierfür vorgesehenen Leistungsbetrages – für "Angebote zur Unterstützung im Alltag" einsetzen.

Stationäre Pflege

Bei vollstationärer Pflege zahlen die Pflegekassen für

  • pflegebedingte Aufwendungen
  • Aufwendungen für die medizinische Behandlungspflege
  • Betreuung im Heim

Diese monatlichen Pauschalbeträge betragen (Angaben in Euro):

Pflegegrad 1: 125,00
Pflegegrad 2: 770,00
Pflegegrad 3: 1.262,00
Pflegegrad 4: 1.775,00
Pflegegrad 5: 2.005,00

Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung werden nicht von der Pflegeversicherung übernommen.

Eigenanteil

Ab 2017 gilt in jeder vollstationären Pflegeeinrichtung ein einrichtungseinheitlicher pflegebedingter Eigenanteil. Das heißt: Es gibt innerhalb ein und derselben Einrichtung keinen Unterschied mehr bei den pflegebedingten Eigenanteilen der Bewohnerinnen und Bewohner mit den Pflegegraden 2 bis 5.

Zusätzliche Betreuungsangebote

Alle Pflegebedürftigen in stationären Einrichtungen haben darüber hinaus Anspruch auf zusätzliche Betreuungsangebote wie Zeit für Spaziergänge oder Vorlesen.

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