Inhalt
Datum: 08.09.2023

Die Fabrik der Fäden - Ein Gebäude mit Bezug zur Textilindustrie

Baustopp beim Weisbachschen Haus? Zum Glück ist das schon über 200 Jahre her. 1808 beantragte der damalige Eigentümer Ernst Wilhelm Conrad Gössel zwar ordnungsgemäß die baulichen Erweiterungen für die Einrichtung einer modernen Spinnerei, allerdings hielt er sich nicht ganz an die Bedingungen für die Genehmigung.

Statt dem geforderten freien Zugang zum Mühlgraben, integrierte er lediglich einen sehr schmalen – heute noch begehbaren – Durchgang in seinen Neubau.

Daraufhin beschwerten sich die Anwohner. Da Gössel sich auf der Leipziger Messe befand und nicht Stellung beziehen konnte, verhängten die zuständigen städtischen Stellen einen sofortigen Baustopp. Bei einer Besichtigung der Verantwortlichen der Stadt wurde festgestellt, dass Gössel das Spinnereigebäude entlang des Mühlgrabens, der heutigen Bleichstraße 7, tatsächlich nahezu ausschließlich auf kommunalem Grund errichtet hatte. Da Gössel ein reicher, angesehener Bürger war, kam er ohne Strafe davon. Er konnte im Nachgang das von ihm unrechtmäßig bebaute Land für einen Freundschaftspreis erwerben.

Im Jahre 2015 von der langjährigen, namenstiftenden Eigentümerfamilie der Stadt Plauen überantwortet, steht das Weisbachsche Haus im Rahmen der Kreierung der „Fabrik der Fäden“ nun erneut vor dem Abschluss baulicher Veränderungen.

Äußerlich sticht hierbei schon jetzt vor allem die in die historische Front integrierte Glasfassade ins Auge, hinter der das Foyer und der größte Ausstellungsraum des neuen Plauener Textilindustriemuseums verortet sind.

Ab dem 12. November kann dieses dann auch von innen bestaunt werden – dann wird die „Fabrik der Fäden“ offiziell eröffnet.

Kosten und Föderung

Die Gesamtbaukosten betragen aktuell 11.5 Mio Euro davon wurden bisher 6,2 Mio Euro Zuwendungen über das Programm Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE ISE) bewilligt.

Zusätzlich werden über das Bund-Länderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ 770.000 Euro , die Hans-Leopold-Hartensteinstiftung in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz 400.000 Euro, das Landesamt für Denkmalpflege des Freistaates Sachsen 30.258 Euro und über PMO (Vermögen der Parteien und der ihnen verbundenen Massenorganisatoren der ehemaligen DDR) 725.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Weitere Finanzhilfen sind beantragt.