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2.1 Wohngemeinschaft

Wohngemeinschaft (WG)

Wohngemeinschaften (WGs) sind besonders bei Studierenden beliebt. Dabei leben mehrere Personen in einer Wohnung, die sich in der Regel die Kosten für die Wohnung teilen. Oft zahlt dann jeder Bewohner für sein Zimmer und einen Anteil an den gemeinsam genutzten Räumen, wie Küche, Bad und Flur.

Wohnungsangebote in WGs finden sich meist auf Aushängen in den Hochschulen, Berufsschulzentren und in vielen Internetportalen.

Bei den Mietverträgen für WGs gibt es verschiedene Möglichkeiten der rechtlichen Ausgestaltung:

Ein Bewohner ist Hauptmieter

Einer der WG-Bewohner ist Hauptmieter und nimmt die anderen als Untermieter in die Wohnung auf. Mit dem Vermieter muss er jedoch vereinbaren, dass die Wohnung auch untervermietet werden darf.

Der Hauptmieter haftet für alle Angelegenheiten des Mietverhältnisses allein, auch für die Zahlung der Miete. Zahlt beispielsweise ein Untermieter seinen Anteil an der Miete nicht, bleibt der Hauptmieter auch weiterhin zur Zahlung der vollen Miete verpflichtet.

Sollte der Hauptmieter seinen Mietvertrag kündigen, kann es sein, dass auch die anderen WG-Mitglieder ausziehen müssen, da der Vermieter nicht verpflichtet ist, den Mietvertrag auf die Untermieter zu übertragen.

Alle Bewohner sind Hauptmieter

Alle WG-Bewohner sind gemeinsam Hauptmieter und haften auch gemeinsam für die volle Wohnungsmiete.

Bei dieser Vertragsform können nur alle WG-Mitglieder gemeinsam den Mietvertrag kündigen. Umgekehrt kann auch der Vermieter in diesem Fall nur allen WG-Mitgliedern gemeinsam kündigen, nicht aber einem WG-Mitglied alleine. Um zu vermeiden, dass sich die ganze WG auflösen muss, wenn ein einzelnes Mitglied ausziehen will, ist es ratsam, mit dem Vermieter eine Vereinbarung zu treffen, dass auch einzelne WG-Mitglieder ein- und ausziehen dürfen.

Direkte Verträge mit dem Vermieter

Alle WG-Bewohner schließen mit dem Vermieter eigene Mietverträge ab (zum Beispiel über ein Zimmer und das Recht zur gemeinschaftlichen Mitbenutzung von Küche und Bad mit den anderen Mietern). Dann haftet jeder Bewohner nur für seinen Anteil an der Wohnungsmiete und kann auch selbstständig kündigen. Der Vermieter kann dann aber auch an einen Nachfolger vermieten, der den anderen Bewohnern nicht gefällt.

Lebensgefährten (eheähnliche Gemeinschaft)

Paare, die sich entschließen, zusammenzuziehen, bilden keine Wohngemeinschaft im Sinne einer WG, sondern eine Lebensgemeinschaft. Unter sozialrechtlichen Aspekten begründen Sie außerdem eine so genannte Bedarfsgemeinschaft. Beide Partner haben sich damit entschlossen, zusammenzuleben, gegenseitig füreinander Verantwortung zu übernehmen und für den anderen zu sorgen.

Neben der gesetzlichen Grundlage für das Zusammenleben als Paar müssen Sie außerdem darauf achten, wie das Mietverhältnis zwischen Ihnen vereinbart wird:

Ein Partner ist Hauptmieter

Es ergeben sich folgende Reglungen:

  • Sie haben einen Anspruch darauf, Ihre Partnerin oder Ihren Partner in Ihre Wohnung aufzunehmen. Dazu ist keine Untermieterlaubnis erforderlich, außer die Wohnung wäre dann überbelegt. Sollte der Vermieter die Zustimmung verweigern, können Sie sogar eine Feststellungsklage einreichen.
  • Möchten Sie Ihre Partnerin oder Ihren Partner mit in den Mietvertrag aufnehmen, ist Ihr Vermieter jedoch nicht verpflichtet, dies zu tun.
  • Sollte die Beziehung enden, können Sie als Hauptmieter von Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner den sofortigen Auszug verlangen.

Beide Partner sind Hauptmieter

Im Falle einer Trennung ergeben sich folgende Regelungen:

  • So wie Sie die Wohnung gemeinsam gemietet haben und im Mietvertrag stehen, können Sie diese nur gemeinsam kündigen.
  • Ihr Vermieter ist nicht verpflichtet, mit Ihnen oder Ihrer Partnerin/Ihrem Partner einen neuen Mietvertrag abzuschließen. Gegebenenfalls müssen Sie beide ausziehen.
  • Entscheiden Sie sich auszuziehen, während Ihre Partnerin oder Ihr Partner in der Wohnung bleibt, sind Sie gegenüber Ihrem Vermieter auch weiterhin Vertragspartner. Das bedeutet, dass Sie weiterhin für die Mietzahlung und für alle anderen Verpflichtungen aus dem Mietvertrag haften. Allerdings können Sie von Ihrer ehemaligen Partnerin beziehungsweise Ihrem Partner die Freistellung von den Mietzinsforderungen des Vermieters verlangen.

HINWEIS: Wenn Sie mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin zusammenziehen, bilden Sie eine eheähnliche Lebensgemeinschaft und Bedarfsgemeinschaft. Sollten Sie Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts, zum Beispiel Arbeitslosengeld II, beziehen, kann sich hieraus eine Minderung Ihres Anspruchs ergeben, da das Einkommen des Partners mit berücksichtigt wird.


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