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Datum: 11.06.2024

Kinder, Bürger und Fachleute geben Empfehlungen für attraktiven Fußverkehr

Acht Kommunen nehmen am sachsenweiten Wegecheck teil, bei dem Bürger mit Experten einen Teil der Fußwege, Straßenüberquerungen, und Schulwege unter die Lupe nehmen. Auch Plauen hat sich um das neue freiwillige Format der Bürgerbeteiligung beworben. Mit der Durchführung des wegechecks hat der Freistaat Sachsen den Verein Wegebund beauftragt und mit Fördermitteln ausgestattet.

Ende April fand eine Ortsbegehung statt. Anhand eines Bewertungsbogens konnten die Teilnehmer an 5 Stationen in der Altstadt die Sicherheit, Barrierefreiheit und Attraktivität des Fußverkehrs  vor Ort testen. Parallel konnte auch eine Kindergruppe der Astrid-Lindgren-Grundschule die Schulwege rund um die Schule checken.

Die Auswertung der Bewertungsbögen und Ableitung von Handlungsempfehlungen erfolgte durch das unabhängige Fachbüro Stadt – Verkehr – Umwelt aus Dresden. Am 28. Mai wurden die Ergebnisse von Büroinhaber Tobias Schönefeld bei einer Abschlussveranstaltung mit den Teilnehmern und Kindern im Quartier 30 an der Bahnhofstraße vorgestellt.

An der Kreuzung der Neundorfer Straße mit der Theaterstraße und der Marienstraße brachten Bürger unter anderem das Verlängern der Grünphase für Passanten ins Spiel. Auch könnte der Gehweg an der Theaterstraße in Höhe des Ärztehauses verbreitert werden, lautet eine Empfehlung der Experten.

Beim Überqueren des Oberen Grabens im Zuge der Neundorfer Straße gaben 60 Prozent der Teilnehmer an, sich unsicher zu fühlen. Das Fachbüro schlägt eine Mittelinsel auf der Straße vor. Der Wegebund macht sich beim Freistaat für die Förderung von „Querungsanlagen des Fußverkehrs“ stark.

Am Altmarkt vermissen die Teilnehmer durchgängige Wege entlang der Gebäudefront. Auch sind die Autos zu schnell unterwegs. Die unabhängigen Fachplaner sprechen sich klar dafür aus, den Fußgängern benötigten den Raum zu öffnen und hinterfragen das Erfordernis den Altmarkt aus Richtung Marktstraße zu befahren. Für ein besseres Miteinander sollte die Stadt Öffentlichkeitsarbeit für die zulässige Geschwindigkeit betreiben.
Rollstuhlfahrer wünschen sich Erleichterungen beim Queren der Marktfläche. Hier könnten punktuell die Borde entlang des Schnittgerinnes angeschrägt werden – kleine Maßnahme, großer Nutzen.  

Am schlechtesten wird von allen Teilnehmern die Situation in der Straßberger Straße bewertet „Sicher fühlt sich eigentlich keiner in dem Bereich“, berichtete der Firmenchef über den Abschnitt zwischen Altmarkt und Mühlberg. Für Gegenverkehr fehle der Raum. Um für die Fußgänger sichere Räume zu schaffen, muss der Autoverkehr deutlich reduziert werden.

Die Kindergruppe stellte die Ergebnisse ihrer Begehung vor. So ärgern sie sich zum Beispiel über zugeparkte Gehwege entlang der Stöckigter Straße oder schnelle und drängelnde Autos. An der Mammenstraße und vor der Trögertreppe wünschen sie sich sichere Querungen und Tempo 30, denn das sind ihre Wege zur Schule und zum Schwimmen. Aus den Vorschlägen der Kinder sollen ebenfalls noch Handlungsempfehlungen für die Stadt erarbeitet werden.

Abschließend sollen die Ergebnisse im Ausschuss der Stadt vorgestellt werden.