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Datum: 05.08.2026

Baubeginn im Weisbachschen Garten: Stadt Plauen startet Revitalisierung des historischen Gartendenkmals

Der rund 4.300 Quadratmeter große Weisbachsche Garten in unmittelbarer Nähe zur Fabrik der Fäden wurde bis 2023 von Bernhard Weisbach mit großem Engagement gepflegt und zu besonderen Anlässen, etwa zum Tag des offenen Denkmals, für Besucher geöffnet. Mit der Übernahme des Weisbachschen Hauses ging auch der Garten zum Jahresbeginn 2015 in das Eigentum der Stadt Plauen über.

Am 3. August haben die Bauarbeiten zur denkmalgerechten Revitalisierung des Weisbachschen Gartens begonnen. Mit einem Investitionsvolumen von rund 141.000 Euro setzt die Stadt Plauen einen weiteren wichtigen Baustein zur Entwicklung des industriekulturellen Ensembles rund um das Weisbachsche Haus und das Textilmuseum »Fabrik der Fäden« um.
Ziel ist es, den Weisbachschen Garten im Frühjahr 2027 wieder für die Öffentlichkeit zu öffnen. Derzeit wird geprüft, ob die Öffnungszeiten künftig mit denen der »Fabrik der Fäden« verknüpft werden können. Auch Führungen durch die historische Gartenanlage sind geplant. Zum Schutz der empfindlichen Anlage ist eine dauerhafte Öffnung nicht vorgesehen.

Um die historische Anlage fachgerecht zu sichern und für eine zukünftige Nutzung vorzubereiten, ließ die Stadt 2024 eine gartendenkmalpflegerische Zielplanung erarbeiten. Das von der treuhänderischen Hans-Leopold-Hartenstein-Stiftung in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz finanzierte Gutachten untersucht die Geschichte des Gartens, bewertet den heutigen Zustand und formuliert konkrete Maßnahmen für seine denkmalgerechte Entwicklung. Die Zielplanung bildet zugleich die Grundlage für die weiteren Planungs- und Genehmigungsverfahren.
»Die besondere Herausforderung besteht darin, den ehemals privaten Fabrikgarten behutsam in eine halböffentliche Anlage zu überführen, ohne seinen romantischen, kleinteiligen Charakter zu verlieren. Auch künftig soll der Weisbachsche Garten ein Ort der Ruhe, Erholung und Naturerfahrung bleiben«, so Grit Roth von der Grün- und Umweltplanung.
Der Weisbachsche Garten bildet gemeinsam mit dem bereits revitalisierten Hempelschen Garten und der benachbarten »Fabrik der Fäden« ein einzigartiges industriekulturelles Ensemble. Beide historischen Gartenanlagen stehen in engem Zusammenhang mit der Entwicklung der Plauener Textilindustrie und der Geschichte der Familie Weisbach.
»Mit der Revitalisierung entsteht ein weiterer wichtiger Baustein zur Aufwertung der Elsteraue und zur Vermittlung der Industriegeschichte der Stadt. Bereits im Winter erfolgten umfangreiche Pflegemaßnahmen am wertvollen Gehölzbestand, darunter die Verkehrssicherung sowie die Pflege prägender Altbäume«, so Bürgermeisterin Kerstin Wolf.

Im Rahmen der nun beginnenden Arbeiten werden das historische Wegenetz wiederhergestellt, Bruchsteinmauern instandgesetzt und die Anbindung an den bestehenden Vorplatz hergestellt. Bestehende Sitznischen werden reaktiviert und neugestaltet. Ergänzt wird die Revitalisierung durch neue Stauden- und Rosenpflanzungen, insbesondere ein Schmuckbeet entlang der Bleichstraße, die Bepflanzung des historischen Eiskellers und dessen Umnutzung zu einem Fledermausquartier.
Besonderes Augenmerk liegt auf dem Erhalt der historischen Gartensubstanz aus den ersten beiden Gestaltungsphasen um 1900. Historische Raumstrukturen, Blickbeziehungen und prägende Solitärbäume sollen wieder sichtbar und erlebbar gemacht werden. Der nördliche Gartenteil wird dabei stärker an seinen repräsentativen historischen Zustand angelehnt, während der südliche Bereich seinen naturnahen und nutzgärtnerischen Charakter bewahrt.

Die Umsetzung der bereits abgeschlossenen Gehölzpflegemaßnahmen in Höhe von etwa 35.000 Euro wurde zu 100 Prozent durch die treuhänderische Hans-Leopold Hartenstein-Stiftung in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert.
Die nun erfolgende Revitalisierung des Weisbachschen Gartens mit einem Planungs- und Bauvolumen in Höhe von etwa 151.000 Euro wird zu 50 Prozent aus dem Fonds zur Förderung wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Projekte in den neuen Bundesländern nach Paragraph 5 Mauergrundstücksgesetz des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus gefördert.
Um das Projekt vollständig abzuschließen wurden der Stadt Plauen weitere Fördermittel durch die treuhänderische Hans-Leopold Hartenstein-Stiftung in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Aussicht gestellt. Die Entscheidung über die Annahme der Mittel durch den Stadtrat der Stadt Plauen steht noch aus.