Digitaler Erinnerungsort am Thomas-Küttler-Platz eingeweiht
Anlässlich des ersten deutschlandweiten Tages der Demokratiegeschichte fand am 20. März am Thomas-Küttler-Platz die Einweihung eines neuen digitalen Erinnerungsortes statt. Plauen besitzt nun einen modernen interaktiven Erinnerungs- und Begegnungsort für seine Einwohner und Gäste zum Thema Friedliche Revolution. Damit wird dieser wichtige Teil der deutschen Demokratiegeschichte erlebbar gemacht.
Bei der Einweihung dabei waren neben Oberbürgermeister Steffen Zenner auch Dr. Kai-Michael Sprenger von der Stiftung „Orte der deutschen Demokratiegeschichte“, Dr. Axel Steinbach, Vertreter des Landrats des Vogtlandkreises, sowie Bürgerinnen und Bürger und Vertreter aus Politik und Gesellschaft. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Frank Gareis am Saxophon.
Um die Ereignisse vom 7. Oktober 1989 und die Bedeutung dieser für Deutschland nachhaltiger, aber auch zukunftsorientierter zu präsentieren, kam aus der Bürgerschaft die Idee, den Gedenkort in Plauen digital aufwerten zu lassen.
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Oliver Orgs
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Oliver Orgs © Oliver Orgs
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Oliver Orgs © Oliver Orgs
Entstanden ist eine digitale Tafel mit Touchscreen und Audioausgabe, bei der man sich durch die einzelnen Inhalte durchklicken kann. Präsentiert werden Informationen über die Friedliche Revolution 1989 sowie zu deren Akteuren in Plauen. Die Tafel soll fortlaufend mit weiteren Inhalten bestückt werden.
Die Kosten für den digitalen Erinnerungsort belaufen sich auf rund 40.000 Euro, die von der Stiftung „Orte der deutschen Demokratiegeschichte“ übernommen wurden. Hinzu kommt ein Eigenanteil der Stadt in Form von ausgeführten Arbeiten durch den Bauhof.
Im Rahmen der Arbeiten musste ein Baum, der bei den Schachtarbeiten im Weg war, gefällt werden. Als Ersatz für die Fällung wurde ein neuer Baum gepflanzt. Die Gedenksteine für den 17. Juni 1953 und für Thomas Küttler wurden für die Platzierung des digitalen Erinnerungsortes versetzt und befinden sich nun zwischen den Stelen an der Wende-Kerze.
„Dank der Unterstützung durch die Stiftung ‚Orte der deutschen Demokratiegeschichte‘ konnte die Idee der Bürgerschaft für den digitalen Erinnerungsort durch die Stadt Plauen umgesetzt werden. Dies ist eine wichtige und zeitgemäße Möglichkeit, die Erinnerung an die damaligen Ereignisse aufrechtzuerhalten und auch den jüngeren Generationen auf digitale Art und Weise und dennoch direkt am Ort des Geschehens zugänglich zu machen“, so Oberbürgermeister Steffen Zenner.
Am 7. Oktober 1989 gingen über 15.000 Menschen in Plauen auf die Straße, um gegen das damals herrschende Regime in der damaligen DDR zu protestieren. Dies war der Auftakt zur Friedlichen Revolution in Ostdeutschland.
„Als Unterstützer unserer alljährlichen Festveranstaltung anlässlich der Friedlichen Revolution, die ‚Nacht der Kerzen‘, weiß Stiftungsdirektor Dr. Kai-Michael Sprenger um unser Engagement für Plauen und war sofort angetan von unserer Idee. Oberbürgermeister Steffen Zenner nahm sich des Projektes an, wodurch innerhalb kürzester Zeit die Installation umgesetzt werden konnte. Die Zeit der Wende war für uns alle ein prägendes Erlebnis. Mit dem neuen Multimedia-Monitor wollen wir neben dem stationären Denkmal nun auch einen digitalen Ort der Erinnerung an dieses so wichtige Ereignis schaffen“, so Sebastian Höfer, der zusammen mit seinem Geschäftspartner Martin Reißmann Initiator des Projektes ist.
Die Stadt Plauen hat zum Gedenken an diesen historischen Tag am Ort des Geschehens einen zentralen Gedenkort geschaffen – den Thomas-Küttler-Platz. Mehrere Gedenktafeln sowie das im Oktober 2010 errichtete Denkmal zur Friedlichen Revolution direkt im Stadtzentrum erinnern an den Mut der Plauener Bevölkerung. Nun folgte eine digitale Informationsstele, die die Ereignisse anschaulich vermittelt.
Bei der Einweihung handelt es sich um eine Veranstaltung rund um den Tag der Demokratiegeschichte. Der Tag der Demokratiegeschichte am 18. März ist eine Initiative der Stiftung „Orte der deutschen Demokratiegeschichte“ in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft „Orte der Demokratiegeschichte“. Schirmherr ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.