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Chronik der Wende

Das Jahr 1989

DatumDie Ereignisse                                      Ereignisse in Plauen
Mai 1989
2.Ungarische Grenzsoldaten beseitigen den Stacheldraht an der ungarisch-österreichischen Grenze. Der eiserne Vorhang fällt.
7.Kommunalwahlen in der DDRWahlsonntag in Plauen - Lt. offizieller Verlautbarung beträgt die Wahlbeteiligung 98,12 %, werden die Kandidaten der Einheitsliste mit 96,18 % gewählt. In verschiedenen Wahllokalen beobachten oppositionelle Jugendliche das Auszählen der Stimmen.
16.Plauener Oppositionelle erheben in einer Eingabe Einspruch gegen das amtliche Endergebnis der Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung.
Juli
7.Der Warschauer Pakt widerruft die Breschnew-Doktrin von der beschränkten Souveränität der sozialistischen Staaten.
August
10.Aufnahme des innerdeutschen Flugverkehrs.
13.Die Bonner Botschaft in Budapest muß wegen Überfüllung schließen. Von dort wollen 181 DDR-Bürger ausreisen.
19.Das Fest der „Paneuropa-Union“ bei Sopron nutzen etwa 600 Urlauber aus der DDR zur Flucht aus Ungarn. Tausende fliehen seit Wochen über die grüne Grenze nach Österreich.
22.Die Botschaft der Bundesrepublik in Prag wird geschlossen, weil 140 DDR-Bürger darin Zuflucht gesucht haben. Hunderte von Flüchtlingen klettern über den Zaun in den Garten der Botschaft.
September
8.Alle 117 DDR-Bürger, die sich seit sechs Wochen in der Vertretung Bonns in Ostberlin aufhalten verlassen das Gebäude ohne die Zusicherung einer Ausreise.
11.Die ungarische Regierung öffnet ungeachtet der Verträge mit Ostberlin die Grenze. Innerhalb von drei Tagen reisen 15.000 Deutsche aus der DDR über Ungarn und Österreich in die Bundesrepublik. Das „Neue Forum“, erste in der ganzen DDR wirkende Oppositionsgruppe, formiert sich (Gründung am 1. Oktober).
Oktober
1.5.500 DDR-Flüchtlinge aus Prag und 800 aus Warschau treffen in der Bundesrepublik ein.
2.In Plauen wird das Flugblatt „Mitteilung und Aufruf der ‘Initiative zur Demokratischen Umgestaltung’“ verteilt, das zur „großangelegten Protestdemonstration auf dem Plauener Theaterplatz“ aufruft. Beginn 15.00 Uhr.
3.Erneut warten 7.600 Flüchtlinge in und vor der Prager Botschaft. Die DDR gestattet die Ausreise, führt aber die Visumspflicht für CSSR-Reisen ein.
4.Massenausreise in verriegelten Zügen über Dresden und Plauen
5.In den frühen Morgenstunden fahren zum zweiten Male Züge aus Prag kommend durch Plauen. Der Obere Bahnhof gleicht einer belagerten Festung. 1989 haben bisher 1893 Personen Plauen verlassen. 1.499 Anträge (3.294 Personen) auf Ausreise liegen noch vor. (Oktober/November 89). 7.30 Uhr, Oberbürgermeister Dr. Martin bestellt Superintendent Küttler in das Rathaus. Die vom Oberbürgermeister erhobene Forderung, eine für den Abend in der Markuskirche geplante, als staatsfeindlich eingestufte Zusammenkunft oppositioneller Kräfte abzusagen, wird vom Superintendenten abgewiesen. 18.00 Uhr Friedensandachten in der Markuskirche.
6.Abends wird der 40. Jahrestag der DDR in der Festhalle begangen. Offizielle Einladung zum Festakt...

Antwort auf diese Einladung durch Superintendent Thomas Küttler
7.Nach seinem Gespräch mit Erich Honecker sagt Michail Gorbatschow: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“ Dies ist das Aufbruchsignal für die Opposition in der DDR. In Ostberlin, Leipzig, Dresden, Plauen und anderen Städten demonstrieren Zehntausende für Freiheit und Reform, Hunderte werden verhaftet und verprügelt.Dem Aufruf Plauener Oppositioneller zu einer Demonstration auf dem Otto-Grotewohl-Platz folgen ca. 15.000 Bürger. Gewaltsame Versuche durch Polizei, Feuerwehr und Hubschraubereinsatz, die Demonstration aufzulösen, scheitern. Das Engagement von Superintendenten Thomas Küttler verhindert eine drohende Eskalation der Gewalt. Erster, spontaner Demonstrationszug. Nachts erfolgen Zuführungen. Verhaftete sind schikanöser Behandlung ausgesetzt.
8.Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Plauen verurteilt in einer „Erklärung“ den Einsatz von Tanklöschfahrzeugen gegen Bürger am 07. Oktober auf dem Otto-Grotewohl-Platz.
9.In Leipzig ziehen 70.000 Menschen nach den Montags-Friedensgebeten in den Kirchen durch die Innenstadt. Es ist die größte Demonstration seit dem 17. Juni 1953. „Wir sind das Volk - keine Gewalt“ ertönen tausendfach die Sprechchöre.Bösartiger, wahrheitswidriger Bericht in der Freien Presse über die Demonstration. Erste Meldung über die Demonstration in der Frankenpost.
12.Gespräch des Oberbürgermeisters Dr. Nobert Martin mit 25 Bürgern, die die Ereignisse am 07.10.1989 miterlebten. Die Teilnehmer distanzieren sich von Gewalt. Es wird über Reisefreiheit, Pluralismus in den Medien, Zulassung politischer Gruppen und Änderung des Wahlsystems diskutiert. Gründungsversammlung des „Neuen Forums“ in Plauen
14.Zweite Sonnabenddemonstration mit noch größerer Teilnehmerzahl.
10. - 15. In Dresden werden 500 Demonstranten freigelassen, die SED verspricht einen Dialog und Reisemöglichkeiten; die evangelische Kirche stellt sich offen an die Spitze der Opposition.
16. In Leipzig demonstrieren über 120.000 Menschen für Reformen.
18. Um 14.12 Uhr meldet ADN den Rücktritt Erich Honeckers. Der neue Parteichef Egon Krenz kündigt eine „Wende“ in der DDR an.
19. Auf einer außerordentlichen Stadtverordnetenversammlung werden zeitweilige Arbeitsgruppen aus Abgeordneten und engagierten Bürgern berufen, so z. B. für Ordnung, Sicherheit und Recht, Öffentlichkeitsarbeit und Medienpolitik, Reisemöglichkeiten.
27.Großes Bürgerforum im Plenarsaal des Rathauses.
29. Im Theater der Stadt findet die Bürgerdiskussion der letzten Tage in Plauen ihre Fortsetzung. Unter Leitung des Intendanten Peter Radestock wird über die Ausreisewelle, den Polizeieinsatz am 07. Oktober und über das „Neue Forum“ gesprochen.
November
3.Vertreter aller Parteien und Massenorganisationen treffen sich in der Theaterstraße 1 mit Vertretern des „Neuen Forums“ aus Plauen, die neben der Legalisierung des „Neuen Forums“ freien Zugang zu den Medien fordern.
4.Kultur- Kunstschaffende rufen in Berlin zu einer Demonstration für die Verwirklichung der Verfassung, des Rechts auf Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit auf. Weit über eine halbe Million Menschen nehmen teil.
7.Der Ministerrat der DDR tritt zurück.
8.Das Politbüro der SED tritt geschlossen zurück. Über die CSSR sind bisher etwa 50.000 DDR-Bürger in die Bundesrepublik gekommen.
9.Um 18.15 Uhr gibt Günter Schabowski, ZK-Sekretär für Information, vor Journalisten bekannt, alle DDR-Bewohner könnten über sämtliche Grenzübergänge nach Westberlin und in die Bundesrepublik reisen. Noch in der Nacht eilen Zehntausende nach Westberlin und feiern Wiedersehen; auf der Mauer vor dem Brandenburger Tor tanzen die Menschen aus Ost und West.In nichtöffentlicher Sitzung der Stadtverordnetenversammlung wird in geheimer Wahl dem bisherigen Rat das „Vertrauen“ ausgesprochen. Vom 09.-11.11.1989 erhalten 50.000 Plauener ein Visum für Privatreisen. Ein Stempel im Personalausweis berechtigt zur Einreise in die BRD.
12.Der Grenzübergang an der F 173 bei Blosenberg wird eröffnet.
13.Der Dresdner SED-Bezirkschef Hans Modrow wird neuer Ministerpräsident der DDR. In Leipzig demonstrieren 200.000 Menschen für weitere Reformen; Transparente mit der Aufschrift „Deutschland, einig Vaterland“ sind zu sehen.Erste öffentliche Versammlung des „Neuen Forums“ im „Capitol“ vereinigt über 900 Mitglieder und Sympatisanten.
14.Der 1. Sekretär der SED-Kreisleitung Plauen, Werner Schweigler, wird von seiner Funktion entbunden.
16.Gründung der SPD in Plauen. Um die Wartezeiten an der Staatsbank beim Devisenumtausch zu verkürzen, werden Schalter in der Stadt- und Kreissparkasse sowie in der Genossenschaftskasse genutzt.
20.Seit dem 09.11.1989 sind über 10 Millionen Visa für Privatreisen und 18.000 Genehmigungen zur ständigen Ausreise aus der DDR erteilt worden.
21.Rücktritt des Oberbürgermeisters Dr. Norbert Martin und des Sekretärs des Rates der Stadt, Wolfgang Luft.
22.In einem Brief aller Parteien an den Staatsratsvorsitzenden wird das anhaltende Mißtrauen gegen das Ergebnis der Kommunalwahlen vom 07.05.1989 in Plauen zum Ausdruck gebracht.
23.An diesem Tage fahren 18.000 Menschen von Plauen nach Hof. Die eingesetzten Züge haben eine Länge bis zu 13 Waggons. Die planmäßigen Züge kommen schon mit 250 %iger Auslastung in Plauen an. Kraftfahrzeugkolonnen stauen sich bis zu 50 km weit in die DDR zurück.
29.Die DDR beginnt an mehreren Stellen die Grenzanlagen abzubauen.An der wiedereröffneten Autobahn Hof-Plauen werden die Sperranlagen demontiert.
Dezember
1.Die Volkskammer streicht den Führungsanspruch der SED aus der Verfassung; am 3. Dezember werden Honecker und andere „Altgardisten“ aus der SED ausgeschlossen.
3.Unter dem Druck der Bevölkerung treten das Politbüro und das Zentralkomitee der SED zurück.
6.Egon Krenz legt sein Amt als Staatsratsvorsitzender nieder.Zweistündiger politischer Warnstreik in einigen Plauener Großbetrieben zur Durchsetzung eines Volksentscheids oder den Fortbestand der Zweistaatlichkeit.
7.In Berlin tagt zum ersten Mal der „Runde Tisch“
14.Erster „Runder Tisch“ unter Leitung von Superintendent Thomas Küttler im Rathaus. Beteiligt sind neben der „Gruppe der 20“ Vertreter des Rates, der bisherigen sowie der neuen Parteien. In Plauen haben sich die Arbeitsgruppen „Amtsmißbrauch und Korruption“ sowie „Wahlen“ konstituiert.
22.Das Brandenburger Tor wird geöffnet. Westdeutsche können ab Weihnachten ohne Visum und Zwangsumtausch in die DDR reisen.

Das Jahr 1990

DatumDie EreignisseEreignisse in Plauen
Januar
11.Die DDR-Volkskammer verabschiedet ein Gesetz, das die Reisefreiheit der Bürger absichert.
15.Zehntausende stürmen die Zentrale des Staatssicherheitsdienstes in Ostberlin.Mehr als 40.000 Plauener Bürger folgen dem Aufruf zu einer zusätzlichen Montagsdemonstration.
25.Aufgrund vermehrter Proteste und Anzeigen von Bürgern werden die Ergebnisse der Kommunalwahlen vom 07.05.1989 überprüft. Es wird festgestellt, daß mindestens 2.226 Gegenstimmen für den Wahlvorschlag abgerechnet wurden.
26.Die Kreisorganisation der SED-PDS verkündet ihre Selbstauflösung, der jedoch seitens einer Initiativgruppe widersprochen wird.
Februar
5.In Ostberlin wird eine „Regierung der Nationalen Verantwortung“ gebildet. Acht Minister ohne Geschäftsbereich, vom Runden Tisch benannt, werden in die Regierung Modrow aufgenommen.
März
17.Letzte und 22. Samstagsdemonstration
18.Bei den ersten freien Wahlen in der DDR wird die „Allianz für Deutschland“, bestehend aus CDU, DSU und DA Sieger. Von den 24 angetretenen Parteien ziehen zwölf in die Volkskammer ein. Damit endet die „Doppelherrschaft“.In Plauen nehmen 93,70 % der Wahlberechtigten das Stimmrecht wahr. Als Sieger geht die CDU mit 36,8 % hervor. Die SPD bekommt 18,27 %, die DSU 18,09 % und die PDS 11,92 % der Stimmen.
20. Die Bundesregierung beschließt die Abschaffung des Notaufnahmeverfahrens, um die Massenabwanderung aus der DDR zu stoppen.
April
12.Lothar de Maiziere wird von der Volkskammer zum Ministerpräsident der DDR gewählt.
Mai
5.Die „Zwei-plus-Vier“-Gespräche, in denen der Vertrag über den künftigen Status des vereinten Deutschlands ausgehandelt wird, beginnen in Bonn. Teilnehmer sind die Bundesrepublik, die DDR und die vier Siegermächte.
6. Bei den Kommunalwahlen in der DDR wird die CDU stärkste Partei vor der SPD und PDS.Kommunalwahlen in Plauen. Die Wahlbeteiligung beträgt 75,6 %. CDU erhält 24 Mandate SPD erhält 15 Mandate PDS erhält 7 Mandate DSU erhält 6 Mandate B.F.D.erhält 6 Mandate Übrige 12 Mandate
Juli
7.Der Staatsvertrag über die Einführung der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen der DDR und der Bundesrepublik tritt in Kraft. Die DM ist nun allein gültiges Zahlungsmittel.
15./16.Bei einem Besuch Kanzler Kohls und Außenminister Genschers im Kaukasus erklärt der sowjetische Präsident Gorbatschow, das vereinte Deutschland könne „frei und selbst entscheiden“, welchen Bündnissen es angehöre.
August
3.Auf einer Sondersitzung der Stadtverordneten wird die Städtepartnerschaftsvereinbarung zwischen Plauen und Siegen unterzeichnet.
22.Die Volkskammer beschließt die Konstituierung der einstigen fünf Länder der DDR zum 14. Oktober mit der Wahl der Landtage.
22./23.Die Volkskammer der DDR beschließt den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik zum 3. Oktober.
31.Mit der Unterzeichnung des zweiten Staatsvertrages ist die Einheit Deutschland besiegelt.
September
12. Die „Zwei-plus-Vier“-Gespräche der beiden deutschen Staaten mit den vier Siegermächten des Zweiten Weltkrieges finden in Moskau ihren Abschluß. Der „Vertrag über die äußeren Aspekte der Vereinigung Deutschland“ der von Gesamtdeutschland und den Alliierten ratifiziert werden muß, enthält den endgültigen Verzicht der Siegermächte auf sämtliche ‘Besetzungsrechte und die deutsche Garantie der Oder-Neiße-Grenze zum 3. Oktober. Damit hat das vereinte Deutschland nach 45 Jahren seine Souveränität wieder. Der deutsch-sowjetische Generalvertrag wird paraphiert.
Oktober
1.Suspendierung der Rechte der vier Siegermächte in Berlin und Gesamtdeutschland.
3.0.00 Uhr Beginn der Einheit Deutschlands in voller Souveränität. Am Tag der Deutschen Einheit findet auf dem Altmarkt ein Volksfest statt. Ein Höhepunkt ist der ökumenische Gottesdienst in der Johanniskirche. Superintendent Thomas Küttler würdigt die historische Tragweite der Wiedervereinigung auf friedlichem Weg. Vereinigungsfest in Gutenfürst. Zur Feier der Deutschen Einheit im ehemaligen Grenzort kommen rund 10.000 Menschen. Festreden halten Plauens Oberbürgermeister Dr. Rolf Magerkord, der Hofer Oberbürgermeister Dieter Döhla, der Hofer Landrat Ewald Zuber, Landrat Roland Röhn sowie der Plauener Superintendent Thomas Küttler.
4.Festsitzung der Stadtverordnetenversammlung. Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Superintendent Thomas Küttler. Eine andere Einladung als vor einem Jahr
7. Gedenkdemonstration zum Jahrestag der ersten Plauener Demonstration

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