Ausbau der Trockentalstraße - das ist geplant
Als Gemeinschaftsmaßnahme mit der Stadt Plauen und den betreffenden Versorgungsunternehmen plant das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) Niederlassung Plauen den Ausbau der B 92/Trockentalstraße für ab voraussichtlich Ende 2027 in Plauen.Der Bundesstraßenabschnitt zwischen der Mühlgrabenbrücke (nach der Aral-Tankstelle) und der Kreuzung Siegener Straße wird auf drei Fahrstreifen ausgebaut. An den Kreuzungen mit Ampelregelung entstehen zusätzliche Abbiegespuren. Für die Verbreiterung der Bundesstraße im Bereich des Kinderhauses an der Straßberger Straße sowie am Ärztehaus Gartenstraße werden zwei Stützwände und eine Lärmschutzwand errichtet. An den Kreuzungen Straßberger Straße, Moritzstraße und Siegener Straße entstehen drei Ampelanlagen. Vor und nach diesem Ausbauabschnitt wird zudem die Fahrbahn erneuert: Dies betrifft die Bereiche von der Dürerstraße bis zur Mühlgrabenbrücke und von der Siegener Straße bis zur Kreuzung am Dittrichplatz, da eine Koppelung dieser Arbeiten technologisch sinnvoll ist. Die Baumaßnahme umfasst auch den Neubau der städtischen Gehwege und Beleuchtung.
Die Stadt Plauen beteiligt sich an den Kosten für die Gehwege sowie für den Ausbau der Kreuzung an der Straßberger Straße und dem Dittrichplatz. Zudem werden im Auftrag des ZWAV alle Versorgungsleitungen erneuert.
Zeitplan und Kosten
Seit Ende 2022 liegt mit dem Planfeststellungsbeschluss das Baurecht für das Vorhaben vor. Auch die Finanzierung konnte beim Bund gesichert werden. Die Stadt Plauen hat zudem einen Fördermittelbescheid in Höhe von rund 780.000 Euro für die Gehwege und rund zwei Millionen Euro für die von der Stadt zu tragenden Anteile an den Knotenpunkten vom Freistaat Sachsen im Rahmen der Förderung des kommunalen Straßen- und Brückenbaus erhalten. Die Voraussetzungen für den Bau sind somit gegeben. Die Gesamtkosten für alle Beteiligten liegen bei rund 6,8 Millionen Euro. 4,2 Millionen Euro übernimmt dabei der Bund und 2,6 Millionen Euro die Stadt Plauen. Hinzu kommen die Leistungen der Medienträger, die von diesen übernommen werden.
Weiterhin trägt die Stadt Plauen etwa eine Million Euro Kosten für Planungsleistungen und den Grunderwerb.
Sämtliche Leistungen, die die Stadt Plauen für ihre Gehwege erbringt, sind in der Planung des LASuV bereits berücksichtigt.
Bürgermeisterin Kerstin Wolf: »Die Bauarbeiten starten erst nach dem ,Tag der Sachsen' 2027. Damit wird verhindert, dass Straßensperrungen und Umleitungen die Feierlichkeiten beeinträchtigen. Der Abschluss der Gesamtmaßnahme ist für das Jahr 2030 geplant. Die Stadt Plauen denkt im Vorfeld mit und entlastet den Verkehrsfluss durch zwei gezielte Vorbereitungen: Wir ertüchtigen vorab einen Abschnitt der kleinen Umleitungsstrecke über die Holbeinstraße und den Leuchtsmühlenweg mit einer neuen Asphaltschicht. Wir bitten die Bürgerinnen und Bürger für die kommenden Bauphasen um Verständnis.«
Die Ertüchtigung der Umleitungsstrecke erfolgt in drei Abschnitten. Etwa 300 Meter von der Panzerbrücke in Richtung Stadt, von der Panzerbrücke bis zum Leuchtsmühlenweg und schließlich der Leuchtsmühlenweg von der Leuchtsmühlenbrücke zur Straßberger Straße. Somit ist die Erreichbarkeit der Anlieger stets gewährleistet. In der Straßberger Straße sind derzeit keine Maßnahmen vorgesehen. Während der Umleitungsführung sind aufgrund der vorhandenen Ausbauquerschnitte kaum Einschränkungen zu erwarten.
Für die geplante Verbreiterung der Trockentalstraße bergwärts nach rechts müssen im Winterhalbjahr 2026/2027 im Bereich der Trockentalstraße und Straßberger Straße Bäume gefällt werden. Als Ausgleich für diesen Eingriff pflanzt das LASuV an anderer Stelle neue Bäume. Derzeit erfolgen die Planungen für die Ausgleichs- und Grünmaßnahmen. Im Laufe des Jahres 2027 wird zudem das Gebäude an der Moritzstraße 25 abgerissen, da der Platz für den Umbau der dortigen Kreuzung benötigt wird. Das Gebäude wurde gemäß Planfeststellungsbeschluss durch das LASuV erworben.
Umleitungen
Die Baumaßnahme soll in drei Bauabschnitten umgesetzt werden. Somit ergeben sich auch verschiedene Umleitungsführungen.
Bauabschnitt 1 beginnt nach der ARAL-Tankstelle und endet mittig zwischen den Zufahrten der Star-Tankstelle und beinhaltet auch den Kreuzungsausbau mit der Straßberger Straße. Dieser Bauabschnitt umfasst die Straßenverbreiterung, den grundhaften Ausbau, die Errichtung von zwei Stützwänden bergwärts rechts und die Umverlegung aller Versorgungsleitungen. Diese Arbeiten sind nur unter Vollsperrung möglich.
Dazu wird die großräumige Umleitung über die andere Seite des Stadtringes ausgewiesen - über die Hofer-, Reißiger- und Lutherstraße. »Bis dahin ist auch die Neue Elsterbrücke fertiggestellt, was den Verkehr dort wieder entlastet«, so Steffen Ullmann, Fachgebietsleiter Tiefbau. Die weitere »kleine« Umleitung, die vorher ertüchtigt wird, verläuft über die Dürerstraße, den Leuchtsmühlenweg und die Straßberger Straße.
Bauabschnitt 2 beginnt nach der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts und verläuft von Mitte der Star-Tankstelle bis vor die Moritzstraße. Hierfür wird eine Umleitung eingerichtet, die der bisherige Verkehrsfluss der B 92 stadtauswärts seit Jahrzehnten nimmt - in beiden Richtungen über die Siegener- und Straßberger Straße vor zur Kreuzung Trockentalstraße. Weitere Umleitungen werden zu diesem Zeitpunkt nicht benötigt. Der dann bereits fertiggestellte erste Bauabschnitt kann dann vollständig genutzt werden.
Der dritte Bauabschnitt beginnt nach Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts und verläuft von der Moritzstraße bis zum Dittrichplatz. Hierfür wird nochmals die großräumige Umleitung vom ersten Bauabschnitt in Betrieb genommen - also über die Hofer-, Reißiger- und Lutherstraße.
Weiterhin wird eine kleinräumige Umleitungsführung über die Neundorfer Straße, Wildstraße und die Pestalozzistraße eingerichtet. Die Kreuzung der Trockentalstraße mit der Siegener Straße liegt im Bereich der Vollsperrung.
Hintergrund
Die B 92 verläuft im betroffenen Bereich über zwei Straßenzüge - über die Trockentalstraße als Einbahnstraße und über die Siegener und Straßberger Straße, aktuell im Zwei-Richtungsverkehr. Auf der Steigungsstrecke der Einbahnstraße ist ein gesichertes Überholen durch eine zweite Fahrspur als Überholspur möglich.
Diese Verkehrsführung besteht seit einer Festlegung der Stadt Plauen aus den 1970er Jahren. Damals war die Trockentalstraße noch beidseits eng bebaut. Bürgermeisterin Kerstin Wolf: »Mit der politischen Wende wechselte die Baulast der Bundesstraßen von der Stadt Plauen zum Bund und es reiften Gedanken zu einer Bündelung der Verkehrsströme auf nur noch einen Straßenzug, um das Wohngebiet um den Schröderplatz zu beruhigen und dort den Durchgangsverkehr herauszunehmen. Weiterhin wuchs der Leerstand an Gebäuden entlang der Trockentalstraße und in Abstimmung von LASuV mit der Stadt erfolgten mehrere Gebäudeabbrüche.«
Somit steht der erforderliche Bauraum für den Ausbau und die Bündelung der Verkehrsströme bereits fast vollständig zur Verfügung. Das Objekt in der Moritzstraße 25 ist die letzte Bebauung, die zur Herstellung der Baufreiheit weichen muss.
Holger Quendt, Leiter der Niederlassung Plauen des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr: »Im Ergebnis der Gesamtmaßnahme wird der Bundesstraßenverkehr der B 92 auf der Trockentalstraße gebündelt und die Siegener Straße entlastet. Somit leisten die beiden Baulastträger Stadt Plauen und der Bund eine Voraussetzung für städtebauliche Entwicklungsmöglichkeiten in dem Quartier rund um die Siegener Straße.«