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Datum: 16.07.2025

Anfrage Stadtrat Sven Gerbeth, Fraktion - Freie Bürgerliste Plauen, in der Sitzung des Verwaltungsausschusses der Stadt Plauen vom 11.06.2025, TOP 8. Anfragen, öffentlicher Teil:

Stadtrat Sven Gerbeth, Fraktion - Freie Bürgerliste Plauen, lobt die hochwertige, gut besuchte Jahresausstellung "Stillstand, Mut und Aufbruch - Plauen in den 80ern" des Stadtarchivs und fragt an, ob eventuell personelle Engpässe der Grund für die Verlängerung sind.


Auf Ihre Anfrage antwortet Doris Meijler, Fachgebietsleiterin Archiv:

Das Stadtarchiv präsentiert im Rahmen seiner Öffentlichkeitsarbeit Jahresausstellungen, um einen breiten Besucherkreis auf niedrigschwellige Weise mit stadtgeschichtlichen Themen zu erreichen. Diese Ausstellungen wechseln in der Regel jährlich, jedoch gab es aus verschiedenen Gründen gelegentlich längere Ausstellungszeiträume oder sogar zwei Ausstellungen innerhalb eines Jahres.

Die Ausstellung »Stillstand, Mut und Aufbruch - Plauen in den 80ern« zählt erwartungsgemäß zu den meistbesuchten der vergangenen Jahre, denn sie bietet wie kaum ein anderes Thema ein großes Identifikationspotential für die Besucher, unter denen sich viele Zeitzeugen befinden.

Das Ausstellungsprojekt war von Anfang an mit dem Ziel verbunden, eine Begleitpublikation zu veröffentlichen und damit die Reihe der Dekaden-Bücher über die 50er-, 60er- und 70er-Jahre fortzuführen, die das Stadtarchiv vor einigen Jahren erfolgreich herausgegeben hat. Der Wunsch nach einem Folgeband über die 80er-Jahre wurde auch von Besuchern vielfach geäußert und spiegelt sich im Gästebuch wider.

Die Erarbeitung einer Buchpublikation ist ebenso wie die Vorbereitung einer Ausstellung mit erheblichem Zeit- und Personalaufwand verbunden. Aufgrund der gebotenen Priorisierung der archivischen Fachaufgaben und einer realistischen Einschätzung der verfügbaren Ressourcen wurde Ende 2024 entschieden, die derzeitige Ausstellung um ein weiteres Jahr zu verlängern, um im Jahr 2025 das Publikationsvorhaben verwirklichen zu können. Die gleichzeitige Erarbeitung einer neuen Ausstellung und eines Buches ist aus Kapazitätsgründen nicht zu leisten.

Der mittlerweile auch über die Jahresfrist hinaus anhaltende Besucherzustrom zeigt das ungebrochene Interesse an der aktuellen Ausstellung, deren Potenzial somit weiter ausgeschöpft werden kann. Für 2026 ist eine neue Jahresausstellung geplant.

Bei der Erfüllung seiner Aufgaben gemäß dem Sächsischen Archivgesetz steht das Stadtarchiv allerdings seit Jahren vor erheblichen Herausforderungen:

Aufgrund des digitalen Transformationsprozesses in Verwaltung und Gesellschaft verzeichnet es, wie die öffentlichen Archive generell, einen erheblichen Aufgabenzuwachs und stößt dabei seit längerem an seine personellen Grenzen. Die Archivierung elektronischer Verwaltungsunterlagen im elektronischen Kommunalarchiv (elKA) erfordert die Etablierung neuer Verfahrensabläufe und deren laufende Umsetzung. Zugleich ist das Personal mit der Erfüllung der umfangreichen klassischen Archivaufgaben stark ausgelastet.

Darüber hinaus besteht der Auftrag zur - teilweise federführenden - Mitwirkung an städtischen Projekten der Erinnerungs- und Gedenkkultur. Das Betreiben des externen Magazins in der Wema, das ursprünglich als Provisorium bis zum Ausbau eines neuen Magazins in der vormaligen »Klause« des Ratskellers vorgesehen war, erfordert für noch unbestimmte Dauer zusätzlichen Zeit- und Transportaufwand.

In Anbetracht dieser Gesamtsituation wurde 2024 die Schaffung einer neuen Planstelle für das FG Archiv initiiert, die bislang jedoch noch nicht umgesetzt werden konnte. Die entsprechenden Bemühungen werden fortgesetzt, um sicherzustellen, dass das Stadtarchiv auch in Zukunft seinen gesetzlichen Aufgaben im Dienst von Verwaltung, Wissenschaft und Bürgern erfüllen kann.