Anfrage Stadträtin Claudia Hänsel, Vorsitzende der Fraktion Die Linke/Grüne, in der Sitzung des Stadtrates der Stadt Plauen vom 15.04.2025, TOP 5. Anfragen, öffentlicher Teil:
Stadträtin Claudia Hänsel, Fraktion Die Linke/Grüne, führt aus, dass mehrere Kleingärten in der Umgebung verwaist seien. Es gäbe wohl Möglichkeiten, diese Kleingärten in verschiedene kleinere Parzellen zu unterteilen und diese z. B. an Vereine verpachtet werden könnten.Sie fragt nach, ob solch eine Vorgehensweise in Plauen angedacht sei.
Bürgermeisterin Kerstin Wolf antwortet:
Im Kleingarten-Konzept der Stadt Plauen nimmt die Leerstands-Problematik eine zentrale Rolle ein. Dies spiegelt sich im Leitbild und den zugehörigen Leitlinien deutlich wieder.
Weiterführend werden Handlungsansätze formuliert, die dazu beitragen sollen, einen kontinuierlichen Umbauprozess in Gang zu setzen. Folgende Beispiele können hierfür genannt werden:
- Fusionen und Kooperationen mit anderen Vereinen eingehen
- Aufbau eines Leerstands- und Umbaumanagements für jede Anlage
- Kooperationen mit Akteuren vor Ort
Es ist das erklärte Ziel, dem vorhandenen und zu erwartenden Leerstand durch ein möglichst breites Maßnahmen-Cluster entgegenzusetzen. Dabei ist jedoch eine Teilung von Parzellen (max. 400 m²) wenig hilfreich. Es wird vielmehr eine Vergrößerung bzw. Zusammenlegung der Parzellen angestrebt. Somit können beispielsweise:
- Benachbarte Gartennutzer ihre Pachtfläche (unter bestimmten Voraussetzungen) vergrößern
- Vereine eigene Projektideen besser umsetzen (z.B. Festwiese, Parkplatz, Schaugarten)
- Herauslösen größerer Flächen aus der Anlage (z.B. zur Renaturierung)
Hinsichtlich der Zusammenarbeit mit anderen Vereinen gibt es in Plauen schon gute und erfolgreiche Projekte, die zur Minimierung der Überkapazitäten beitragen. Hierbei können unter anderem die Projekte »Tafelgärten« und »Enkelgarten« benannt werden. Perspektivisch könnten sich weitere Kooperationen ergeben. Z. B.:
- Zusammenarbeit mit Schulen und Kindereinrichtungen (z. B. »Grünes Klassenzimmer«)
- Zusammenarbeit mit Senioreneinrichtungen zur aktiven Freizeitgestaltung
- Zusammenarbeit mit Kunst- und Kulturvereinen (z. B. Outdoor-Kunst-Gestaltung)
- Zusammenarbeit mit Naturschutzvereinen (z. B. Bienen- oder Öko-Garten)
Eine Umsetzung von Projektideen ist jedoch immer im Einzelfall zu prüfen. Dabei ist der Handlungsspielraum der Kommune begrenzt. Viel wichtiger sind engagierte Ehrenamtliche vor Ort, die räumlichen Gegebenheiten sowie die organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen. Die vorhandenen Erfolge bilden dabei wichtige Impulsgeber, die Mut und Zuversicht zur Nachahmung geben sollten.