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Repair-Café

Reparieren statt wegwerfen, das scheitert oft an hohen Kosten, mangelndem Wissen oder fehlendem Spezialwerkzeug. Repair-Cafés und Repariertreffs wollen und sollen hier Abhilfe schaffen.

Die Menschen bekommen die Dinge nicht repariert, sie sollen mitmachen. Ob wacklige Stühle, defekte CD-Spieler oder Papas altes Spulentonband, wer damit ins Repair-Café kommt, muss selbst zum Schraubenzieher greifen.

Beim Repair-Café handelt es sich nicht um einen unentgeltlich zu betrachtenden Reparaturdienst, sondern um ein Angebot, das zeigen möchte, wie die Menschen einen Beitrag zur Ressourcenschonung und gegen die Wegwerfmentalität leisten können. Das nichtkommerziell angelegte Repair-Café ist daher eindeutig von gewerblichen Reparaturangeboten zu trennen, es dient als sozialer Treffpunkt für Menschen aus den unterschiedlichsten Kontexten.

Der "Café-Charakter" des Repair-Cafés soll dabei Menschen zusammenführen und ihnen die Teilhabe am öffentlichen und gesellschaftlichen Leben ermöglichen.

Als Alltagspraxis ist Reparieren nicht neu. Neu ist, dass sich Menschen in Reparatur-Treffs, Repair-Cafés und anderen Reparatur-Initiativen zusammenschließen, um gemeinsam dem schnellen und geplanten Verschleiß entgegenzutreten. Neu ist, dass sie in kritischer Absicht reparieren und ihr Tun als nachhaltige Praxis verstehen.

Das Angebot richtet sich vor allem an Menschen, die nur schwer auf dem Arbeitsmarkt vermittelbar sind, Menschen mit unterbrochenen Erwerbsbiographien und anderen sozial benachteiligten Personen. Ihnen soll die Möglichkeit geboten werden, Dinge des täglichen Lebens unter fachkundiger Anleitung und im Gespräch miteinander wieder in einen gebrauchsfähigen Zustand zu versetzen und weiterhin nutzen zu können.

Der methodische Ansatzpunkt des Projektes ist, dass Menschen aus dem Bezug des SGB II und XII und andere sozial benachteiligten Personen vor allem dann ein positives Verhältnis zur Arbeitswelt, zu Bildung und unseren allgemein anerkannten interkulturellen Werten und Normen entwickeln, wenn diese als persönlich sinnvoll wahrgenommen werden, den eigenen Interessen und Fähigkeiten entsprechen, ohne Leistungsdruck stattfinden, und mit sozialer Anerkennung der erworbenen oder bereits bestehenden Fähigkeiten verbunden sind.

Fast jeder bringt Fähigkeiten aus momentanen oder zurückliegenden Berufserfahrungen, aus der Jugend, aus sozialen Aktivitäten oder Hobbys mit, die auch für andere Menschen/Unternehmen interessant und vermittelbar sind.