Stadt bewirbt sich für Bundesprogramm zur Anpassung an Klimawandel
Der Richard-Wagner-Platz, der Mendelssohnplatz sowie die angrenzenden Gehwegbereiche an der Reißiger Straße und der Beethovenstraße könnten bald aufgewertet werden. Möglich machen könnte dies ein Förderprogramm zur Anpassung an den Klimawandel. Der Stadtrat der Stadt Plauen hat in seiner Sitzung vom 30. Juni der Bewerbung um die Teilnahme an dem Bundesprogramm zugestimmt.Der Deutsche Bundestag hat Programmmittel in Höhe von 80 Millionen Euro für das Bundesprogramm »Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel« bereitgestellt. Die Mittel sind im »Klima- und Transformationsfonds« (KTF) veranschlagt.
Mit den Mitteln sollen Kommunen bei der klimaresilienten Stadt- und Siedlungsentwicklung und der Bewältigung der durch die klimatischen Veränderungen bedingten Herausforderungen unterstützt werden. Die Mittel des Bundesprogrammes können ausschließlich für überjährige investive Projekte zur Förderung einer klimaresilienten Stadtentwicklung eingesetzt werden.
Die Stadt Plauen möchte sich mit vier Teil-Projekten in Preißelpöhl bewerben: der klimaresilienten und denkmalgerechten Sanierung des Richard-Wagner-Platzes, der klimaangepassten Aufwertung des Mendelssohnplatzes, der Neugestaltung und Begrünung der Gehwege unter Verwendung von Baumrigolen und klimaangepassten Baumarten sowie der Entsiegelung und Herstellung eines begrünten Geh- und Radweges an der verlängerten Beethovenstraße.
Das Vorhaben mit insgesamt vier Teilmaßnahmen umfasst nach grobem Kostenüberschlag ein Investitionsvolumen von 1,408 Millionen Euro. Die Stadt Plauen müsste für die Umsetzung der Maßnahmen bei 90-prozentiger Förderquote einen Eigenanteil von 10 Prozent, also 140.800 Euro erbringen. Im Falle der Bewilligung sollen die entsprechenden Haushaltsmittel in den Haushaltsplan 2027/2028 eingestellt werden.
»Der Richard-Wagner-Platz, der Mendelssohnplatz sowie die angrenzenden Gehwegbereiche an der Reißiger Straße und der Beethovenstraße sind in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand und haben eine unzureichende Aufenthaltsqualität im Stadtteil Preißelpöhl zur Folge. Ziel der Teilnahme an dem Bundesprogramm sind die Aufwertung des Wohnviertels Preißelpöhl durch eine Vitalisierung der Parkanlagen Mendelssohnplatz und Richard-Wagner-Platz und des Straßengrüns mit angepassten, optimierten Standortbedingungen. Die Wohnqualität und Hitze- sowie Trockenresistenz im Stadtteil sollen dadurch verbessert werden«, so Julian Schwenkglenks von der Verkehrsplanung und Klimaanpassung.
Der Richard-Wagner-Platz soll erhalten und zukunftsorientiert weiterentwickelt werden. Leitzustand ist der Zustand um 1909. Die Parkstrukturen sollen im ursprünglichen Charakter erlebbar werden. Neben der Sanierung der Wege und der Pflege des Baumbestandes sind Maßnahmen zur Regenrückhaltung und Wasserspeicherung, Entsiegelungen, Anpflanzung von Stauden, Blühwiesen und Bäumen sowie die Sanierung des Eintretehäuschens als Artenschutzprojekt geplant. Die Gestaltung des Mendelssohnplatzes wird an die klimatischen, kulturellen, demografischen und soziologischen Bedürfnisse angepasst. An der Beethoven- und Reißiger Straße werden große Baumscheiben mit Bewässerung und Rigolensystem, also einem unterirdischen Speicher- und Versickerungskörper für Regenwasser, hergestellt und resiliente Arten gepflanzt.
Ein Stück der Beethovenstraße wird zu einem Geh-Radweg mit straßenbegleitendem Grün ausgebaut. Für die Maßnahmen wird eine Fläche von 900 Quadratmetern entsiegelt. Es werden klimaresiliente Bäume und Sträucher gepflanzt.
»Das Förderprogramm legt großen Wert auf die Stärkung der blau-grünen Infrastruktur und den Schutz vor Hitze und Starkregen. Da der Richard-Wagner-Platz in Plauen als Gartendenkmal gilt, ist bei der Planung besonders auf den Erhalt der historischen Substanz in Kombination mit modernen Klimaanpassungsmaßnahmen zu achten«, so Julian Schwenkglenks. Ziel ist die Transformation der Plätze und Erschließungswege in klimaresiliente Quartiersanker. Gleichzeitig wird die Aufenthaltsqualität für die Bewohner des Viertels gesteigert und die biologische Vielfalt gefördert. Ob Plauen den Zuschlag für die Teilnahme an dem Förderprogramm erhält, wird vom Bund entschieden.