Bauarbeiten für Erweiterung des Stadtbades gestartet
Der Bedarf an Schwimmfläche für Vereins-, Schul- und beispielsweise Reha-Sport sowie für öffentliches Schwimmen in Plauen ist groß. Aus diesem Grund ist im Rahmen des Modellvorhabens ZUKUNFT LEBEN im Plauener Süden die Erweiterung des Stadtbades als eines der drei Großprojekte geplant.Am 22. Juni starteten die vorbereitenden Arbeiten im Rahmen der Baufeldfreimachung am Plauener Stadtbad. Aktuell finden vorrangig Erdarbeiten zur Herstellung der provisorischen Stromleitung statt. In den kommenden Wochen werden an der Hofer Straße die Medien Trinkwasser, Erdgas und Mittelspannung vom Baufeld in den Fußweg umverlegt. Außerdem erfolgt der Rückbau und Abbruch der sichtbaren Edelstahl Zu- und Abluftleitungen.
»Der zugehörige Stahlbetonerdkanal wird ebenfalls bis etwa drei Meter an den Bestand zurückgebaut. Von dort aus wird das Lüftungsprovisorium vor der Fassade des Stiefelgangs bis auf das Dach geführt. Das Provisorium wird für den Betrieb der bestehenden Lüftungsanlagen während der etwa zweijährigen Bauzeit benötigt. Nach Fertigstellung des Anbaus werden diese Zu- und Abluftleitungen nicht mehr zu sehen sein, da diese in dafür vorgesehenen Schächten in den Anbau integriert werden«, so Projektleiter Robert Rödel vom Fachgebiet Hochbau.
Geplanter Baubeginn für die Schwimmhalle ist November 2026. Entstehen wird ein etwa 60 mal 40 Meter großer Baukörper mit hohem energetischem Standard. Es werden regenerative Energien in Form von Photovoltaik-Anlage auf der Schwimmhalle und Luft-Wasser-Wärmepumpen zur Energieversorgung genutzt.
»Nach einigen Verzögerungen kann dieses für unsere Stadt wichtige Projekt nun starten. Die Fertigstellung ist für Ende 2028 geplant. Die kaum noch zu stemmende Auslastung des Stadtbades zeigt uns, dass diese Erweiterung dringend benötigt wird. Plauen als Oberzentrum garantiert bereits jetzt, dass jedes Kind in unserer Stadt Schwimmen lernen kann, ist regelmäßiger Ausrichter zahlreicher Wettkämpfe im Wasser und wird mit diesem Anbau in Zukunft dafür sorgen, dass ein Badbesuch für Schwimmbegeisterte im Freizeitsport wieder unproblematisch möglich sein wird«, so Oberbürgermeister Steffen Zenner.
Das wettkampfgerechte 25 mal 16,67 Meter große und zwei Meter tiefe Schwimmbecken einschließlich Gewöhnungstreppe und barrierefreiem Zugang erhält auf einem Drittel der Beckenlänge einen Hub-Boden, der auf eine Mindestwassertiefe von 90 Zentimeter eingestellt werden kann.
Zusätzlich werden zwei große Sammelumkleiden mit 94 Schränken, zwei kleine Sammelumkleiden mit 21 beziehungsweise 35 Schränken, zwei barrierefreie Umkleidekabinen sowie barrierefreie Sanitär- und Duschbereiche geschaffen.
Für künftige Wettkämpfe werden Zuschauerbänke mit einer Kapazität für 130 Zuschauern in der Schwimmhalle zur Verfügung stehen. Der vorhandene Eingang des Stadtbades wird weiter genutzt, beide Schwimmhallen werden über eine eigene Drehkreuzanlage verfügen.
»Wir sind schon voller Vorfreude auf mehr Platzkapazität für unsere Nutzergruppen. Um den Badebetrieb während der ersten Bauarbeiten nicht zu beeinträchtigen, wird hierfür die turnusmäßige Schließzeit unseres Stadtbades genutzt. Durch die Erweiterung werden viele Belegungsprobleme der vergangenen Jahre behoben und auch neue Nutzungsmöglichkeiten für Vereine und den öffentlichen Badebetrieb ermöglicht«, so Ronny Adler, Geschäftsführer der Bäder Plauen GmbH.
Die Kosten für den Anbau betragen etwa 14,4 Millionen Euro (netto). Davon erhält die Stadt etwa 13 Millionen Euro Förderung von Bund und Land.
Das Modellvorhaben zur Weiterentwicklung der Städtebauförderung wird gefördert mit Mitteln des Bundes im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik sowie mit Mitteln der Städtebauförderung des Freistaates Sachsen. Das Modellvorhaben ist mit insgesamt 50 Millionen Euro untersetzt. Der Bund unterstützt die Stadt mit 25 Millionen und das Land Sachsen mit 20 Millionen Euro Fördermittel. Die Stadt Plauen trägt einen Eigenanteil von 5 Millionen Euro.
Alle Informationen zur Erweiterung des Stadtbades gibt es unter www.plauen.de/stadtbad-erweiterung
Hintergrund:
Grundlage für das Projekt war eine Entwurfsstudie von 2018, welche den Anbau in südwestlicher Richtung des Bestandsbaus vorsah. Zur Schaffung des erforderlichen Baurechts sowie zur Neuordnung der Verkehrssituation wurde am 20. Oktober 2020 der Beschluss zur Aufstellung des Bebauungsplans gefasst und dieser nach Durchführung eines zweistufigen Regelverfahrens am 31. Januar 2023 als Satzung beschlossen.
Der ursprünglich geplante Standort verlangte eine umfangreiche Verlegung von Wasser- und Abwasserleitungen, welche erst mit genauerer Untersuchung des Bestandes erörtert werden konnte. Nach umfangreichen Voruntersuchungen und Abstimmungen mit dem Zweckverband Wasser und Abwasser Vogtland sowie Variantenuntersuchungen wurde festgestellt, dass mit der geplanten Variante deutliche Kosten- und Bauzeiterhöhungen einhergehen würden.
Aufgrund einer anstehenden Bauzeitverlängerung von etwa zwei Jahren und Kostenerhöhungen von mindestens 7 Millionen Euro netto musste die Stadt weitere Varianten bezüglich Bauzeit und Standort untersuchen lassen. Unter Berücksichtigung der gesetzten Ziele wurde das Projekt im Raumprogramm reduziert. Der einzig mögliche Alternativstandort des Neubaus wurde in den Vorbereich des bestehenden Stadtbades gelegt. Da diese Variante nach dem bestehenden Bebauungsplan nicht genehmigungsfähig ist, musste dieser in einem Änderungsverfahren angepasst werden.
Vorrangiges Ziel des Änderungsverfahrens war die Anpassung des Baufeldes, um die neue Einordnung des Baukörpers zwischen Bestandsgebäude und Hofer Straße zu ermöglichen. Die planerische Grundkonzeption mit künftiger Erschließung des Stadtbades über die Fabrik- und Turnstraße sowie die Abbindung der Straße »Am Elsteranger« bleiben bestehen.
Anfang 2026 konnten die Öffentlichkeit sowie die betroffenen Behörden und Träger ihre Stellungnahmen abgeben. Die Ergebnisse der Abwägung der Anregungen hat der Stadtrat in seiner Sitzung vom 19. Mai beschlossen. Die 1. Änderung des Bebauungsplanes in der Fassung vom 2. April 2026 wurde als Satzung in der Stadtratssitzung vom 30. Juni beschlossen.