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Plauener Stadtnachrichten

26.09.2019

Plauens Rolle 1989

John Connelly, amerikanischer Historiker:
"Plauen war die erste ostdeutsche Stadt, die einen geeinten Willen zur Wende ausdrückte". Einen Tag vor Dresden, zwei Tage vor dem berühmten Montag in Leipzig."

Superintendent Thomas Küttler bezeichnet diese erste große Zusammenkunft in Plauen am 7. Oktober 1989 als "auslösenden Funken".

30 Jahre ist es her, dass die Menschen im Osten Deutschlands mit ihrer Friedlichen Revolution die Mauer zu Fall brachten, die die beiden Teile Deutschlands trennte.

Ein maßgebliches Kapitel in dieser Geschichte schrieb die vogtländische Stadt Plauen. Denn hier fand erstmals statt, was für die weitere Dynamik der Demonstrationen 1989 auf dem damaligen Gebiet der DDR wichtig war; hier fand die erste Demonstration statt, die friedlich ausging, und bei der die Staatsmacht kapitulierte und zurückwich. Das war zwei Tage vor der berühmteren Montagsdemo am 9. Oktober 1989 in Leipzig. In diesem Jahr, dem 30. danach, wird an diese besondere Zeit für und in Plauen mit einer Vielzahl von Veranstaltungen erinnert.

Ein Höhepunkt ist die Veranstaltung im Herzen der Stadt, am Wende-Denkmal, am 7. Oktober 2019. Mit dem Glockengeläut der Lutherkirche und der Begrüßung durch den Oberbürgermeister der Stadt Plauen, Ralf Oberdorfer, wird die Gedenkveranstaltung am Wende-Denkmal eröffnet werden. Der Oberbürgermeister übergibt das Wort an den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer und an den Landesbischof Dr. Carsten Rentzing aus Dresden, der die damaligen Ereignisse aus Sicht der Kirche schildert.

Als besonderen Gast dürfen die Plauener*innen an jenem denkwürdigen Tag den Bundespräsidenten a.D., Professor Joachim Gauck begrüßen, der ebenfalls einige Worte an die Anwesenden richten wird. Danach wird Wolfgang Sachs als Zeitzeuge, aber auch als Vorsitzender des Initiatorenkreises "Wende Denkmal" das Wort ergreifen und über die Entstehung des Denkmals berichten. Im Anschluss geht es zum Südportal der Lutherkirche. Traditionell können dort wieder Kerzen "In Erinnerung an die friedliche Kraft der Kerzen" entzündet werden. Dank der Unterstützung des Freistaates Sachsen kann in diesem Jubiläumsjahr ein einmaliges Projekt verwirklicht werden: An die gegenüberliegende Rathausfassade wird eine animierte 3 D Laser-Grafikshow projiziert, die die Ereignisse in Plauen 1989 zeigt. Ein Friedensgebet in der Lutherkirche bildet den Abschluss der Gedenkveranstaltung.

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts

Hintergrund

Aus der Geschichte in Plauen

7. Oktober 1989: Es war der Nationalfeiertag der DDR. Die Plauener aber ließen sich weder von Stasi, bewaffneten Einsatzkräften oder Wasserwerfern daran hindern, für ein Ende der SED-Diktatur zu demonstrieren.

Und obwohl bereits am 7. Oktober - und damit zwei Tage vor dem berühmteren Montag in Leipzig - in Plauen die erste Massendemonstration stattfand, vor der die Staatsmacht kapitulieren musste, standen in der öffentlichen Wahrnehmung die Plauener im Schatten von Leipzig und Berlin. Die Plauener aber markierten den Wende-Punkt im dramatischen Revolutionsherbst des Jahres 1989.

Geeinter Willen zur Wende

Der amerikanische Historiker John Connelly sagt später dazu, "Plauen war die erste ostdeutsche Stadt, die einen geeinten Willen zur Wende ausdrückte". Einen Tag vor Dresden, zwei Tage vor dem berühmten Montag in Leipzig. Superintendent Thomas Küttler bezeichnet diese erste große Zusammenkunft in Plauen als "auslösenden Funken".

Thomas Küttler war es auch, der die drohende Eskalation der beiden Fronten während dieses ersten großen Protestes verhinderte. Die Fronten - das sind Bürger auf der einen und Staatsdiener auf der anderen Seite. Die letztgenannten wollten die Zusammenkunft, die friedlich war, mit allen Mitteln verhindern. Setzten Wasserwerfer ein. Marschierten in voller Montur auf. Thomas Küttler wurde ein Megaphon gereicht, er stieg auf das Geländer des Rathausvorplatzes und rief zum Gewaltverzicht auf. Erfolgreich.

Jugendliche weisen Wahlfälschung nach

30 Jahre ist es nun her, dass die Trennung Deutschlands Geschichte ist. Mutige Bürger wehrten sich tatkräftig gegen das Regime, und gerade in der vogtländischen Stadt Plauen wurde viel bewegt. Seit Januar erinnern in und um Plauen Ausstellungen, Dokumentationen und Veranstaltungen an die historischen Ereignisse 1989.

Überall in Ostdeutschland machte sich damals Unruhe breit, und vor allem in Plauen passierte viel. Oppositionelle Jugendliche beobachten die Wahlbeteiligung im Mai des Jahres 1989 und reichen kurz darauf einen Einspruch gegen das Endergebnis der Stadtverordnetenwahl ein. Denn - es stimmt nichts. Das ist offensichtlich. Die Zahlen sind gefälscht.

Im restlichen Deutschland macht sich zum selben Zeitpunkt eine Ausreisewelle breit, die auch vor der Spitzenstadt nicht Halt macht. Die Plauener sind aufgerüttelt, trauen sich, den Mund aufzumachen. Flugblätter machen die Runde, laden ein zur großen Protestdemo auf dem Theaterplatz - am 7. Oktober. Die Plauener wollen, was fast alle in der DDR wollen - Meinungs- und Pressefreiheit, Reisefreiheit, Versammlungs- und Demonstrationsrecht. Alle sollen mitmachen, ausdrücklich steht geschrieben: "Überwindet Eure Lethargie und Gleichgültigkeit! Es geht um unsere Zukunft!"

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Nadine Läster

Redaktion Plauener Stadtnachrichten

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