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Warum Plauen?

Der Anfang

1989 begannen die Proteste gegen das vorherrschende Regime der damaligen DDR. Der 7.10.1989 in Plauen gilt als auslösender Funke, denn hier fand die erste Massendemonstration auf dem Gebiet der ehemaligen DDR statt, die friedlich blieb. Dem Aufruf Plauener Oppositioneller zu einer Demonstration auf dem Otto-Grotewohl-Platz folgen ca. 15.000 Bürger.

Friedliche Revolution in Plauen - 7. Oktober 1989

Filmmaterial bereitgestellt von Zeitzeuge Detlef Braun

Würdigungen

Ein Höhepunkt war der Besuch des damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler am 7. Oktober 2009 in Plauen, der die Plauener Rolle im Herbst 1989 damit besonders würdigte. Deutschlandweite Berichterstattung rückte Plauen in den Fokus. Der damalige Ministerpräsident Sachsens Stanislaw Tillich lobte 2010 die Plauener Demonstranten, die 1989 Tausenden Menschen in Dresden und Leipzig "eine Gasse gebahnt" und sich damit einen Platz in den Geschichtsbüchern erkämpft hätten. 

Joachim Gauck, Bundespräsident a.D., lobte: „Viele Leute sind ermutigt worden durch den Mut der Plauener." Und auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte im Sommerinterview 2019 mit dem ZDF in Plauen: "Die mutigen Plauenerinnen und Plauener, die am 7. Oktober 1989 auf die Straße gingen, waren Vorbilder für viele andere, die in den folgenden Tagen republikweit für politische Reformen demonstrierten und die friedliche Revolution einleiteten. Der Stolz der Menschen Ihrer Stadt auf das, was sie mit ausgelöst haben, ist sehr berechtigt."

Geschichtswissenschaftler sehen in Plauen ein Epizentrum und einen Hotspot der friedlichen Revolution 1989 in der DDR. Die spontane Massendemonstration am 7. Oktober 1989 wird als »Moment der Revolution«, als »das eigentliche Beben«, als »erster Sieg über die Staatsmacht« und als »Durchbruch« bewertet, zwei Tage vor den Ereignissen am 9. Oktober in Leipzig, die jedoch die Entscheidung brachten. Plauen gilt als erste ostdeutsche Stadt, die einen geeinten Willen zur Wende ausdrückte; sie war die einzige, in der der ostdeutsche Umbruch von Anfang an eine Sache der Massen war. Zwischen Oktober 1989 und Mai 1990 spielte Plauen weiterhin eine Sonderrolle: Es hatte sich nicht nur zeitlich an die Spitze der Bewegung gesetzt, sondern hob sich für eine Stadt mittlerer Größe mehrfach durch besonders hohe Teilnehmerzahlen an den Samstagsdemonstrationen hervor: 35.000 oder gar 40.000 waren es am 21.10.89, etwa 30.000 am 28.10.89. Die Stadt war bis zum März 1990 Schauplatz von insgesamt 22 Massendemonstrationen. In Plauen verband sich sehr früh das Verlangen nach Reisefreiheit mit dem Wunsch nach Wiedervereinigung. Auch inhaltlich befand sich die Stadt, deren Forderungen in Richtung deutscher Einheit in der DDR am weitesten gingen, an der Spitze.

Wende-Denkmal

Am 7. Oktober 2010 war das Wende-Denkmal in Plauen eingeweiht worden. Viele begeisterte Plauener wohnten der Enthüllung bei. Die Spitzenstadt spielte hier einmal mehr eine Vorreiterrolle: 2008 war die Idee geboren wurden, nur zweieinhalb Jahre später stand das Denkmal dank vereintem Bürgerwillen und unterstützt durch die Serviceclubs im Zentrum der Stadt.

Bild vergrößern: Wende-Denkmal der Stadt Plauen © Stadt Plauen
Wende-Denkmal der Stadt Plauen

Warum hier?

Die Stadt, die in direkter Nachbarschaft zur bayrischen Landesgrenze liegt und mit dem bayerischen Hof eine Städtepartnerschaft seit 1987 pflegt, durch die die Züge mit Prager Botschaftsflüchtlingen gefahren waren, die in unmittelbarer Nähe des „geteilten Dorfes Mödlareuth“ liegt, sie will gemeinsam mit der Stadt Leipzig Standort werden für das „Zukunftszentrum für Europäische Transformation und Deutsche Einheit“.

Seit 1962 verbindet das tschechische Asch und das deutsche Plauen eine intensive Städtepartnerschaft, die in der Zeit des kalten Krieges entstand, über die Friedliche Revolution 1989 hinweg begleitet wurde und bis heute mit regem Austausch gepflegt wird. Die Regionen Plauen/Vogtland, Oberfranken und Nordwestböhmen hatten über Jahrzehnte hinweg unmittelbare Berührung mit dem „Eisernen Vorhang“. Nach dessen Fall erlebte jede dieser Regionen ihre spezifische, heute noch nicht abgeschlossene Transformationsgeschichte.

Auch mit dem litauischen Siauliai, dem ungarischen Cegled, dem polnischen Pabianice und dem ukrainischen Solotonscha unterhält Plauen partnerschaftlichen Austausch – die Städte gehen seit Jahren Hand in Hand in die europäische Zukunft