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Datum: 13.09.2019

Lina Ehrentraut erhält am 20. September den e.o.plauen-Förderpreis

Den e.o.plauen-Förderpreis erhält in diesem Jahr Lina Ehrentraut. Die in Neuss geborene Künstlerin lebt seit sechs Jahren in Leipzig. Die Preisverleihung am 20. September im Vogtlandmuseum ist öffentlich und beginnt 18 Uhr. Sachsens Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange, hat ihr Kommen zugesagt.
Zum Preis gehört eine Personalausstellung, die bis 20. Oktober im Vogtlandmuseum zu sehen ist. Am 21. September, 11.00 Uhr führt die Preisträgerin gemeinsam mit Dr. Elke Schulze (Vorstand der Erich Ohser - e.o.plauen Stiftung und Kuratorin Erich-Ohser-Haus) durch ihre Ausstellung »Broken TV«.

Im August 2018 hatte die Jury, deren Mitglieder Kunstexperten aus ganz Deutschland sind, den e.o.plauen Förderpreisträger 2019 nominiert. Die Vorschläge wurden ausgiebig debattiert. »Die Entscheidung fiel einstimmig aus. Zum ersten Mal geht damit der Preis an eine Künstlerin, die noch studiert«, sagte Anna Haifisch, die 2006 selbst den e.o.plauen Förderpreis erhielt und nun in der Jury mitarbeitet.

Die Stadt Plauen und die e.o.plauen Gesellschaft verleihen den e.o.plauen Förderpreis alle drei Jahre an junge Künstler*innen des Genres Zeichnung, Karikatur und Illustration. Der Förderpreis ist mit einer Kleinplastik, die eine stilisierte silberne Zeichenfeder darstellt, einem Preisgeld von 2 500 Euro und mit einer Personalausstellung verbunden.

Mit der Vergabe des e.o.plauen Förderpreises möchte die Stadt Plauen zum einen Erich Ohser, sein Leben, sein Werk und Wirken ehren und andererseits »e.o.plauen« als Sohn der Stadt Plauen im Gedächtnis bewahren. Darüber hinaus sollen Nachwuchskünstler geehrt werden, die mit ihrem Schaffen die künstlerischen Traditionen Erich Ohsers fortsetzen.

Zur Person Lina Ehrentraut und ihrem Werk
Lina Ehrentraut absolviert in Leipzig derzeit ihr Studium an der renommierten Hochschule für Grafik und Buchkunst. Sie hat sich in der dortigen Szene und darüber hinaus einen Namen gemacht mit ihrer fulminanten Bilderwelt, die vom Comic über das Einzelbild bis zu selbst produzierten Heften und allerlei Objekten reicht. In den streng schwarz-weißen Bildgeschichten und in ihren knallbunten Bildern erzählt sie von jungen Menschen, zumeist Frauen, die ihren Platz in der Welt suchen und behaupten und dabei immer wieder an sich und anderen verzweifeln. Es sind mitunter turbulente Abenteuer zwischen Einsamkeit, Sehnsucht, sexuellen Eskapaden, Langeweile und gruseligen Phantasmen. Bei aller Melancholie und Lakonie, mit der die Künstlerin ihre Figuren durch deren Leben jagt - es sind erfreulich selbstbewusste Gestalten, die ihre Körperlichkeit, ihre Lust und ihren Frust unabhängig von gesellschaftlichen und medialen Normen ausagieren, auf die Probe stellen und trotzig behaupten. Lina Ehrentraut, deren Alter Ego man immer wieder in ihren Bildern zu entdecken glaubt, präsentiert unter dem Titel »Broken TV« hier hochaktuelle Arbeiten und schafft damit einen Bilderspiegel, in dem sich eine ganze Generation wiedererkennt und verstanden fühlt.

Der e.o.plauen Förderpreis
Den e.o.plauen Förderpreis, der bisher acht Mal vergeben wurde, erhielt 1997 als Erste die gebürtige Ostberlinerin Anke Feuchtenberger, ihr folgte im Jahr 2002 der aus Radeberg bei Dresden stammende und heute in Berlin tätige Grafikdesigner Volker Schlecht. 2005 folgte der Illustrator und Karikaturist Frank Hoppmann aus Münster, 2007 erhielt den Preis der Berliner Comiczeichner Jens Harder und 2010 wurde die Hamburger Comiczeichnerin Line Hoven geehrt. 2013 erhielt die Leipzigerin Renate Wacker die Auszeichnung, 2016 Anna Haifisch.