Alles Clara! Die Clara-Wieck-Tage in Plauen"Claras Kompositionen" - Eröffnungskonzert im Festsaal
Am Freitag werden um 19.30 Uhr im Festsaal des Vogtlandmuseums Plauen die Clara-Wieck-Tage mit einem Klavierabend festlich eröffnet. Die Reihe der Veranstaltungen beginnt mit dem Pianisten Radim Vojir. Er spielt Werke von Clara, ihrem Mann Robert sowie den Schumanns verbundenen Zeitgenossen Brahms, Mendelssohn und Chopin.Als Clara mit 15 bzw. 16 Jahren in der Plauener »Erholung« Konzerte »vor ausverkauftem Haus« spielte, war sie bereits eine Pianistin von europäischem Rang. Ebenso erregte Aufsehen, dass sie als
»Frauenzimmer« sogar komponierte - in jenem Plauener Konzert-Jahr 1835 spielte sie nach ihrer Rückkehr ins heimatliche Leipzig ihre Kompositionen keinem geringeren als Fredrick Chopin vor. Er war von ihr derartig beeindruckt, dass er sich von ihr die Noten dazu schenken ließ. Von diesen »Soirées musicales« und den »Quatre Pièces caractéristiques« spielt der aus dem böhmischen Cheb stammende
Pianist Ausschnitte. Lieder der späteren Clara Schumann, für Klavier solo bearbeitet, sind ebenfalls zu hören wie Ausschnitte aus Robert Schumanns berühmten »Kinderszenen« und Brahms wunderschönen
»Balladen op. 10«. Es folgen drei »Lieder ohne Worte« von Mendelssohn und Schumanns »Faschingsschwank aus Wien« (1. Satz). Den Schlusspunkt setzt Radim Vojír mit einem Nocturno und einer Barcarole von Chopin.
In der Festwoche anlässlich Claras 200. Geburtstages werden dann ein Kammermusikabend, ein Konzert des Vogtlandkonservatoriums »Clara Wieck« und eine Lesung zum Clara-Roman »Das Mädchen
am Klavier« von Rosemarie Marschner folgen. Als besonderes Ereignis gibt es am 21. September ein sogenanntes »Lauschkonzert«, wo nach Jahren des Schweigens Solistin Natalia Solotych dem im Museumsbestand befindlichen Hammerflügel mit Kompositionen Clara Wiecks wieder Leben einhauchen wird. Die Besonderheit des Konzerts ist, dass der Flügel in den Stilräumen gespielt wird, während das Publikum durch die geöffneten Flügeltüren des Festsaals den Klängen lauscht: »Das wird ein ganz besonderes Klangerlebnis werden«, verspricht der Organisator der Clara-Wieck-Tage, Uwe
Fischer. »Unser wunschschöner Festsaal in seinem Louis-seize-Stil mit der feierlichen Beleuchtung wird in einer neuen Dimension erscheinen«.
Aus der Not wurde eine Tugend gemacht, denn aus restauratorischen Gründen darf der Flügel wegen seines stolzen Alters von fast 200 Jahren nicht mehr transportiert werden.
Bei allen Konzerten soll dem kommunikative Charakter der Veranstaltung ebenfalls Raum gegeben werden: bei schöner Dämmerung wird im klassizistischen Innenhof des Museums in der erweiterten
Pause zu einem kleinen, kostenfreien Imbiss eingeladen. Eintritt je Konzert: 18,00 Euro an der Museumskasse zu den üblichen Öffnungszeiten (Montag geschlossen), vorbestellbar unter 03741 291
2410.