Auftakt zur Sonderausstellung »115/200 - Fotografie | Plauen | Walter Ballhause« - Aufruf zur Mitmachaktion
115/200 - Hinter diesen Zahlen verbirgt sich die neue Sonderausstellung der Fabrik der Fäden, die einen Blick auf die Fotogeschichte im 200. Jahr der Fotografie ermöglicht und dies mit der Plauener Fotogeschichte verknüpfen wird. Teil dessen werden Werke des Fotografen Walter Ballhauses sein, der ab 1941 in Plauen lebte. In diesem Jahr wäre er 115 Jahre alt geworden.Ballhauses Fotografien zur Weltwirtschaftskrise aus den 1930ern machten ihn berühmt: Er fotografierte mit »verdeckter Kamera« in erster Linie Menschen aus dem proletarischen Milieu. Diese Arbeiterfotografie hinterließ Spuren.
Die geplante Ausstellung gibt Einblicke in die Arbeiten von Walter Ballhause und zeigt zu gleichem Teil auch Fotografien aus dem heutigen Plauen. Beteiligt sind der Fotograf Chris Gonz, der FotoClub Vogtland und Freund Ballhauses, Klaus Tanneberger. Aber auch alle Plauenerinnen und Plauener können mit ihren eigenen Fotografien von Plauen Teil der Ausstellung werden.
Fotos aus allen Jahrzehnten sind dafür willkommen, so lange diese aus den Bereichen Stadtgeschichte Plauen, Architektur der Stadt oder dem eigenen Lieblingsplatz innerhalb Plauens kommen.
»Wer passende Fotografien zuhause hat, der kann diese entweder digital hochladen oder im Vogtlandmuseum Plauen abgeben. Besonders freuen wir uns hierbei über Motive aus dem Bereich der Textilindustrie. Bei historischen Fotos bitten wir darum, diese direkt bei uns im Museum vorbeizubringen. Dafür einfach dienstags mit den Fotos an die Kasse des Vogtlandmuseums kommen und diese dort dem Team persönlich übergeben. Wir freuen uns auf die Beiträge und sind gespannt auf die Fotoschätze und in Bild festgehaltenen Erinnerungen«, so Sebastian Dressel, Fachdirektor des Vogtlandmuseums.
Unter www.plauen.de/115-200 können digitale Fotos ab sofort bis zum 5. September hochgeladen werden.
Gezeigt werden die eingereichten Fotos dann im Rahmen der Sonderausstellung in einer digitalen Präsentation und sollen dazu beitragen, einen Einblick in das Fotowirken der Plauener Bürgerinnen und Bürger zu bekommen.
Eröffnet wird die Sonderausstellung für Besucher am 9. Oktober. Bis zum 4. Januar 2027 sind die Werke dann in der Fabrik der Fäden in der Sonderausstellungsfläche in der 3. Etage zu sehen.
»Die Enkelin von Walter Ballhause, Cornelia Ballhause, betreut das Ballhause-Archiv, auf das wir für den Ausstellungsteil zu Walter Ballhause zurückgreifen konnten. Seine Fotografien erhielten große Anerkennung, da es ihm gelang, auf hohem künstlerischem Niveau die Lebenssituation von Menschen am Rande der Gesellschaft darzustellen«, so Sebastian Dressel.
Mit der Einsendung von eigenen Fotografien finden die Plauenerinnen und Plauener Platz im Rahmen von 200 Jahre Fotografiegeschichte, den Fotografien von Walter Ballhause und der Plauener Fotogeschichte.
Hintergrund zu Walter Ballhause:
Walter Ballhause lebte von 1911 (geboren in Hameln) bis 1991 (gestorben in Plauen), war der erste Bürgermeister Straßbergs und Fotograf auf dem Gebiet der »Arbeiterfotografie«. Im Jahr 1941 zog er nach Plauen, wo er als Leiter des Labors der Vogtländischen Maschinenfabrik AG (Vomag) tätig war. Im Jahr 1944 von den Nationalsozialisten verhaftet, wurde Walter Ballhause im April 1945 durch amerikanische Soldaten aus dem Zwickauer Zuchthaus Schloß Osterstein befreit.
Walter Ballhause war bis 1947 Bürgermeister von Straßberg. Er fotografierte den Wiederaufbau der Vomag und die Arbeit in diesem Werk. Von 1947 bis 1971 war er als Leiter beziehungsweise Technischer Leiter der Plamag-Gießerei tätig.
Nachdem sein Fotografisches Werk an die Öffentlichkeit gelang, kam es auch 1981 zu ersten Veröffentlichungen. 1982 nahm ihn der Bundeskongress der Arbeiterfotografen (Bundesrepublik Deutschland) als Ehrenmitglied auf. 1988 wurde er in der DDR Ehrenmitglied des Verbandes Bildender Künstler.
2020 hatte der Ortschaftsrat Straßberg zudem die Umbenennung eines Teils der Moorengasse in Walter-Ballhause-Straße beantragt. Der Stadtrat hatte der Umbenennung in Walter-Ballhause-Weg zugestimmt.