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2.3 Beachten von Pflanzabständen und -höhen

Informationen Amt24-Sachsen Redaktion

In welcher Entfernung zur Grundstücksgrenze dürfen Bäume, Sträucher oder Hecken gepflanzt werden?

Insbesondere bei kleineren Grundstücken, wie sie im großstädtischen Bereich häufig vorkommen, entsteht gelegentlich Streit zwischen den Nachbarn, wenn durch die Pflanzung eines Baumes in der Nähe der Grenze die Lichtverhältnisse auf dem angrenzenden Grundstück beeinträchtigt werden. Aus diesem Grund hat das Sächsische Nachbarrechtsgesetz in den §§ 9 bis 12 Abstandsvorschriften für Neuanpflanzungen vorgesehen.

Je nachdem, ob sich die Grundstücke innerhalb oder außerhalb eines zusammenhängend bebauten Ortsteils befinden und welche Höhe eine Pflanze aufweist, ist ein unterschiedlicher Abstand einzuhalten, der zwischen 0,50 m und 2 m betragen kann. Der Abstand wird an der Stelle gemessen, an der die Pflanze aus dem Boden austritt.

Pflanzenhöhe innerhalb von im Zusammenhang bebauten Ortsteilen

  • bis 2 m: Grenzabstand mindestens 0,5 m
  • über 2 m: Grenzabstand mindestens 2 m

Pflanzenhöhe außerhalb von im Zusammenhang bebauten Ortsteilen

  • Höhe unbegrenzt: Grenzabstand mindestens 1m

Beachtet der Eigentümer bei der Anpflanzung diesen Grenzabstand nicht, hat der Nachbar das Recht, die Einhaltung des Abstandes zu fordern. Der Eigentümer hat dann die Wahl, ob er die Pflanze beseitigt oder auf die zulässige Höhe zurückschneidet.

Keine Beseitigungspflicht zwischen 1. März und 30. September

Der Eigentümer der störenden Pflanze muss das Zurückschneiden oder die Beseitigung nicht in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September vornehmen, da durch ein Zurückschneiden in dieser Zeit möglicherweise die gesamte Pflanze geschädigt und zahlreiche Vogelarten in der Brutzeit gestört würden.


RECHTSVERWEIS:

Müssen Pflanzen beseitigt werden, wenn sie aufgrund ihrer erreichten Höhe den Vorgaben zum Grenzabstand nicht mehr entsprechen?

Viele schnell wachsende Pflanzen (zum Beispiel Birken) stellen zunächst auch in geringer Entfernung vom Nachbargrundstück keinen Streitgegenstand dar. Nach wenigen Jahren aber, wenn sie eine gewisse Größe erreicht haben, können sie die Lichtverhältnisse auf dem Nachbargrundstück empfindlich beeinträchtigen. In diesem Fall kann der Nachbar verlangen, dass der im Sächsischen Nachbarrechtsgesetz festgelegte Grenzabstand eingehalten wird. Der Eigentümer kann dann wählen, ob er die Bäume, Sträucher oder Hecken auf die bei dem jeweiligen Abstand zulässige Höhe zurückgeschneidet oder gänzlich beseitigt.


BEISPIEL:

Der Eigentümer hat in einer Entfernung von 0,50 m ein anderthalb Meter hohes Bäumchen gepflanzt. Zwei Jahre später ist dieses bis zu einer Höhe von 3 m emporgewachsen. Hier kann der Nachbar verlangen, dass das Bäumchen entweder bis auf eine Höhe von 2 m zurückgeschnitten oder gänzlich beseitigt wird.

Müssen Pflanzen beseitigt werden, wenn sie durch eine Änderung des Grenzverlaufes nicht mehr im erforderlichen Abstand zum Nachbargrundstück stehen?

BEISPIEL:

Herr A besitzt ein 4.000 qm großes Grundstück in Innenstadtlage. Er möchte einen größeren Teil hiervon verkaufen, zögert aber, da der Obstbaumbestand seines Grundstückes nach Grundstücksteilung dann direkt an der Grenze zu dem Nachbargrundstück läge. Wäre er in einem solchen Fall verpflichtet, die Obstbäume zu beseitigen?

Rechtmäßige Anpflanzungen bleiben geschützt

Das Nachbarrechtsgesetz enthält einen umfangreichen Bestandsschutz für Anpflanzungen aller Art bei nachträglichen Veränderungen der Grundstücksgrenze. Diese kann etwa durch Grundstücksteilungen, wie im Beispielsfall, aber auch durch nachträgliche Grenzfeststellungen bisher unvermessener Grundstücke oder Grenzberichtigungen berührt werden. In diesen Fällen braucht der Eigentümer Pflanzen, die nach dem bisherigen Grenzverlauf den erforderlichen Abstand einhielten, auch nachträglich nicht zu beseitigen.


Im Beispielsfall darf Herr A somit die Obstbäume auch dann direkt an der Grenze stehenlassen, wenn hierdurch dem Nachbargrundstück das Licht genommen wird. Der Erwerber kennt die tatsächlichen Grundstücksverhältnisse und kann sich hierauf einstellen. Wird allerdings anstelle des vorhandenen Obstbaumbestandes eine Neuanpflanzung vorgenommen, so müssen die vorgeschriebenen Abstände zur neuen Grenze eingehalten werden.

Welche Grenzabstände sind zu landwirtschaftlich genutzten Grundstücken zu beachten?

Landwirte sind wirtschaftlich auf den Ertrag ihrer Grundstücke angewiesen. Aus diesem Grund ist für Bepflanzungen an der Grenze zu derartigen Grundstücken ein größerer Grenzabstand einzuhalten, um zu verhindern, dass durch übermäßigen Schattenwurf diese Grundstücke nicht vollständig genutzt werden können.

Zu landwirtschaftlich genutzten Grundstücken ist ein Abstand von 0,75 m einzuhalten; überschreitet die Bepflanzung eine Höhe von 2 m, erhöht sich dieser Abstand auf 3 m zum landwirtschaftlich genutzten Nachbargrundstück, wenn der Schattenwurf die wirtschaftliche Bestimmung des Grundstücks erheblich beeinträchtigen würde.

Pflanzenhöhe

  • bis 2 m: Grenzabstand mindestens 0,75 m (abhängig vom tatsächlichen Schattenwurf)
  • über 2 m: Grenzabstand mindestens 3 m (abhängig vom tatsächlichen Schattenwurf)

Fehlt es an der Beeinträchtigung der wirtschaftlichen Bestimmung des Grundstücks durch den Schattenwurf der Pflanze, bleibt es bei den normalen Abstandsvorschriften.

Welche Grenzabstände gelten für den Weinbau?

Für den Weinbau gelten besondere Bedingungen, da hier in der Regel besondere Grundstückslagen (zum Beispiel Hanglage) gegeben sind. Hier richtet sich der Abstand danach, ob die Rebzeilen parallel oder in sonstiger Weise zu der Grundstücksgrenze angepflanzt sind. Einzelheiten ergeben sich aus § 11 des Nachbarrechtsgesetzes (SächsNRG).


RECHTSVERWEIS:

Wo brauchen Grenzabstände nicht eingehalten zu werden?

Die nach dem Nachbarrechtsgesetz vorgesehenen Grenzabstände müssen nicht in allen Fällen eingehalten werden. An der Grenze zu öffentlichen Straßen und Wegen oder anderen öffentlichen Flächen (zum Beispiel Spielplätzen, Sportanlagen, Parkplätzen und Ähnlichem) brauchen keine Grenzabstände eingehalten werden. Das Gleiche gilt, wenn die Anpflanzungen hinter einer Wand oder Mauer errichtet werden und diese nicht überragen; hier kann durch die Pflanze keine Störung für den Nachbarn hervorgerufen werden.

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