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Östliche Bahnhofsvorstadt - Administrative Unterstützung

Was  kann  man  sich  unter  dem  Programm „Nachhaltige soziale Stadtentwicklung“ vorstellen?

Quartiersmanagerin Heidi Seeling: In  einem  aufwendigen  Prozess  wurde  die  Östliche  Bahnhofsvor-stadt zunächst einer genauen Prüfung unterzogen. Schwerpunkte der Untersuchung waren zum Beispiel die Wohnsituation, die Bevölkerungs-struktur,  die  wirtschaftliche  Kraft  sowie Aussagen zur sozialen Einordnung oder zu Bildungsmöglichkeiten im Stadtgebiet.

Was hat diese Analyse ergeben?

Aus  dieser  Analyse  heraus  zeigen  sich Bedarfe, die durch ein nichtinvestives  Förderprogramm  für  das  Stadtgebiet  Östliche  Bahnhofsvorstadt gedeckt werden können und das Gebiet damit aufwerten sollen. Besonders deutlich wurde, dass im Bereich der Beratungsangebote für sozial benachteiligte Menschen und Langzeitarbeitslose  ein  deutlicher  Handlungsbedarf besteht. Hinzukommen müssen Angebote für Alleinerziehende, Kinder und Jugendliche sowie eine Vielzahl an Integrationsprojekten.

Was kann nun für die Menschen in  der  Östlichen  Bahnhofsvorstadt getan werden?

Über  einen  Zeitraum  bis  zum  Jahr  2021 werden Projekte gestartet, die der Verbesserung der persönlichen Lebenssituation von sozial benachteiligten Menschen förderlich sind. Neben der Stadt Plauen sind Vereine, Initiativen und lokale Akteure einbezogen, die insgesamt 14 Einzelprojekte und zwei begleitende Maßnahmen zur Umsetzung bringen wollen.

Und nun kommt der ESF ins Spiel?

Richtig. Der Europäische Sozialfonds (ESF)  ist  das  wichtigste  Förderinstrument  der  Europäischen  Union.  Er  verbessert  den  Zugang  zu  bes-seren Arbeitsplätzen, bietet Qualifizierung und unterstützt die soziale Integration.  Mit  den  Mitteln  aus  diesem Fonds können von nun an Projekte der Östlichen Bahnhofsvorstadt umgesetzt werden. Sie sollen helfen, die festgestellten Lücken zu schließen.  Vor  allem  aber  geht  es  darum,  den  Menschen  im  Wohngebiet  Unterstützung  anzubieten,  Kinder und Jugendliche zu aktivieren und sozial benachteiligte Leute mit besonderen Aktivitäten zu fördern.

Gibt es schon Projekte?

Ja, eines hat bereits  seine Arbeit aufgenommen. Am 4.November 2017  wurde das Projekt „JuLe“ begonnen. „JuLe“ steht für „Junges Leben“ und ist eine Familienservicestelle, die auf der Jößnitzer Straße 48 kürzlich neue Räume bezogen hat. „JuLe“ wird Workshops, Kurse, Beratungen und Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche, Eltern und  benachteiligte Familien aus  diesem  Stadtgebiet  anbieten. 

Können Sie weitere Projekte verraten?

Das Projekt Repair-Café der Arbeitsloseninitiative  Sachsen  e.  V.  trägt  nachhaltigen Charakter. Defekte Kaffeemaschinen, Radios oder andere Haushaltgeräte sollen unter Anleitung  eines  Fachmannes  repariert  werden und damit wieder nutzbar sein. Klingt ziemlich simpel, verlangt aber neben Fingerspitzengefühl und handwerklichem  Geschick  auch  eine Portion Durchhaltevermögen. In Café-Atmosphäre werden soziale Kompetenzen eingeübt und so die Teilhabe am Leben verbessert oder gar erst wieder möglich gemacht. Eine Pflanzaktion an der Pauluskirche  wird  im  Herbst  des  nächsten  Jahres  beginnen.  Gemeinsam  mit  einem Landschaftsgärtner und der Kirchgemeinde geht es darum, die Außenanlagen der Paulusgemeinde zu begrünen. Angesprochen werden mit dieser Maßnahme junge Menschen, deren Weg in das Berufsleben bisher steinig war und nicht zu einem erfolgreichen Abschluss geführt hat.

Welche Unterstützung leistet die Stadt Plauen?

Die  Stadt  Plauen  koordiniert  alle  Angebote  und  unterstützt  bei  der  Antragstellung. Das sind die begleitenden Maßnahmen, die ich eingangs beschrieben habe.  Als Stadtteilmanager habe ich die Aufgabe, die Einzelprojekte in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Projektträgern sowie weiteren Gruppen, Initiativen oder Vereinen, die in der Östlichen Bahnhofsvorstadt aktiv sind, zu koordinieren und zu vernetzen. Das Verfahren zur Antragstellung, Bewilligung und Abrechnung ist sehr aufwendig und fordert von den Trägern der einzelnen  Maßnahmen  eine  Menge  ab. Die  Stadt  Plauen  stellt  deshalb  zur  administrativen Unterstützung dieser anspruchsvollen Aufgabe den Trägern eine Begleitung zur Verfügung. Auch dieses Angebot hat bereits begonnen.

Wohin können sich Interessierte wenden?

Gegenwärtig  nutzen  wir  zur  Beratung  und  Unterstützung  unserer  Projektpartner noch die Räumlichkeiten im Rathaus. Im Zimmer 251 sind wir dienstags von 10 Uhr bis 12 Uhr sowie donnerstags von 13 Uhr bis 15 Uhr persönlich erreichbar. Telefonisch kann unter der Rufnummer +49 3741 291-1655  Kontakt  aufgenommen  werden.  Natürlich ist es von Vorteil, im Fördergebiet direkt vor Ort zu sein. Das erleichtert die Kommunikation untereinander, Wege werden verkürzt und ein tragfähiges Netzwerk kann so leichter entstehen. Noch suchen wir aber nach einem geeigneten Objekt. Ansprechpartner in der Plauen: Quartiersmanagement  ESF:  Heidi  Seeling, Tel.: +49 37417 291-1655, E-Mail:  heidi.seeling@plauen.de. Administrative Unterstützung:  Karin Reinicke, Tel.: +49 3741 291-1655,  E-Mail: karin.reinicke@plauen.de.