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PlauenerCity900+

Plauen erhält 2,7 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“. Mit dem Projektaufruf vom 22. Juli 2021 hatte das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) in ganz Deutschland Kommunen aufgerufen, Interessensbekundungen für das Bundesprogramm einzureichen. Die Stadt Plauen erarbeitete ein Konzept, bewarb sich – und erhielt einen Zuschlag.

Gemeinsam mit Akteuren der Innenstadt und den Bürgern soll die Bahnhofstraße, der Postplatzbereich und die Altstadt weiterentwickelt werden. Die in Aussicht gestellten Finanzmittel sollen beispielsweise für Anmietung leerstehender Ladenlokale, die Aktivierung eines Innenstadtverantwortlichen, Studien und Konzepte sowie für die Etablierung eines Regionalkaufhauses verwendet werden.

Folgende Maßnahmen sind im Projekt Projekt PlauenerCity900+ geplant:

1 - Erstellung eines innovativen Innenstadtkonzeptes mit den Schwerpunkten Mobilität & Digitalisierung

  • ein Mobilitätskonzept, das unterschiedliche Nutzungsansprüche berücksichtigt
  • Maßnahmen zur Belebung und Gestaltung des öffentlichen Raumes
  • modellhafter Beteiligungsprozess für die Öffentlichkeit (ggf. mit der temporären Anmietung von einem Ladenlokal)

2 - Fortschreibung Einzelhandelskonzept für den Versorgungsbereich "Einkaufsinnenstadt"

  • Aktualisierung der Daten- und der alten Informationsstände
  • Untersuchung Einflussnahme aktueller Entwicklungen (Trends)
  • modellhafter Beteiligungsprozess für die Öffentlichkeit

3 - Planungsstudie zur Erreichbarkeit der Innenstadt (Bahnhofstraße + Altstadt) mit dem Schwerpunkt E-Mobilität

  • Untersuchung der Erreichbarkeit und Anbindung der Innenstadt bezugnehmend auf die neuen Mobilitätsmuster und -angebote (z. B. Abstellflächen für E-Bikes, E-Scooter und Lastenräder
  • Gestaltung der Verkehrsräume in Hinblick auf den öffentlich, privaten und gewerblichen Verkehr
  • modellhafter Beteiligungsprozess für die Öffentlichkeit

4 - Machbarkeitsstudie Regionalkaufhaus - Schwerpunkt Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, einschließlich Gutachten zur Standortwahl

  • Untersuchung zur Entwicklung und Etablierung eines Regionalkauf-hauses mithilfe eines nachhaltigen und wirtschaftlich tragfähigen Konzeptes
  • Unterstützung der nachhaltigen Entwicklung durch Direktvermarktungsinitativen
  • modellhafter Beteiligungsprozess für die Öffentlichkeit

5 - Lokale Online-Plattform Regionalkaufhaus

  • Marktplatz-Plattform zur Präsentation von lokalen Händlern und Dienstleistern mit Übersicht des aktuellen Produktangebotes

6 - Bildung eines Verfügungsfonds

  • Förderung/Unterstützung von Kleinprojekten zur Belebung und Aufwertung der Plauener Innenstadt
  • z. B. Illumination der Plauener Innenstadt, Schaufensterwettbewerbe, Musikabend von Balkon, Bepflanzung der Innenstadt, Zwischennutzung von Baulücken, Grüne Woche, Kreative Straße, öffentliche Tafel der Gastronomen, etc.

7 - City Agentur mit Innenstadtverantwortlichem

  • Angliederung an den existierenden Dachverband Stadtmarketing
  • Entwicklung, Planung, Budgetierung und Realisierung von Projekten
  • Netzwerkarbeit und Zusammenarbeit mit Akteuren der Innenstadt
  • aktives Leerstandsmanagement

8 - Beteiligung und Öffentlichkeitsarbeit unter Leitung des Innenstadtverantwortlichen

  • Informationen folgen

9- Vorrübergehende Anmietung von leerstehenden Räumlichkeiten

  • Showroom regionales Handwerk (Musikinstrumentenbau)
  • Co-Working- Spaces
  • Ausprobier-Geschäft für Einsteiger
  • regionales Schaufenster für Kunst, Kultur, Handel, Wirtschaft und Vereine
  • Multifunktionale öffentliche Räume für Bürgerwerkstätten, Beteiligungsveranstaltungen zu den Maßnahmen, Informationsveranstaltungen, Planungswerkstätten, Verkaufsflächen für regionale Erzeuger etc.

10 - Innenstadtmarketing

  • Etablierung eines Innerstädtischen Lieferdienstes
  • 360 Grad Rundgang mit unterschiedlichen thematischen Ausrichtungen (Tourismus, Einkauf, Kunst etc.)
  • virtuelle/digitale Guides in der Innenstadt
  • Maßnahmen zur Steigerung des Erlebnisses "Innenstadtbesuchs"

11 - Geringfügig baulich-investive Maßnahmen

  • Umsetzung bestimmter Teile der erstellten Konzepte (Kleinmaßnahmen)
  • mobiles Stadtgrün
  • Hotspots als Voraussetzung der virtuellen/digitalen Innenstadt

Hintergrund zum Projekt, Förderung und Fördersumme

Viele Städte und Gemeinden sind von tiefgreifenden Veränderungen in ihren Innenstädten und Zentren betroffen. Vor allem der anhaltende Strukturwandel im Einzelhandel, aber auch Veränderungen in Tourismus, Gastgewerbe, Kultureinrichtungen, gewerblichen Nutzungen und der Wohnnutzung erfordern z.T. erhebliche funktionale, städtebauliche und immobilienwirtschaftliche Anpassungen in den Innenstädten und Zentren. Veränderte Ansprüche und notwendige Anpassungen wie Klimaschutz, Mobilität, Wohnen und Freiraumgestaltung erfordern neue Lösungen.

Mit dem Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ fördert das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) deshalb innovative Konzepte und Handlungsstrategien und deren teilweise Umsetzung zur Stärkung der Resilienz und Krisenbewältigung in Städten und Gemeinden.

Da dies nur als Gemeinschaftsaufgabe gelingen kann, wird dabei besonderer Wert auf die Entwicklung von Akteurskooperationen zwischen Bürgern, Eigentümern, Investoren, Verwaltung, Unternehmern und Kreativen, insbesondere jungen „Stadtmachern“ gelegt.

Für das Programm stellt der Bund insgesamt 250 Mio. EUR Fördermittel bereit.  Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) wurde vom BMI mit der Umsetzung des Förderprogramms beauftragt. Die geplanten Projekte müssen bis spätestens 31.08.2025 abgeschlossen sein.

Am 28. Oktober hat die Stadt den Zuwendungsbescheid dafür erhalten. Dieser ist mit einer Fördersumme von 2,7 Millionen Euro verbunden. Hinzu kommen 300.000 Euro Eigenanteil der Stadt.