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Bruchstelle 1938

Aktuelle Informationen

Mit der Bauabnahme der gesicherten Synagogenmauer am 24. Oktober konnte die statische Sicherung des Mauerrestes der 1938 zerstörten Plauener Synagoge erfolgreich abgeschlossen werden.

Im nächsten Schritt gilt es nun, die Synagogenmauer denkmalgerecht zu sanieren. Hierzu gab es jüngst eine Begutachtung mit Experten des Landesamtes für Denkmalpflege und des Institutes für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt e.V. Aus dieser wird nun eine Konzeption zum langfristigen Erhalt entstehen. Die notwendigen restauratorischen Arbeiten am Putz sowie an der großformatigen Ausbruchstelle sollen bereits im ersten Halbjahr 2026 stattfinden.

Zugleich nehmen die Pläne zur Einrichtung eines Gedenk- und Begegnungsortes Gestalt an. Mit dem Grundstückseigentümer, der Adventgemeinde Plauen der Siebenten-Tags-Adventisten, werden Möglichkeiten einer öffentlichen (Teil-)Nutzung besprochen. Im Zentrum steht dabei das Mauerrelikt als einziger baulicher Zeuge des früheren Gebäudes, das von den Nationalsozialisten in der Pogromnacht in Brand gesetzt und zerstört worden war.  

Die finanziellen Mittel dafür stammen aus staatlichen Fördermitteln des Freistaates Sachsen für die Denkmalförderung sowie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Der notwendige städtische Eigenanteil wird durch Spenden aus dem Crowdfunding abgedeckt. Verantwortlich für das Vorhaben ist Kulturbürgermeister Tobias Kämpf.

Worum geht es in diesem Projekt?

Im Jahr 1930 errichtete sich die Plauener jüdische Gemeinde ein neues Gemeindehaus mit Synagoge. Der renommierte Architekt Fritz Landauer erschuf ein einzigartiges, wegweisendes Gebäude im Stil der Neuen Sachlichkeit. Nur acht Jahre später – am 10. November 1938 – zerstörten die Nationalsozialisten das sakrale Bauwerk in der Pogromnacht. Die Überreste mussten auf Kosten der jüdischen Gemeinde abgetragen werden.

Durch Hinweise aus der Bürgerschaft kam es zur Prüfung und Verifizierung einer Mauer auf der Grundstücksgrenze als Außenwand der damaligen Wochentagssynagoge. Nach erfolgter Identifikation wurde diese Mauerformation 2021/22 unter Denkmalschutz gestellt. Der stark versehrte Gebäuderest erhielt eine Notsicherung und muss nun dringend saniert und gerettet werden.

Perspektivisch soll hier - am authentischen Ort, der für Jahre Dreh- und Angelpunkt jüdischen Lebens in Plauen war und an dem es 1938 mit der Zerstörung zum großen Bruch kam - ein kleiner Gedenk- und Begegnungsort entstehen.


Was ist geplant?

Ziel ist die Rettung und dauerhafte Erhaltung eines Reliktes der ehemaligen Plauener Synagoge sowie diesen in einen Ort zu integrieren, an dem Erinnerung und Begegnung stattfinden kann.

Zusammen mit interessierten Bürgern und Vereinen, die in einer Arbeitsgruppe organisiert sind, werden aktuell Ideen für den Gedenkort gesammelt und ein Konzept erstellt. Zukünftig soll der Ort allen Bürgern, Besuchern und Touristen zur Verfügung stehen.

Der historische Gebäudeteil wird seit Jahrzehnten als Stützwand für einen Hang zweckentfremdet und ist in entsprechend schlechtem Zustand. Im Zuge der Baumaßnahme soll die Mauer freigelegt, trockengelegt und durch einen rückseitigen Schwergewichtskörper, der auch die Böschung abstützt, gesichert und stabilisiert werden. Seit Juli 2025 laufen nun die Arbeiten der Notsicherungsmaßnahme und werden voraussichtlich im Herbst abgeschlossen sein.