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Datum: 06.02.2026

Der KPR informiert: Häusliche Gewalt erkennen, benennen und gemeinsam verhindern

Häusliche Gewalt ist kein Randphänomen. Sie geschieht in allen gesellschaftlichen Schichten und bleibt oft im Verborgenen. Gewalt in der Familie hat viele Gesichter: sie betrifft Erwachsene ebenso wie Kinder – und sie erfordert Aufmerksamkeit, Wissen und gemeinsames Handeln. Für den Kommunalen Präventionsrat der Stadt Plauen (KPR) ist das ein zentraler Auftrag: Sicherheit stärken, Zusammenhalt fördern und Betroffene schützen.

Konkret organisiert der KPR Veranstaltungen in Schulen, Seniorentreffs oder Kirchgemeinden und führt diese auch teilweise selbst durch. Außerdem informiert ein Flyer, der zum Beispiel im Bürgerbüro ausliegt, zum Thema Gewaltprävention. Auch finanziell unterstützt der KPR unter anderem in Jugendtreffs Veranstaltungen zum Thema.

Der Vorsitzende des KPR, Bürgermeister Tobias Kämpf erklärt dazu: „Häusliche Gewalt geht uns alle an. Sie geschieht oft im Verborgenen, doch ihre Folgen betreffen unsere ganze Stadtgesellschaft. Prävention bedeutet für uns in Plauen: hinschauen, Anzeichen ernst nehmen und Betroffenen den Rücken stärken. Wenn Bürgerinnen und Bürger, Fachkräfte und Institutionen gemeinsam Verantwortung übernehmen, schaffen wir mehr Sicherheit, mehr Zusammenhalt und ein respektvolles Miteinander.“

Das Bundesamt für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) unterscheidet verschiedene Formen Häuslicher Gewalt, die häufig miteinander verbunden sind: Partnerschaftsgewalt – überwiegend geschlechtsspezifisch gegen Frauen – umfasst körperliche, psychische, sexualisierte und soziale Gewalt sowie Belästigung und Nachstellung (Stalking). Gewalt gegen Kinder und Jugendliche reicht von körperlichen Übergriffen über seelische Verletzungen und sexualisierte Gewalt bis hin zu Vernachlässigung. Gerade bei Kindern bleibt Gewalt oft unbemerkt: Sie sind zu jung, um sich zu wehren, oder schweigen aus Scham.

In der Praxis kann das Würgen oder Festhalten sein, der Einsatz von Alltagsgegenständen als Waffe, Beschimpfungen und Demütigungen, Drohungen, Isolation von Freundinnen, Freunden und Familie, Kontrolle über Geld, Missachtung von Hygiene oder medizinischer Versorgung, unerwünschte sexuelle Handlungen sowie Stalking – auch über soziale Medien. Diese Aufzählung macht klar: Häusliche Gewalt ist nicht nur sichtbar, wenn es zu körperlichen Verletzungen kommt. Typische Hinweise können sein: häufige, unerklärliche Verletzungen; deutliche Veränderungen im Erscheinungsbild; Angst oder Unsicherheit in Gegenwart der Partnerin oder des Partners; geringes Selbstwertgefühl; sozialer Rückzug; überangepasstes Verhalten, um Konflikte zu vermeiden; ständige Überwachung durch Anrufe oder Nachrichten. Bei Kindern können Angst, Rückzug, Aggressionen oder Leistungsabfall in der Schule Warnsignale sein.

Prävention beginnt damit, diese Zeichen ernst zu nehmen. Betroffene können sich Fluchtmöglichkeiten vorab überlegen und einer Vertrauensperson mitteilen, einen sicheren Ort kennen, eigene finanzielle Mittel bereithalten, mit vertrauten Menschen sprechen, Notfallkontakte speichern und Hilfeangebote nutzen. Auch Selbstverteidigungskurse können das Selbstbewusstsein stärken. Ebenso wichtig ist die Rolle der Mitmenschen: Beistehen, zur Anzeige ermutigen, Vorfälle dokumentieren, ärztliche Bescheinigungen sichern und bei akuter Gefahr die Polizei verständigen. Häusliche Gewalt betrifft nicht nur die unmittelbar Beteiligten – sie wirkt in Familien, Nachbarschaften, Schulen und Vereinen. Prävention in Plauen heißt deshalb auch: informieren, aufmerksam bleiben und handeln, wenn Hilfe nötig ist.

Der Kommunale Präventionsrat der Stadt Plauen versteht sich als Plattform, die dieses gemeinsame Verantwortungsgefühl stärkt. Denn jede frühzeitige Unterstützung kann Leid verhindern – und trägt dazu bei, dass Plauen ein sicherer Ort für alle bleibt.

Mehr Informationen über Hilfe bei Häuslicher Gewalt gibt es unter www.plauen.de/kpr  

Der KPR wird mitfinanziert aus Steuermitteln auf Grundlage des vom Deutschen Bundestag und Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.

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KPR - Bürgergespräche Tunnel 1. Juni 2023