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Datum: 03.06.2024

Private Hochwassereigenvorsorge: Weil es jeden treffen kann!

Extremer Starkregen und Jahrhunderthochwasser in kurzen Abständen - die jüngsten Ereignisse zeigen, dass diese Themen von aktueller Bedeutung sind. Um die Gefahrenpotentiale von Überflutungen durch Starkregen in der Stadt Plauen besser vorhersehen zu können und die eigene Betroffenheit festzustellen, wurde durch das Klimaanpassungsmanagement der Stadt in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz GmbH eine Starkregengefahrenkarte erstellt. Diese Karte ist nun auf www.plauen.de/klimaanpassung für jeden einsehbar und wurde von Plauens Klimaanpassungsmanagerin Carla May während einer Informationsveranstaltung zur Hochwassereigenvorsorge am 28. Mai rund 30 Interessierten im Ratssaal vorgestellt.

„Jeder Bürger sollte sich mit dem Thema privater Hochwasserschutz gründlich befassen. Der Schutz vor Starkregen und Dauerniederschlag kann durchaus schlimme Folgen verhindern“, betont Dr. Gabriele Stich vom Bildungs- und Demonstrationszentrum Dezentrale Infrastruktur. Das Wasserhaushaltsgesetz verpflichtet jeden zur privaten Eigenvorsorge. Die Bevölkerung erhält dabei Unterstützung durch die Beratungsangebote des Kompetenzzentrum Hochwassereigenvorsorge Sachsen sowie der Förderrichtlinie private Hochwassereigenvorsorge pHWEV/2021.

Dr. Sebastian Golz brachte die neuesten Erkenntnisse von der Hochschule für Technik und Wissenschaft aus Dresden mit. Der Ingenieur arbeitet im Institut „Bauen im Klimawandel“ und empfiehlt „allen Eigentümern in gefährdeten Gebieten einen Hochwasservorsorgeausweis.“

Nach dessen Antragstellung über das Förderportal der Sächsischen Aufbaubank (https://www.sab.sachsen.de/f%C3%B6rderung-von-ma%C3%9Fnahmen-zur-privaten-hochwassereigenvorsorge?p_l_back_url=%2Fsuchergebnisse%3Fq%3Dhochwasservorsorgeausweis) erfolgt die Analyse, Bewertung und Minderung überflutungsbedingter Risiken. Der Hochwasservorsorgeausweis ist dann ein Zugang zur Förderrichtlinie Private Hochwassereigenvorsorge.

Dr. Gabriele Stich von der sächsischen Beratungsstelle zur Starkregen- und Hochwasservorsorge stellte klar: „Unser sächsisches Hochwasserschutz-Förderprogramm ist bis jetzt einzigartig in Deutschland. Wer sich vor Überschwemmungen und Schäden in Eigenvorsorge schützen möchte, dem helfen wir.“ Dazu muss man wissen, dass weder Staat, Land, noch die Kommune die Menschen vor neuerlichen Hochwassern schützen kann. „Wir können es nur zusammen schaffen. Eigenvorsorge und staatliche Maßnahmen lassen sich gut kombinieren“, gibt sich Dr. Gabriele Stich zuversichtlich.

Mit welchen Maßnahmen man sein Haus und Grundstück vor einer Überschwemmung schützen kann, „dazu empfehlen wir zum Beispiel einen Vororttermin. Dann kommt ein sachkundiger Experte und die private Hochwassereigenvorsorge wird konkret ausgearbeitet“, rät Dr. Sebastian Golz. Besonders gefährlich: „Es kommt neuerdings immer häufiger zu Überflutungen ohne Gewässerbezug. Das heißt, die Betroffenen wohnen in Gebieten, in denen kein Fluss oder See in der Nähe ist. Sie machen sich deshalb kaum zum Thema Überschwemmung Gedanken“, so Dr. Sebastian Golz. Wenn dann der starke Dauerregen einsetzt, drückt es das Wasser zum Beispiel durch die überforderte oder verstopfte Kanalisation nach oben. Tiefgaragen, Keller, aber auch Häuser in Niederungen werden dann geflutet. Unter anderem gibt es zum Schutz davor wasserdichte Türen, Fenster und oder Alu-Dammbalken-Systeme, die schnell und effektiv als Schutzwände aufgebaut werden können und so noch besser schützen als der klassische Sandsack.

„Das Wissen um die Gefahren und die notwendige Vorsorge sind der beste Weg, sich und seinen Besitz zu schützen. Deshalb bieten wir den Bürgern Hilfe und Kontakt zu den Experten an.“, sagt Dr. Gabriele Stich. Weitere Informationen gibt es unter www.plauen.de/klimaanpassung und www.bdz-hochwassereigenvorsorge.de   

Bt: Gut besucht war die Informationsveranstaltung zum privaten Hochwasserschutz im Plauener Ratssaal.

Bild vergrößern: Gut besucht war die Informationsveranstaltung zum privaten Hochwasserschutz im Plauener Ratssaal. Karsten Repert
Gut besucht war die Informationsveranstaltung zum privaten Hochwasserschutz im Plauener Ratssaal.