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Datum: 13.06.2024

Adler-Kracht-Kunstwerk: Auf den Spuren einer verschollenen Wandgestaltung

Viele Plauenerinnen und Plauener werden sie noch kennen: die schlichte Sandstein-Verblendung, die bis zur Sanierung des Nord-West-Flügels den Eingangsbereich des Rathauses zierte. Unter ihr schlummerte ein Kunstwerk mit enormer Strahlkraft – die mittlerweile restaurierte Wandgestaltung von Karl-Heinz Adler und Friedrich Kracht.

Nachdem die Wandgestaltung von 1976 bereits nach nur kurzer Zeit im Juli 1987 wieder mit Sandsteinplatten verblendet wurde, verschwand sie aus der öffentlichen Wahrnehmung. Dies sorgte auch dafür, dass das Wissen um deren Existenz und des Erhaltungszustandes verloren ging. So konnte zu Beginn der Sanierung keine konkrete Aussage über den Zustand der Wandgestaltung getroffen werden. Niemand wusste, ob das Wandbild in Gänze erhalten oder gar abgeschlagen wurde. Es war also notwendig, sich vorsichtig in die Tiefe zu arbeiten und zu ermitteln, ob das Wandbild noch vorhanden ist und in welchem Zustand es vorliegt. Einige Kernbohrungen lieferten nur einen sehr kleinen Einblick in den Erhaltungszustand des Kunstwerks, konnten aber immerhin nachweisen, dass die Farbigkeit noch vorhanden war. Im Winter 2018/2019 wurde eine Untersuchungskampagne gestartet. Auf der links des Einganges gelegenen Wandfläche wurden die Sandsteinplatten vollflächig abgenommen. Durch Lücken im darunterliegenden Vergussmörtel war erkennbar, dass die Wandgestaltung in gutem Zustand war. Um jedoch ein Bild der gesamten Fläche zu erhalten, wurde der Vergussmörtel, welcher sich zwischen Sandsteinverblendung und Wandbild befand, entfernt.

Zum Vorschein kam eine weitestgehend intakte Oberfläche – zwar verschmutzt durch großflächige Kalkauflagerungen und stark beeinflusst durch die Vielzahl an Ankerlöchern, welche die Sandsteinplatten hielten, dennoch in erstaunlich gutem Zustand. Mit diesem Wissensstand und der Vermutung, dass auch die restliche Fläche in vergleichbarem Zustand ist, konnte die Planung zur Einbindung der Restaurierung der Wandgestaltung in die Sanierung des Plauener Rathauses beginnen. Ob die Maßnahme tatsächlich umsetzbar war, konnte zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch nicht abgesehen werden. Um den Entscheidungsprozess zu unterstützen, wurde eine Musterfläche ins Auge gefasst, die den Zustand nach abgeschlossener Restaurierung präsentieren sollte.

Letzten Endes gelang es Dank des Diplom Restaurators Martin Fliedner und der Wüstenrot Stiftung, die die Sanierung des Kunstwerkes finanzierte und beauftragt hat, die Wandgestaltung wiederherzustellen und als optisches Highlight in den Rathauseingang zu integrieren.

Alle Infos unter www.plauen.de/rathaussanierung