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Leipzig und Plauen als Standorte für das „Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation“

"Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten“ (August Bebel) – den Weg der Friedlichen Revolution verstehen, die Wiedervereinigung und die daraus entstehenden Entwicklungen nachvollziehen können, eine Prognose für die Zukunft wagen, das sind Themen, die im „Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation“ ein Zuhause finden sollen.

Bis 2028 soll in Ostdeutschland ein solcher „Knotenpunkt für die wissenschaftliche und kulturelle Auseinandersetzung mit der weitreichenden und alle Lebensbereiche umfassenden Transformationserfahrung im Zusammenhang mit der Wiedervereinigung Deutschlands einerseits und der inneren Einheit des Landes andererseits“ entstehen. Das Zentrum soll zu Transformationsprozessen in Deutschland, aber auch zu Entwicklungen in Mittel- und Osteuropa sowie zum Zusammenhalt in Europa forschen.

Der Bund hat die Bewerbungsphase für das Zukunftszentrum am 1. Juli gestartet. Die Städte Plauen und Leipzig bewerben sich gemeinsam um einen Doppelstandort: wo, wenn nicht hier könnten ideal die „Erfahrungen der Ostdeutschen im Wandel und die Bedingungen für gelingende Transformation für zukünftige Herausforderungen erforscht und vermittelt werden“, wie von der Regierung gefordert wird?

Was ist das »Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation« ?

Mit dem Zentrum soll ein Ort der praxisorientierten Auseinandersetzung mit allen Dimensionen gesellschaftlicher Transformation geschaffen werden. Er soll

  • den Diskurs über gesellschaftliche Transformation mit ihren weitreichenden Folgen intensivieren,
  • Wissen um Transformation sichtbar und erlebbar machen,
  • einen Beitrag zur Stärkung der repräsentativen Demokratie und des Zusammenhalts in Europa leisten.

Das Zentrum soll eine Einrichtung sein, die an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Kultur und den Bürgerinnen und Bürgern verschränkt und vernetzt agiert und unter einem Dach

  • einen wissenschaftlichen Bereich (Institut),
  • einen Kulturbereich (Galerie),
  • einen Dialog- und Begegnungsbereich vereint.

Informationen der Bundesregierung zum Zukunftszenturm:

Warum Leipzig und Plauen gemeinsam?

Leipzig und Plauen – 95 Kilometer Luftlinie voneinander entfernt, verbunden durch zwei Autobahnen und eine bedeutende Geschichte. 1989 waren beide Städte Vorreiter in der Zeit der Friedlichen Revolution: Plauen war die Stadt, in der die erste Massendemonstration auf dem Gebiet der damaligen DDR stattfand, die friedlich endete. Nur zwei Tage später ein ähnliches Szenario in Leipzig, das in die berühmten Montagsdemos mündete. Als „Heldenstadt Leipzig“ ging Leipzig dann in die Geschichte ein. In Plauen fiel der auslösende Funke für die Welle der Großdemonstrationen auf dem damaligen Gebiet der DDR.

Leipzig und Plauen: Eine Stadt mit über 600.000 Einwohnern, eine mit rund 65.000. Beide Städte mussten seit 1989 Transformationsprozesse durchlaufen, die sich nur hier und anhand dieser gemeinsamen Geschichte wirklich vergleichend darstellen lassen: Leipzig ist Sachsens größte Stadt, Plauen die fünftgrößte. Wie haben sich die Städte seit 1989 entwickelt?  Welche Verbindungen sind sie eingegangen, welche wirtschaftlichen Wege wurden beschritten?

Plauen – eine Metropole im ländlichen Raum in unmittelbarer Nähe zur alten innerdeutschen Grenze, gelegen im Dreiländereck.

Leipzig – gelegen im Ballungsraum Halle-Leipzig, mit Flughafen, Messe und einer Vielzahl internationaler Partner.

Wie geht es weiter?

bis 30.09.2022

müssen die Bewerbungsunterlagen beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) eingereicht werden

31. Oktober bis 4. November

die 1. Jurysitzung findet statt und die ausgewählten Kommunen werden benachrichtigt

14. bis 2. Dezember

die ausgewählten Städte werden durch die Jury bereist

Ende 2022 / Anfang 2023

erfolgt die 2. Jurysitzung, bei der der finale Standort gewählt wird

bis 2028

soll das Zukunftszentrum entstehen - ein dreistelliger Millionenbetrag wird investiert und ingesamt ca. 200 Arbeitsplätze geschaffen - komplett finanziert durch den Bund

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