Sanierung und Aufwertung des Markuskirchplatzes gestartet
Der denkmalgeschützte Markuskirchplatz mit der Markuskirche prägt den Stadtteil Haselbrunn in besonderem Maße. Im Rahmen des Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes Haselbrunn wird der Platz nun saniert und aufgewertet. Das Vorhaben wird mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.Die Sanierung umfasst die gesamte Platzanlage zwischen Herderstraße, Morgenbergstraße, Hans-Sachs-Straße, Seumestraße und Geibelstraße mit einer Gesamtfläche von rund 9.600 Quadratmetern. Lediglich die Flächen unmittelbar um die Kirche sowie die Dreiecksfläche vor dem Kirchenportal befinden sich nicht im Eigentum der Stadt.
Der Markuskirchplatz wurde im Jahr 1913 gemeinsam mit der Markuskirche angelegt. In einer Zeit des rasanten Wachstums der Stadt Plauen entstanden hier öffentliche Grünanlagen als Orte der Erholung und Begegnung. Bis heute ist die historische Grundstruktur der Anlage erhalten.
»Allerdings weist der Platz inzwischen Mängel auf. Wege und Aufenthaltsbereiche sind verschlissen, Baumscheiben geschlossen, die Ausstattung ist in die Jahre gekommen und es fehlen Angebote für eine aktive Nutzung. Trotz einer Teilsanierung vor rund sechs Jahren sowie der Erneuerung des Gehweges in der Geibelstraße im Jahr 2008 entspricht die Anlage nicht mehr den heutigen Anforderungen«, so Grit Roth von der Grün- und Umweltplanung der Stadt.
Mit der jetzt stattfindenden Sanierung werden mehrere Ziele verfolgt. Dazu gehören die denkmalgerechte Sicherung und Aufwertung der historischen Platzanlage, die Verbesserung der Aufenthaltsqualität sowie die Schaffung attraktiver Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche. Darüber hinaus sollen neue Nutzungen behutsam in das Gartendenkmal integriert und der Markuskeller sowie die Markusgemeinde als sozialer und kultureller Anker im Quartier nachhaltig gestärkt werden.
Bereits seit etwa 2020 verfolgt die Markusgemeinde gemeinsam mit dem Basketball Club Vogtland das Ziel, auf dem Markuskirchplatz ein Streetbasketball-Angebot zu schaffen. Hintergrund ist das gemeinsame Projekt »Gib Gewalt einen Korb«, mit dem insbesondere Kindern und Jugendlichen ein attraktiver Treffpunkt angeboten werden soll.
»Nach mehreren Planungs- und Abstimmungsrunden konnte nun im Konsens mit dem Landesamt für Denkmalpflege und der unteren Denkmalschutzbehörde eine Lösung entwickelt werden, die sowohl den Anforderungen des Denkmalschutzes als auch den Bedürfnissen der künftigen Nutzer gerecht wird«, so Grit Roth.
Herzstück der Sanierung ist die Errichtung einer neuen multifunktionalen Platzfläche vor der Apsis der Kirche. Sie kann flexibel für unterschiedliche Nutzungen wie Volleyball, Badminton, Stadtteilfeste oder den 3x3-Basketball genutzt werden.
Das Spielfeld orientiert sich gestalterisch an der Rundung der Kirchenapsis. Der demontierbare Basketballkorb wird als einzelnes Gestaltungselement in die Fläche integriert. Da die Spielrichtung zum Markuskirchplatz erfolgt, kann entsprechend den Forderungen der Denkmalbehörden auf einen Ballfangzaun verzichtet werden. Ergänzt wird der Bereich durch Hockerbänke als Aufenthalts- und Treffpunkt. Gleichzeitig bleibt die Lieferzufahrt zum Parkcafé gewährleistet.
Ein wesentliches Element ist die Wiederherstellung der straßenbegleitenden Baumreihen durch Nachpflanzungen dort, wo dies aufgrund vorhandener Leitungen möglich ist. Insgesamt werden 22 neue Straßenbäume gepflanzt. Die Bäume erhalten großzügige Pflanzgruben mit modernen Baumsubstraten und technischer Ausstattung, um langfristig gute Wachstumsbedingungen sicherzustellen.
Die Wege entlang der Platzränder werden erneuert und in wassergebundener Bauweise hergestellt. Die bestehenden Platzflächen befinden sich überwiegend in gutem Zustand und erhalten lediglich eine Sanierung der Deckschichten.
Der östliche Bereich des Platzes bleibt bewusst als ruhiger Aufenthaltsbereich unter den Baumkronen erhalten.
Die im Juli gestarteten Bauarbeiten sollen voraussichtlich bis Dezember dieses Jahres abgeschlossen sein.
Die Gesamtbaukosten für das Projekt belaufen sich auf 413.507 Euro.
Die Maßnahme wird über die Förderrichtlinie »Nachhaltige integrierte Stadtentwicklung EFRE 2021-2027« finanziert. 75 Prozent der förderfähigen Kosten werden aus EFRE-Mitteln getragen. Der Eigenanteil der Stadt wird über das Bund-Länder-Programm »Wachstum und nachhaltige Erneuerung« kofinanziert. Dadurch ergibt sich insgesamt ein Fördersatz von 90 Prozent.
»Mit der Sanierung des Markuskirchplatzes wird nicht nur ein bedeutendes Gartendenkmal gesichert. Es entsteht zugleich ein moderner Begegnungs- und Freizeitbereich, der den historischen Charakter des Platzes bewahrt und gleichzeitig neue Angebote für alle Generationen schafft. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur weiteren Entwicklung und sozialen Stabilisierung des Stadtteils Haselbrunn geleistet«, so Markus Löffler, Fachbereichsleiter Stadtplanung, Bauordnung und Umwelt.
Im Fördergebiet Haselbrunn mit Dobenauareal werden in der Zeit von 2021 bis 2027 dank des Förderprogramms »Europäische Fonds für regionale Entwicklung" (EFRE) insgesamt rund 15,2 Millionen Euro investiert, wobei 11,4 Millionen Euro bezuschusst sind. Neben dem Markuskirchplatz ist unter anderem auch die Sanierung der Freizeitanlage Syratal, die Ertüchtigung der Oberschule Friedrich Rückert sowie die Anlage von Klimainseln Teil des Programms.
Alle Informationen zum EFRE-Projekt gibt es unter www.plauen.de/haselbrunn-dobenau sowie zum Bau unter www.plauen.de/bau-hado