Im Einsatz: Wie agieren Rettungskräfte bei einem Großbrand?
Vor knapp zwei Wochen, in den frühen Morgenstunden des 12. Oktobers, brannte das Haus Hauffstraße 1 vom 4. Obergeschoss aus gehend in den Dachstuhl hinein. Der Löscharbeiten waren herausfordernd, dauerten bis in die Mittagsstunden hinein. Alle 19 Bewohner konnten rechtzeitig das Haus verlassen, keiner wurde verletzt - das Haus ist seitdem allerdings nicht mehr bewohnbar, bereits eingerüstet und das Dach wurde gesichert.Erst heute (25. Oktober) brannte es wieder in einem Haus - zwar kein Großbrand, aber ein schwerer Wohnungsbrand in der obersten Etage in der Jahnstraße im Westend forderte die Einsatzkräfte (siehe PM Nr. 831/2024). Dieser Brand war schneller unter Kontrolle zu bringen, die Bewohnbarkeit des Hauses muss nun untersucht werden.
Was aber läuft bei so einem Fall »hinter den Kulissen«?
Rettungszweckverband und Feuerwehr arbeiten als eingespieltes Team nach einem Protokoll, das auch die psychischen und sozialen Aspekte der Betroffenen genau im Blick hat. Zum Brand in der Hauffstraße äußert sich Bürgermeisterin Kerstin Wolf: »Mein großer Dank gilt den Einsatzkräften, die besonnen und umsichtig Hilfe geleistet haben, Brand und Situation unter Kontrolle brachten und auch die beiden Nachbarhäuser mit evakuieren ließen. Alle evakuierten Personen wurden unmittelbar nach Verlassen der Gebäude rettungsdienstlich betreut, wobei auch eine notfallseelsorgerische Betreuung geprüft und angeboten wurde. Diese Einschätzung wird immer durch Fachleute vorgenommen." Auch Kinder waren betroffen, diese konnten sich zunächst in Fahrzeugen des Rettungsdienstes aufwärmen, bis alle Evakuierten in die Feuerwache Poeppigstraße gebracht wurden. »Dort versorgten sie Mitarbeiter des Rettungszdienstes mit warmen Speisen und Getränken und waren stets als Ansprechpartner vor Ort«, erläutert Dr. René Schreiter, Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung, zu dem auch die Feuerwehr gehört. Er war am Brandtag während des laufenden Einsatzes regelmäßig im Austausch mit der Einsatzleitung, wobei stets auch die Frage einer Betreuung und Unterbringung Betroffener nachgefragt wurde.
Mehrfach wurde angeboten, dass der Rettungszweckverband noch in der Nacht eine Notunterkunft für die nächsten 24 bis 48 Stunden organisieren kann. »Dieses Angebot wurde von zwei Familien angenommen, die anschließend im Hotel Alexandra bis Montag untergebracht wurden.« Alle anderen Bewohner des Brandhauses hatten selbstständig eine Notunterkunft organisiert und haben das Angebot abgelehnt. »Auch in der Poeppigstraße wurde eine psychosoziale Notbetreuung angeboten, aber nicht genutzt. Weitere Hilfe wurde nicht erbeten«, so Bürgermeisterin Kerstin Wolf. Weitere Hilfe wurde auch durch die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft angeboten und von einigen Familien auch in Anspruch genommen.
Zielführende Maßnahmen werden jeweils mit den betreffenden Behörden und Verbänden abgestimmt wie Rettungszweckverband, dem Vogtlandkreis und dem Polizeireviers Plauen.
Die Stadt befindet sich mit dem Eigentümer des Hauses in Kontakt.
Auch nach einem schweren Brand oder ähnlichen Notfällen steht die Stadt mit ihren Mitarbeitern als Ansprechpartner und Vermittler zur Verfügung. Die Stadt arbeitet nach einem internen Koordinierungsplan, der bereits 2018 erstellt worden war. Dieser geht zurück auf einen Brand in der Trockentalstraße im Dezember 2017 und der damals gebildeten Koordinierungsgruppe. Lenkung und Umsetzung erfolgt über die Leitung des Hauses mit enger Zusammenarbeit der Fachbereiche Jugend/Soziales sowie Sicherheit und Ordnung - so können schnell Informationen weiter gegeben und alles Notwendige in die Wege geleitet werden, auch in Zusammenarbeit mit Landkreis und weiteren Beteiligten.
Auf www.plauen.de/hilfsangebot sind die dazugehörigen Kontaktdaten zu finden.