Landrat Rolf Keil und Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer antworten auf den offenenBrief von Romano Sumnal e.V.
Sehr geehrter Herr Sejdi,zunächst vielen Dank für Ihren offenen Brief, für Ihre offenen Worte und für Ihre Sorge um die Einwohner der Stadt Plauen. Wir versichern Ihnen, dass auch wir uns in jedem Falle und erst Recht bei derart besonderen Vorkommnissen sowie Not und Elend von Bewohnern der Stadt Plauen Sorgen machen. Dabei unterscheiden wir Menschen in Not nicht nach Herkunft, Nationalität oder Religion.
So erhielten auch die in der Trockentalstraße 36 gemeldeten Bewohner - Deutsche wie Nichtdeutsche - kurzfristig und unkompliziert jegliche Hilfe und Unterstützung. Hier ist zu benennen: die kurzfristige Unterbringung im ehemaligen Wohnheim des Vogtlandkreises in Rodewisch, Umzug der Bewohner des Hauses Trockentalstraße in die Notunterkünfte der Stadt Plauen und somit Bereitstellung behelfsmäßigen Wohnraums. In Abstimmung zwischen Stadt Plauen und Vogtlandkreise wurde soziale Hilfe und Unterstützung angeboten, so u.a. Kleidung und Lebensmittel über die Plauener Tafel und die Kleiderkammer bereit gestellt sowie die Möglichkeit geschaffen, Einrichtungsgegenstände über das soziale Möbellager zu erhalten. Unterstützung und Begleitung durch einen Sozialarbeiter der Stadt Plauen beim Jobcenter der Arbeitsagentur, um Sozialleistungen zu beantragen. Sozialarbeiterinnen des Amtes für Jugend und Soziales des Landratsamtes des Vogtlandkreises kümmerten bereits mehrfach um die soziale Lage insbesondere der Kinder und die Unterbringung.
In einer ersten Reaktion auf die Geschehnisse in der Trockentalstraße 36 hat die Stadt Plauen öffentlich jegliche Handlungen, die Menschenleben in Gefahr bringen, verurteilt. Seit Jahren stellen sich Stadt Plauen und Vogtlandkreis konsequent gegen rechte Taten und Äußerungen. Hier sind verschiedentliche Demonstrationen und Aktionen zu nennen, die Initiative für Demokratie und Toleranz, die die demokratischen Kräfte bündelt.
Die Polizeibehörden ermitteln hinsichtlich des Brandes und damit im Zusammenhang stehendem Verhalten von Bürgern. Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass die Ermittlungsarbeit von Polizei und Staatsanwaltschaft mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützt wird. Kriminelle Machenschaften verurteilen wir in jeglicher Hinsicht.
Nicht handeln können die Behörden bei privatem Wohneigentum, Mietverhältnissen sofern nicht Gefahr im Verzug ist bzw. Menschenleben gefährdet sind.
Natürlich sorgen sich Vogtlandkreis und Stadt Plauen im Rahmen ihrer Zuständigkeiten um die Lebensumstände der Einwohner der Stadt Plauen bzw. des Vogtlandes. Die hierzu geltenden Gesetze und Rechtsgrundlagen werden für alle Einwohner gleichermaßen angewendet. Sofern den Personen nach den rechtlichen Grundlagen als EU-Bürger Hilfe und Unterstützung zusteht, werden wir diese gewähren.
Genauso gelten Gesetze und Rechte für alle Einwohner gleichermaßen. Daher werden wir in Zusammenarbeit mit den Polizeibehörden ebenfalls konsequent gegen unrechtmäßiges Verhalten vorgehen.
Toleranz und gegenseitige Achtung gehören zu den Grundwerten eines friedlichen Miteinanders in der Stadtgemeinschaft, und dies für alle Seiten.
Rolf Keil Ralf Oberdorfer
Landrat des Vogtlandkreises Oberbürgermeister der Stadt Plauen