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Plauener Stadtnachrichten

07.10.2019

Ehrenbürgerschaft und Stadtplakette 2019 an zwei Frauen

Erstmals werden in der Geschichte der Ehrungen in Plauen nur Frauen ausgezeichnet: Ruth Müller-Landauer wird Ehrenbürgerin - und zwar die erste! Margitta Schier erhält die Stadtplakette.

Der Stadtrat hat die Auszeichnungen auf Vorschlag der Fraktionen Anfang Juni in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen. Die diesjährige Ehrung wird am 11. Oktober, 17 Uhr, in einer Festsitzung des Stadtrates in der Malzhausgalerie ausgesprochen.

Bislang gibt es sechs Ehrenbürger (Thomas Küttler, Lothar Rentsch (†), Dr. Rolf Magerkord, Prof. Dr. Klaus-Dieter Waldmann, Manfred Feiler, Helfried Unglaub) und 58 Stadtplakettenträger. Die Auszeichnung wird seit 1996 verliehen.

Ruth Müller-Landauer (links) wird mit der Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet und  Margitta Schier soll die Stadtplakette verliehen werden.

Ruth Müller-Landauer (links) wird mit der Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet und Margitta Schier soll die Stadtplakette verliehen werden.

Ehrenbürgerschaft für Ruth Müller-Landauer

„Ich fühl mich nicht alt“, sagt Ruth Müller-Landauer, der verwunderten Unterton zeigt, dass sie überhaupt nicht versteht, wie man das von einer Frau denken kann, die doch gerade erst 90 geworden ist.

1929 wurde sie in Plauen geboren. Schon mit 10 Jahren fing sie im Kinderballett an zu tanzen, war auch Kunstspringerin. Ein Jahr nach dem Ende des Krieges begann sie in Plauen als Tanzschülerin, studierte Gesang. Als Soubrette wechselte 1952 ans Theater Greiz, sechs Jahre später nach Gera. "Allein in Greiz habe ich in 38 Operetten mitgespielt, hatte auch in anderen Sparten verschiedene Rollen", erinnert sie sich und fügt lachend hinzu: "Manches konnte ich aber nicht spielen, weil ich nicht groß genug war."

Dann kehrte Ruth Müller-Landauer mit Familie nach Plauen zurück, hatte für ihre drei Kinder eine Pause. 1970 begann sie, mit Kindern der Friedensschule zu tanzen. "Das war auch für meine Kinder." Es folgten die Vorschultanzgruppe am Theater, die Kindertanzgruppe des Tanzstudios Plauen und 1976 die Tanzgruppe des Arbeitervarietés.

Zuhause spielt Ruth Müller-Landauer gerne Klavier.

Zuhause spielt Ruth Müller-Landauer gerne Klavier.

Die Wende brachte zunächst auch Unsicherheit, wie es weitergeht. "Mit meinen Mädchen haben wir dann den Tanzverein 'Vergissmeinnicht' gegründet, um auch mit behinderten Kindern und Jugendlichen zu tanzen", berichtet die einfühlsame Tanzlehrerin. Zwischen 80 und 100 Kinder sind es, die ständig im Verein Spaß finden und vielen Menschen bei verschiedenen Auftritten Freude bereiten. Darüber hinaus werden Jungen und Mädchen in Kindergärten genauso betreut wie ältere Frauen und Männer in Seniorenheimen. Teilweise gehen in Oelsnitz und Plauen die Jungen zu den Alten, um gemeinsam zu tanzen und zu singen. "Das Zusammensein mit anderen, miteinander etwas zu tun, sich zu bewegen, reizt mich immer wieder", bekennt die achtmalige Großmutter und fünffache Urgroßmutter.

Unzählige Male stand sie all die Jahre auf und hinter der Bühne. Besondere Höhepunkte fallen ihr erst nach wenigen Augenblicken ein. "Die Bärbel im Schwarzwaldmädel zum Beispiel oder Christel von der Post im Vogelhändler. Und dann die vogtländische Folklore in Landwüst." Die wurde gemeinsam gestaltet mit den Landlupern, bei denen ihre beiden Söhne den Ton angeben.

Ruth Müller-Landauer kann aber nicht nur mit Tanzen in Verbindung gebracht werden. Sie ist auch durch die Pflege des vogtländischen Brauchtums und der Trachtenmoden weit über ihre Heimatstadt hinaus bekannt. Und da ist ja noch die Neideiteln, die Traditionsfigur, der sie immer wieder gern und temperamentvoll Leben einhaucht - zur Freude des Publikums.

"Das Publikum ist das Wichtigste. Für die Zuschauer strengt man sich an und der Applaus ist das Dankeschön", sagt sie und bekennt, dass sie so auch die Auszeichnung für ihr Lebenswerk als Ehrenbürgerin sieht. Neideitelhaft fügt sie hinzu: "Ich hätte nie gedacht, dass die mal ne Frau genommen haben, zum ersten Mal, und dazu noch mich. Ich kann's immer noch nicht glauben", lacht Ruth Müller-Landauer, eine wirklich ganz große kleine Frau.

Stadtplakette für Margitta Schier

„Das mit der Stadtplakette, das freut mich. Es ist schön, weil es zeigt, dass meine Ideen nicht als Spinnerei abgetan werden“, sagt Margitta Schier. Doch typisch für die 69jährige fügt sie sofort hinzu. „Aber das hab ich ja nicht allein gemacht, es sind vier Frauen, die zu den Weberhäusern gehören, auch Kerstin Rüffer, Elke Götze-Pietschmann und Anja Werner.“

Margitta Schier begann vor 20 Jahren als erste, die schon fast verfallene, rund 500 Jahre alte Häuserzeile in der Elsteraue zu entrümpeln und ihr wieder Leben einzuhauchen. 2002 startete der Werkstattbetrieb. Inzwischen sorgt der Unikat-Verein mit vielen Veranstaltungen, ständig neuen Ideen und engen Beziehungen zu Schulen und Vereinen dafür, dass das am Rande der Innenstadt liegende Areal immer wieder im Fokus der Plauener steht. Es gab viele freudige Momente, aber auch Tränen sind geflossen, wenn immer mal wieder ein Ende drohte.

Es ist auch auf Margitta Schier und den Unikat Verein zurückzuführen, dass die Elsteraue jetzt großflächig neugestaltet wird. "Vom Weisbachschen Haus über die Weberhäuser, die Handwerkehöfe, die Hempelsche Fabrik und den Komturhof bis hin zu den Luftschutzkellern und dem Schloss kann man die Geschichte Plauens auf nicht mal zwei Kilometern erleben", schwärmt sie. Dabei verschweigt sie nicht, dass damit auch ein Stück ihrer persönlichen Geschichte erhalten bleibt. Als die Fabrik zum VEB Plauener Spitze gehörte, hat sie hier als Textilingenieur gearbeitet.

Margitta Schier im Garten der Weberhäuser

Margitta Schier im Garten der Weberhäuser

Margitta Schier wünscht sich, dass die Weberhäuser mit den Hexen durch die Stadt stärker vermarktet werden. Sie hofft auch, dass sich noch mehr ehrenamtliche Helfer dem Verein anschließen. Sie selbst will alle Fälle in "ihren" Weberhäusern und bei der Umgestaltung der Elsteraue weiter aktiv mitwirken.

Außerdem will die vierfache Mutter und siebenfachen Oma auch andren ihr Plauen noch näher bringen. Dafür hat sie jetzt erfolgreich an der Ausbildung zur Stadtführerin teilgenommen.

Sie weiß, woher sie die Energie für alles nimmt. "Wir haben oft 40 Kinder hier, töpfern oder filzen mit ihnen, zeigen alte Handwerkskunst, zaubern ihnen als Hexen einen schönen Tag. Wenn sich die Kinder dann bedanken und singend gehen, dann weiß ich, dass ich weiter mache.

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Nadine Läster

Redaktion Plauener Stadtnachrichten

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