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Datum: 12.12.2025

Sagen zum Leben erwecken lassen - Escape-Room im Vogtlandmuseum eröffnet

Im Vogtlandmuseum in der Nobelstraße können ab kommendem Jahr große und kleine Rätselfreunde einen Escape-Room knacken. Was geschieht, wenn man den Zorn eines jahrhundertealten Schutzgeistes weckt? Und wie kann man einen magischen Spuk wieder bannen? Diesen Fragen gingen Schülerinnen und Schüler der Montessori-Grundschule in ihrem Herbstferienprojekt nach: Sie entwickelten und bauten einen Escape-Room zum Thema »Mühlen« und »vogtländische Sagen«.
Konkret geht es um die alte vogtländische Sage vom Mühlgötz zu Plauen. Bei kleinen Rätseln und Aufgaben können sich Teams mit bis zu sechs Personen durch den extra dafür eingerichteten und gestalteten Raum kämpfen. Ab kommender Woche (51. Kalenderwoche) startet zunächst eine Testphase, in der eventuell auftretende Probleme behoben werden. Hierfür können sich Gruppen oder Familien beim Vogtlandmuseum anmelden. Geeignet ist das Rätselerlebnis für Kinder ab sechs Jahren in Begleitung eines Erwachsenen.
Bürgermeister Tobias Kämpf ist einer der ersten Tester des Escape-Rooms.
»Wir wollen junge Menschen auf neuen Wegen in unser Museum bringen. Mit der Verbindung von regionalem Kulturerbe und Rätselspaß ist uns das auch gelungen. Es handelt sich dabei nicht um einen herkömmlichen Escape-Room, sondern um einen gemeinsam mit Schülern, Lehrern und Ehrenamtlern geschaffenen Raum, der einen neuen Weg zur Mitgestaltung des Museums ermöglicht hat. Wir verstehen unseren Escape-Room daher als ein pädagogisches Mittel, der schon während der Entstehung die mitwirkenden Kinder begeistert hat«, so Bürgermeister Tobias Kämpf.
Nach Abschluss der Testphase im neuen Jahr öffnet der Escape-Room dann für alle Interessierten. Dafür wird unbedingt um Voranmeldung gebeten.
Der Eintritt in den Escape-Room beträgt 30 Euro pro Gruppe zuzüglich sieben Euro Eintrittspreis für Erwachsene ins Museum und ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Mindestens bis in die Sommerferien 2026 soll der Raum zum Rätseln geöffnet sein.
Hintergrund:
Inspiriert von der alten vogtländischen Sage vom Mühlgötz zu Plauen entstand ein interaktives Rätselerlebnis. Die Überlieferung handelt von einem leichtsinnigen Mühlknappen, der die hölzerne Schutzfigur der Oberen Mühle zu Plauen nicht ernst nahm und sie eigenmächtig im Mühlbach »baden« wollte. Als Strafe entfesselte er einen gewaltigen Spuk: Gegenstände flogen durch die Luft, Menschen tanzten unkontrolliert und ein Holzknüppel verprügelte den Frevler - bis er den Mühlgötz reumütig an seinen Platz zurückbrachte.
Das Projekt war in zwei Phasen gegliedert und startete in den Herbstferien: Zu Beginn wurde in der Montessori-Grundschule gewerkelt, gebaut und getüftelt. Die Kinder entwickelten Rätsel, gestalteten Requisiten und erschufen die Atmosphäre einer alten vogtländischen Mühle. Unterstützt wurden sie dabei vom Verein Sternenlabor, einer Mitmachwerkstatt, die technisches Know-how und moderne Fertigungsmethoden wie 3D-Druck einbrachte.
Im Anschluss wurde der Escape-Room im Vogtlandmuseum aufgebaut. Hier verbindet sich regionales Kulturerbe mit spielerischem Lernen und modernster Technik - ein Spaß für die ganze Familie und ein Ansatz, der Tradition und Innovation zusammenführt.
»Dieses Projekt zeigt, wie lebendig Kulturvermittlung sein kann", betont Sebastian Dressel, Fachdirektor des Vogtlandmuseums. »Die Kinder setzen sich intensiv mit vogtländischem Kulturgut auseinander, lernen handwerkliche und technische Fertigkeiten und erleben, wie aus historischen Erzählungen ein modernes Erlebnis wird. Gleichzeitig schaffen sie etwas, das nicht nur von ihnen selbst, sondern auch von anderen genutzt werden kann.«
Alle Informationen zum Vogtlandmuseum gibt es unter www.vogtlandmuseum-plauen.de

Anlagen

Vorraum des Escape-Rooms - c Vogtlandmuseum | Thomas Pensold.jpg (10133 kB)
Bürgermeister Tobias Kämpf und Simon Joneit von der Montessori-Schule im Escape-Room - c Stadt Plauen | Maximilian Holtz.jpg (9574 kB)
Simon Joneit (links) und Marco Mädler (rechts) von der Montessori-Schule zusammen mit den Schülern - c Stadt Plauen | Maximilian Holtz.jpg (14462 kB)