Stadt Plauen vergibt „Oscar der Cartoonisten“
- e.o. plauen Preis 2005 an Tomi Ungerer
- e.o. plauen Förderpreis 2005 an Frank Hoppmann

Im stimmungsvollen Ambiente der Plauener Malzhausgalerie haben Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer und Dr. Karl Gerhard Schmidt, Präsident der e.o. plauen Gesellschaft, am Abend des 20. Mai 2005, den Oscar der Cartoonisten, den e.o. plauen Preis 2005,
an einen Meister dieser Kunst übergeben, an den Elsässer
Tomi Ungerer. (siehe Foto rechts)
Laudatio

Ein gesundheitlich sehr angeschlagener Tomi Ungerer nahm den Preis sichtlich bewegt entgegen. Auf den Stock gestützt und mit einer dunklen Brille vorm Scheinwerferlicht geschützt stimmte er sein Lieblingslied an - Die Gedanken sind frei - und sang es mit dem Publikum. Ungerer wurde als ein Künstler gewürdigt, der im Herzen ein Lächeln wecken möchte, ohne das der Geist nicht fröhlich sein kann. Mit dem Namensgeber des e.o. plauen Preises, Erich Ohser, verbindet ihn die oft spitze Feder, mit der er aber niemals einen Menschen herabwürdigt, sowie die Liebe zu Kindern.

Den e.o. plauen Förderpreis erhielt der Münsteraner
Frank Hoppmann. (siehe Foto rechts)
Laudatio

Frank Hoppmann, der den e.o. plauen Förderpreis entgegennahm, wurde als junger Künstler gewürdigt, den man nicht einfach in die Schublade Humor ablegen kann.
Er zeichnet auf, was in und um uns herum vor sich geht, besticht durch glanzvolle Charakterstudien. Der 30jährige Karikaturist, der von vielen deutschen Zeitungen gedruckt wird, zeigte sich besonders stolz, dass er gemeinsam mit Tomi Ungerer eine Auszeichnung erhält.



Der e.o. plauen Preis wurde in diesem Jahr nach 1995,1999 und 2002 nunmehr bereits
zum vierten Mal vergeben, der e.o. plauen Förderpreis bereits zum dritten Mal nach
1997 und 2002.
Die Entscheidung für die beiden Preisträger hatte die hochrangige Jury bereits im Frühjahr des vergangenen Jahres getroffen.
Die Jury stand unter dem Vorsitz von Plauens ehemaligem Oberbürgermeister, dem Bildhauer
Dr. Rolf Magerkord. Neben ihm gehörten der Jury an: Gotthard Brandler, der Direktor der Staatlichen Bücher- und Kupferstichsammlung Greiz, der Journalist Harald Eggebrecht von der Süddeutschen Zeitung München, Prof. Gert Ueding, Lehrstuhl für allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen, Professor Barbara Ränsch-Trill, Leiterin des Philosophischen Seminars der Deutschen Sporthochschule Köln, Professor Rainer Schade, Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design Halle sowie als Vertreter des Plauener Stadtrates Wolfgang Rudloff, ehemals Lehrer für Kunstgeschichte am Beruflichen Schulzentrum e.o. plauen in Plauen.



Interessantes Programm rund um die Preisverleihung
Am Vorabend der Preisverleihung, am Donnerstag, 19. Mai 2005, 20.00 Uhr, fand in der Galerie im Malzhaus ein Podiumsgespräch mit Tomi Ungerer, dem e.o. plauen Preisträger 2005, statt.
Am Sonnabend, dem 23. Juli 2005, 18.00 Uhr, sind alle Kunstinteressierten in die Galerie im Malzhaus eingeladen. Dort stellt sich Frank Hoppmann, der e.o. plauen Förderpreisträger 2005, innerhalb seiner Ausstellung in einem Podiumsgespräch den Fragen der Anwesenden.
Verbunden mit der Preisverleihung werden der Preisträger Tomi Ungerer vom 21. Mai bis 3. Juli und der Förderpreisträger Frank Hoppmann vom 9. Juli bis 31. Juli 2005 in der Galerie im Malzhaus dem interessierten Publikum durch Personalausstellungen vorgestellt.



Der e.o. plauen Preis
Der e.o. plauen Preis der Stadt Plauen wird im dreijährigen Rhythmus vergeben.
Erster Preisträger war 1995 der bekannte Cartoonist F. K. Waechter, ihm folgte 1999 der Österreicher Paul Flora und 2002 der Maler, Schriftsteller und Cartoonist Robert Gernhardt.
Mit der Vergabe des e.o. plauen Preises möchte die Stadt Plauen einerseits Erich Ohser, sein Leben, sein Werk und Wirken ehren und andererseits „e.o. plauen“ als Sohn der Stadt Plauen im Gedächtnis bewahren.
Als „Oscar der Cartoonisten“ honoriert der e.o. plauen Preis das Schaffen bedeutender Künstler unserer Zeit im Genre Karikatur/Cartoon, Pressezeichnung und Buchillustration.
Der Preis ist mit der Übergabe einer Kleinplastik und einem Preisgeld von 5.000 Euro verbunden.
Die Plastik, vom Plauener Künstler Hannes Schulze geschaffen, zeigt einen Notizblock mit Bleistift.
Die Inschriften „Vater und Sohn“ und „e.o. plauen“ weisen auf das Schaffen und den Namen jenes Mannes hin, dessen Pseudonym Pate stand für die Bezeichnung des Preises.



Der e.o. plauen Förderpreis
Den e.o. plauen Förderpreis, der bisher zweimal vergeben wurde, erhielt 1997 die gebürtige Ostberlinerin Anke Feuchtenberger, ihr folgte im Jahr 2002 der aus Radeberg bei Dresden stammende und heute in Berlin tätige Grafikdesigner Volker Schlecht.
Er ist mit einem Preisgeld von 2 500 Euro dotiert. Der Preis selbst stellt eine stilisierte silberne Zeichenfeder dar und wurde vom Plauener Silberschmied Mathias Heck geschaffen.



Die e.o. plauen-Gesellschaft
Die e.o. plauen-Gesellschaft wurde am 2. Oktober 1993 im Plauener Hotel „Alexandra“ gegründet.
Prof. Dr. Willi Daume, ehemaliger Präsident des NOK für Deutschland, Dr. Rolf Magerkord, Oberbürgermeister a.D. der Stadt Plauen sowie Christian H. Ohser, Sohn Erich Ohsers gehörten unter anderem zu den Gründungsmitgliedern der e.o. plauen-Gesellschaft, die ihren Sitz in Plauen hat.
Erster Präsident der Gesellschaft war der inzwischen verstorbene Willi Daume, dessen Nachfolge am 29. September 1997 der ehemalige Bundesaußenminister, Prof. Hans-Dietrich Genscher antrat. Gegenwärtiger Präsident ist Dr. Karl Gerhard Schmidt.
Das Hauptanliegen der Gesellschaft ist die Vergabe des e.o. plauen Preises sowie des
e.o. plauen Förderpreises. Durch diese beiden Preise soll das graphische Schaffen in den Genres Karikatur/Cartoon, Pressezeichnung und Buchillustration u. a. durch Ausstellungen und Ausschreibungen gefördert werden. Außerdem lädt die Gesellschaft zu wissenschaftlichen Symposien in die Vogtlandstadt ein.