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Regionalware

  • Ursprungstext von der Eröffnung im November 2024. Seit Dezember 2025 ist Henry Morgner Betreiber des Regionalware-Ladens. Sein Interview findet sich am Ende der Seite.

Direktvermarkter aus Leidenschaft – Familie Schellenberg verwirklicht Herzensprojekt in Plauener Innenstadt


Informationen zum Regionalware Laden - seit November 2024 auf der Rädelstraße


Frischeprodukte aus eigener Erzeugung sind die Leidenschaft von Sylvia Schellenberg. Damit hat das Energiebündel über 25 Jahre Erfahrung. Bekannt ist die Chefin des Kobitzschwalder Familienbetriebes für ihre leckeren Kartoffelpuffer aus eigener Herstellung. Unter dem Label „Pufferfreunde by Schellenberg“ wird im Wanderimbiss an der Neundorfer Straße in der Saison von Freitag bis Sonntag fleißig gebrutzelt. Nun nimmt die gelernte Gartenbauingenieurin im Familienverbund und mit Unterstützung der Stadt eine neue Herausforderung in Angriff. Im ehemaligen Salon Plauener Spitze an der Ecke Bahnhofstraße / Rädelstraße hat seit November 2024 der Regionalware-Laden  geöffnet. Seit dem Jahr 2023 standen die Räume, die von der Plauener Wohnungsbaugesellschaft vermietet werden, leer. Nun zieht wieder Leben ein, frisch, bunt und regional.

Bild vergrößern: Sylvia Schellenberg - Initiatorin des Regionalware Geschäftes in Plauen Chris Gonz
Sylvia Schellenberg - Initiatorin des Regionalware Geschäftes in Plauen

Plattform für Spitzenprodukte aus der Region

In zentraler Lage bekommen Erzeuger und Hersteller aus der Region für ihre nachhaltigen Produkte eine Plattform und werden dadurch bekannter. Basis für die Vermarktungs-Strategie ist das breit gefächerte Netzwerk der bereits bestehenden Geschäftsfelder. Seit geraumer Zeit ist die 62-jährige Unternehmensgründerin auch als „Marktschwärmer“ erfolgreich. Die Idee dahinter: Kunden bestellen und bezahlen regionale Lebensmittel bei verschiedenen Erzeugern online und holen sie später beim jeweiligen Schwärmerei-Gastgeber ab. So kommen Bauernmarkt und Online-Shopping zusammen.

Im Familienverbund Feuer und Flamme

Werner Schellenberg, der seine Mutter bei allen Aktivitäten im Hintergrund unterstützt, ist guter Dinge. Der 34-jährige Diplomverwaltungsfachwirt stand beim Kraftsportverein Pausa in der 1. und 2. Bundesliga auf der Matte. Heute ist er noch als Team-Leiter der 1. Männermannschaft, die in der Regionalliga antritt, aktiv. Mit im Boot sitzt seine aus Bonn stammende Lebenspartnerin Eyleen Eich, die seit über drei Jahren zur Familie gehört. Die Rheinländerin hat sich nicht nur in ihren Partner, sondern auch ins Vogtland verliebt. Inzwischen ist sie ein bekanntes Gesicht im Stadtbild. Fans von „Eddys Natureis“ wissen sofort Bescheid. Mit diesem Eis-Mobil ist die 35-Jährige hauptsächlich in Plauen und Umgebung unterwegs. In ihrer Eismanufaktur verzichtet die Wahlvogtländerin auf Stabilisatoren, Aroma- und Farbstoffe. Als Töchterchen Toni Ende vorigen Jahres das Licht der Welt erblickte, reifte bei den Schellenbergs die Idee, einen eigenen Laden zu eröffnen.  Im Gespräch mit Plauens Baubürgermeisterin Kerstin Wolf, die auf die leerstehende Gewerbefläche im Herzen Plauens aufmerksam machte, kam der Stein ins Rollen. Seitdem ist das Trio für das Projekt Feuer und Flamme. Die Kernbotschaft: „Wer weiter denkt, kauft näher ein.“ Im rund 100 Quadratmeter großen Laden finden die Kunden ausgewählte Hofladen-Produkte, die hauptsächlich aus dem Vogtland stammen. Kunden können hier auch bargeldlos einkaufen.  

Ein „Bundesbüdchen“ für Plauen

Derzeit laufen die Vorbereitungen für eine Außenstelle des Regionalware-Ladens. Konkret geht es um einen stationären Verkaufsstand an zentraler Stelle vor dem Landratsamt. Für Eyleen Eich ist die Umsetzung des Vorhabens eine Herzensangelegenheit. In ihrer Heimatstadt Bonn ist das legendäre „Bundesbüdchen“ im alten Regierungsviertel bis heute in aller Munde. Dort versorgte sich einst die Politprominenz mit Zeitungen, Frikadellen und Würstchen. Solche Erinnerungen aus der alten Heimat hallen bei der Unternehmerin bis heute nach. „Das hat mich schon immer fasziniert“. So einen quirligen Treffpunkt wünscht sie sich auch für die Spitzenstadt. Im kommenden Frühjahr soll’s schon losgehen.

  • Interview Henry Morgner

    - geführt im Juli 2026 -

    Henry Morgner

    Sie sind seit Dezember 2025 neuer Betreiber des Regionalware-Ladens. Bitte stellen Sie sich doch kurz den Kunden vor.

    Ich bin Henry Morgner, wohl besser bekannt als „Würscht‘l Maa“, der seit November 2025 im Regionalware-Laden mit dem Imbissangebot vor Ort ist. Seit Dezember letzten Jahres betreibe ich den Regionalware-Laden in Kombination mit dem „Würscht’l Fenster“. Mit meinen jetzt 36 Jahren habe ich damit nochmal was ganz Neues gewagt. Denn eigentlich bin ich gelernter Industriemechaniker. Durch die Insolvenz der Plamag musste ich mich umorientieren und habe dann zunächst bei VW in Zwickau gearbeitet. Mit der Familie Schellenberg bin ich gut befreundet und somit kam ich zur Regionalware, wo ich jetzt meine Leidenschaft für gutes Essen und regionale Produkte zum Beruf gemacht habe.


    Was hat sich hier verändert, seit Sie die Fäden für die Regionalware in der Hand haben und was ist gleichgeblieben?
    Es gibt nun wieder dauerhaft einen „Würscht‘l Maa“ in Plauen. Dafür habe ich in Zusammenarbeit mit einem regionalen Bäcker und einem regionalen Fleischer extra eine eigene Semmel und ein eigenes Würstchen kreiert, die perfekt aufeinander abgestimmt sind.
    Neu ist in dem Zuge auch das generelle Imbissangebot, das direkt aus dem Fenster der Regionalware verkauft wird. Seitdem die Baustelle zur Aufwertung der Bahnhofstraße abgeschlossen ist, haben wir auch ein Podest vor dem Fenster, damit auch kleine Kunden nicht zu kurz kommen. Außerdem gibt es jetzt im Laden eine Grillecke mit Produkten speziell für die Grillsaison.
    Gleich geblieben ist das Sortiment der knapp 60 Lieferanten – wobei, irgendwie auch nicht. Denn wir wechseln bei der großen Anzahl an Lieferanten immer mal durch. In der Regionalware gibt es die unterschiedlichsten Produkte – von Milchprodukten, Wurst- und Fleischwaren, über Backwaren bis hin zu Getränken und kunsthandwerklichen Arbeiten.

    Was haben Sie neben Ihren „Würschteln“ noch Neues im Angebot?
    Momentan bieten wir sonntags frische Semmeln ab 8 Uhr an. Ob wir diesen Service jedoch auf Dauer beibehalten, ist aktuell unklar, da die Plauener das Angebot noch nicht ausgiebig nutzen. Hier sind vor allem die Frühaufsteher gefragt.

    Was sind die „Verkaufsschlager“?
    Die Puffer von Sylvia Schellenberg gehen immer sehr gut weg, ebenso wie Joghurt, Käse und Quark von der Hofkäserei Büttner. Produkte der Fleischerei Heyer sind bei den Kunden ebenfalls beliebt, genau wie die Nudeln von Olaf Egert aus Plauen. Wer keine Lust auf Kochen hat, greift häufig beim Angebot der Matsch zu. Das Lokal bietet Rouladen oder Sauerbraten schon fertig zubereitet an.

    Gibt es neue oder weitere Ideen und Pläne für die Marke und das Geschäft?
    Aktuell bin ich mit der Beutezeit Plauen im Gespräch, ob wir deren Produkte mit bei uns anbieten. Mir schwebt ein Aufsteller mit Tier-Leckerlies vor, der dann hier im Laden steht.

    Die Stadt Plauen verwaltet die Marke – Sie sorgen dafür, dass die Produkte unter die Leute kommen: Was treibt Sie an?
    Zu Hause stehe ich gerne in der Küche und bekoche meine Freundin oder unsere Freunde. Sie sagen immer, wenn es etwas wirklich Leckeres geben soll, dann soll ich in die Küche. Mir wird auch nachgesagt, dass ich von meiner lockeren offenen Art sehr gut in den Regionalware-Laden passe. Der Kontakt zu den Kunden macht mir auch viel Spaß. Außerdem ist es mir wichtig, dass Produkte wirklich rundum gut sind und die Qualität passt. Klar, hier sind die Preise etwas höher und es ist auch nicht jedes Produkt durchgehend verfügbar wie im Supermarkt. Aber genau das macht es für mich aus. Die kurzen Ketten zwischen Lieferanten und Kunden machen die Regionalware so besonders.

    Wann sind Sie im Regionalware-Laden vor Ort und wie sind die Öffnungszeiten?
    Wir haben die Kernöffnungszeiten von montags bis freitags von 10 bis 14.30 Uhr, in denen die Kundschaft von mir persönlich betreut wird und auch bar bezahlen kann. Dies ist das Zeitfenster wo ich zugleich auch für den Imbissverkauf am Fenster vor Ort bin.
    In den sonstigen Zeiten von Montag bis Sonntag von 6 bis 21 Uhr kann man mit seiner EC-Karte den Laden betreten und selbstständig im Laden stöbern und bezahlen. So wird der Einkauf bei uns noch flexibler.

  • Interview Sylvia Schellenberg

    - geführt im September 2024 zum Eröffnungszeitpunkt -

    Sylvia Schellenberg

    Ein Laden mit regionalen Produkten mitten in der Stadt. Was bedeutet das für Sie?

    Das hat etwas mit Überzeugung und viel Herzblut zu tun.

    Hier kann ich mitten in der Stadt für alle gut sichtbar vieles zusammenbringen. Mir kommt es vor allem auf regionale Vielfalt und Transparenz an. Davon profitieren die Kunden genauso wie unsere Geschäftspartner. Gewinne bleiben in der Region. Das sichert Jobs in den Familienbetrieben und stärkt insgesamt die Wirtschaft im Vogtland.

    Wie viele Erzeuger und Hersteller sitzen mit im Boot?

    Wir arbeiten mit über 50 lokalen Erzeugern, Landwirten und Herstellern zusammen. Unsere Partner bekommen im Stadtzentrum eine Plattform und werden dadurch bekannter. Das schafft Vertrauen und fördert den nachhaltigen Konsum.

    Verraten Sie etwas zum Sortiment.

    Ich würde sagen, bei uns gibt es im wahrsten Sinne des Wortes alles quer durch den Gemüsegarten. Was die Natur saisonal hergibt, werden die Kunden bei uns finden. Neben Gemüse und Obst bieten wir beispielsweise Eier, Honig, Backwaren, Feinkost, Fleisch- und Wurstwaren an. Natürlich sind auch meine Kartoffelpuffer als fertige Teigmasse vorrätig. 

    Sie bieten nicht nur Lebensmittel an. Was findet sich noch in den Regalen?

    Neben der Lebensmittelschiene wird das Sortiment mit kunsthandwerklichen Extras ergänzt. Die Leute sollen bei uns wertige Produkte aus unserer Heimat entdecken.  

    Sie wollen ein modernes Shopsystem einführen. Wie funktioniert's?

    Wir möchten mit einem modernen Shopsystem eine smarte Version des Einzelhandels im Stadtgebiet etablieren. Kunden können innerhalb der gesetzlichen Öffnungszeiten weitestgehend eigenständig und vornehmlich bargeldlos einkaufen. Wenn also niemand von uns außerhalb der Kernöffnungszeiten im Laden steht, ist einkaufen mit Geldkarte problemlos möglich.   

    An Ideen mangelt es Ihnen nicht. Wie wollen Sie den neuen Standort beleben?

    Zu unserem Konzept gehört der To-Go-Verkauf mit Snacks und Imbissangeboten aus unserem Laden. Das ganze spicken wir dann noch mit verschiedenen Thementagen und dem ein oder anderen Special.

    Wie sieht es mit den Öffnungszeiten aus?

    Wir öffnen von Montag bis Samstag. Die konkreten Öffnungszeiten werden sich mit der Zeit einspielen.

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