Sanierung des Konventgebäudes geht voran
2006 wurde mit der Errichtung des Daches die umfassende Restaurierung des Konventgebäudes am Schulberg 2 eingeleitet. Im Februar dieses Jahres konnte dank Fördermitteln mit dem dritten Bauabschnitt begonnen werden. Mit dem Förderprogramm Interreg Sachsen - Tschechien 2021-2027 kofinanziert die Europäische Union das Projekt »Kulturelles Erbe des Vogt- und Egerlandes (KdV)«, wodurch unter anderem die Realisierung des 3. Bauabschnittes am Konventgebäude ermöglicht wurde. Im Zuge der anstehenden Arbeiten wird die marode Kellertreppe abgebrochen und aus Natursteinen neu errichtet.»Im Kellergeschoss und im Erdgeschoss des Nordteils wird ein Ziegelfußboden eingebaut. Außerdem erfolgt im Außenbereich die Errichtung eines Lapidariums, also einer Sammlung von Steinwerken. Hierdurch wird die vollständige Nutzbarkeit des Gebäudes endgültig hergestellt. Ebenfalls im 3. Bauabschnitt wird die Elektroanlage des Gesamtgebäudes fertiggestellt. Diese Maßnahme hatte 2024 planungsseitig begonnen und soll wie auch der gesamte 3. Bauabschnitt 2026 zum Abschluss kommen«, so Jana Eichler vom Fachgebiet Hochbau.
Projektpartner sind das futurum Vogtland, die Stadtverwaltung Greiz, das städtische Museum Franzensbad, die Oelsnitz Kultur GmbH, die Technische Universität Chemnitz, die Stadt Hof, die Masaryk-Universität im tschechischen Brünn, die tschechischen Städte Skalna und Cheb sowie der Vogtländische Altertumsforschender Verein zu Hohenleuben. Sie alle arbeiten an unterschiedlichen Projekten, die in ihrer Gesamtheit das Projekt »Kulturelles Erbe des Vogt- und Egerlandes« abbilden. Dieses ergänzt den schon bestehenden Kulturweg der Vögte um weitere wichtige Bausteine.
Ein weiteres Teilprojekt der Stadt Plauen ist die Schaffung einer Wanderausstellung unter den Titeln »Heinrich von Plauen« und »Deutscher Orden«.
Diese beiden Projekte werden durch Fördermittel der Europäischen Union in Höhe von 341.248 Euro gefördert. Zusammen mit den Eigenmitteln von 85.312 Euro belaufen sich die Investitionen auf 426.560 Euro.
»Das Konventgebäude wird in ehrenamtlicher Arbeit des Komturhofvereins für verschiedene öffentliche Veranstaltungen genutzt. Mit seinem Baukörper und der Akustik bietet es ein passendes Ambiente für Konzerte, Veranstaltungen oder mittelalterliche Spektakel. Dank der Förderung kann diese bedeutende Kulturstätte in Plauen erhalten werden«, so Bürgermeister Tobias Kämpf.
Im Vogtlandmuseum Plauen laufen die Fäden für die Ausstellungen und Publikationen zum Deutschen Orden, zu Heinrich von Plauen und zum Beginn der Neuzeit zusammen. Damit werden wesentliche Aspekte der mittelalterlichen Geschichte des Vogt- und Egerlandes unter der wissenschaftlichen Leitung der TU Chemnitz und der Universität Brno einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Der wissenschaftliche Input zeigte sich schon im März 2026 bei einer internationalen Fachtagung in Plauen, die sich mit den Balleien des Deutschen Ordens, also den regionalen Ordensorganisationen, beschäftigte. Das zweitägige Treffen brachte Fachleute aus allen Balleien des Deutschen Ordens zusammen. Eine weitere Tagung wird im September 2026 Wissenschaftler zum Thema »Heinrich von Plauen - Hochmeister des Deutschen Ordens« nach Plauen locken. Die geplanten Sonderausstellungen werden von April bis August 2027 im Komturhof Plauen und im Vogtlandmuseum Plauen gezeigt. Das Vogtlandmuseum bringt die neuesten Erkenntnisse zur mittelalterlichen Regionalgeschichte in die Dauerausstellung ein. Die Abteilung Mittelalter/Neuzeit soll in einer Neukonzeption von Dr. Martin Salesch im Spätsommer 2027 im Vogtlandmuseum eröffnet werden.
Informationen zum Interreg-Projekt gibt es auch unter www.vogtlandmuseum-plauen.de/kulturweg-der-voegte