Alles Clara! Die Clara-Wieck-Tage in Plauen: Klavierabend am Vogtlandmuseum mit Lauschkonzert
Das außergewöhnlichste Konzert zu den Clara-Wieck-Tagen am Vogtlandmuseum Plauen hat bereits seine Schatten voraus geworfen: MDR Kultur produzierte über Clara Wieck in Plauen und über das berühmte Hammerklavier gleich zwei Feuilletons, die in der vergangenen Woche gesendet wurden. Zu der Idee des Lauschkonzerts kam der Organisator der Clara-Wieck-Tage Uwe Fischer: »Das Publikum nimmt im Festsaal Platz und lauscht den Klängen des seltenen Instruments über die weit geöffneten Flügeltüren aus dem Nachbarzimmer.«Dies findet statt am Samstag (21. September) ab 19.30 Uhr im Festsaal des Vogtlandmuseums.
Das Hammerklavier darf aus musealen Gründen wegen seines Wertes und des Alters nicht mehr in den Festsaal transportiert werden, erklärt der Museumspädagoge. Das Instrument ist eines der
wenigen erhaltenen Klaviere aus der Werkstatt Nanette Streicher, Wien, aus dem Jahre 1821. Während ihres Aufenthaltes in Plauen spielte Clara Wieck auf dem Instrument bei Freunden ihres Großvaters, dem Kantor Tromlitz.
Auch eine für diese Tasteninstrumente spezialisierte Künstlerin wird an diesem Abend ein sehr spannendes Programm spielen: Die in Bamberg lebende Konzertpianistin Natalia Solotych, die bereits im Juli im Schloss Leubnitz und im Komturhof Cembalokonzerte gab. Das Programm richtet an Clara Schumanns künstlerischer Biographie aus: es erklingt ihr mit zehn und elf Jahren komponiertes op. 1 - eine Polonaise in Es-Dur., gefolgt von einer Romanze. Bereits mit 19 Jahren erhält sie in Wien vom Kaiser den Titel einer »k.k.Kammervirtuosin«. ». Diese Auszeichnung war umso bemerkenswerter, da sie erstmalig einer 19-jährigen und dann noch einer Protestantin verliehen wurde. »Souvenir de Vienne« op. 9 entstand quasi als Dankeschön für die ruhmreichen und glänzenden Wochen in der Stadt an der Donau. Achtzehnmal soll Clara im Saal des Musikvereins gerufen worden sein. »Man schlägt sich um die Karten«, schwärmt Wieck im Brief an seine zweite Frau Clementine. Sechs Konzerte mit sechs verschiedenen Programmen, dazwischen Auftritte in den privaten Salons - das Repertoire stets im Kopf ohne Noten. Diese Frau war eine Sensation.
Aber auch Kompositionen aus den späteren Jahren folgen, als sie mit Robert Schumann schon liiert war. Aus dessen Feder wiederum erklingen seine Albumblätter op. 99. Aus dieser Sammlung entnahm Clara ein Thema, zu denen sie die Variationen op. 20 schrieb. Damit hat sich der Kreis der gegenseitigen künstlerischen Beflügelung des Komponistenpaares für dieses Konzert geschlossen. Wie bei allen Konzerten spendiert das Vogtlandmuseum wieder im frühklassizistischen Innenhof bei Kerzenschein einen kleinen Imbiss.
Restkarten zu 18,00 Euro an der Abendkasse oder über 03741 2912410.