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Plauener Stadtnachrichten

20.05.2020

Neues Depot des Vogtlandmuseums eingeweiht

Groß ist die Freude über das neue Sammlungsdepot des Vogtlandmuseums in der Seminarstraße 15, welches jetzt offiziell eingeweiht wurde. Von einem Aufbruch in eine neue Zeit spricht Bürgermeister Steffen Zenner. "Bisher waren alle Sammlungsgegenstände dezentral verteilt." Bereits vor einigen Jahren reifte die Idee für ein zentrales Depot in den Gebäuden der ehemaligen Berufsschule in der Seminarstraße. "Der Kompromiss bestand darin, das Erdgeschoss schulisch zu nutzen", so Zenner. Sonst hätte die Stadt Fördergeld zurückzahlen müssen. Im kompletten Haus A befindet sich die Dittes-Grundschule, im Erdgeschoss des Hauses B und auch im Haus C wird hingegen nur ein Teilbereich schulisch genutzt.

Dr. Martin Salesch und Mariana Zell im Depot für Gemälde.

Dr. Martin Salesch und Mariana Zell im Depot für Gemälde.

Nach einem knappen Jahr - so lange standen die Räume leer - konnte man schon ins Haus B einziehen. Renovierungsarbeiten waren nicht nötig, dafür der Einbau von Brandschutz- und Alarmanlagen. Dr. Martin Salesch, Direktor des Vogtlandmuseums, hat dem neuen Depot den Stempel aufgedrückt. So entstand im ersten Geschoss ein großer Arbeitsraum mit Regalen, mit Lichtschutz und Klimatisierung, um wissenschaftlich arbeiten zu können. "Das war bisher in den Lagerstätten nicht möglich. Auch wenn Wissenschaftler von extern kommen, wird ein Arbeitsplatz gebraucht." Die Bibliothek nebenan ist bereits gut eingerichtet, Literatur jeder Genres und historische Zeitungsbestände lagern übersichtlich in den Regalen.

In der zweiten Etage befinden sich die Depot-Räume für Kunsthandwerk, Grafik und Gemälde. Die neue Gemäldezuganlage fasst den ganzen Raum und ist auch nötig, denn insgesamt rund 5000 Gemälde, die bisher in der Nobelstraße im Museum mit lagerten, werden hier zukünftig aufbewahrt. Erst ein kleiner Teil davon ist umgezogen. In den Schränken des Kunsthandwerk-Depots stehen Porzellan und Keramik, rund 2000 Stücke, teils vom Krieg beschädigt. Neu im Team ist Restauratorin Mariana Zell, die aus dem Ruhrgebiet ins Vogtland gezogen ist. Sie wird hier zukünftig tätig sein. Das Vogtlandmuseum verfügt über mindestens 200.000 Exponate. 80 Prozent davon sind katalogisiert, erst zehn Prozent digitalisiert. Eines der alten Depots wird bleiben, in der Nobelstraße lagern unter anderem Exponate für die jährliche Weihnachtsausstellung. Drei andere Depots aber werden geschlossen. Der Umzug soll behutsam geschehen und ist auch ein logistischer Aufwand. "Die Sachen müssen verpackt, transportiert, gesäubert und ausgepackt werden", so Dr. Martin Salesch.

Haus B (rechts) und Haus C sind miteinander verbunden.

Haus B (rechts) und Haus C sind miteinander verbunden.

Das Haus C ist für große Exponate wie Textilmaschinen oder Möbel vorgesehen. Allerdings muss hier baulich einiges getan werden. "Dafür müssen wir Fördermittel akquirieren", sagt der Bürgermeister. Und: "Wir wollen vom Haus B zum Haus C einen Schulterschluss vollziehen." Ein autarker Eingang ist vorgesehen. Auch ein Fahrstuhl ist geplant. Vorstellen kann man sich nicht nur eine Zusammenarbeit mit der benachbarten Grundschule, sondern man will auch den Plauenern das Depot zeigen: als Schaudepot zum Tag des offenen Denkmals im September oder auch zur Museumsnacht nächstes Jahr.

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Nadine Läster

Redaktion Plauener Stadtnachrichten

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