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Datum: 09.09.2026

Ehemalige Plauener Synagoge und Projekt »Bruchstelle 1938« in Dresden vorgestellt

Das Projekt »Bruchstelle 1938« zur Erhaltung des Kulturdenkmals Synagogenmauer, das einen Gedenk- und Begegnungsort am Ort der 1938 zerstörten Synagoge einrichtet, war am 3. September Thema in der Landeshauptstadt Dresden. Das Zentrum für Baukultur Sachsen, das die Ausstellung »Platz finden. Zur Sichtbarkeit jüdischen Bauens in Sachsen« zeigte, hatte drei Projektbeteiligte zu einem Vortrag und Gespräch in den Dresdener Kulturpalast eingeladen. Der Abend stand unter dem Titel »Das Gemeindehaus mit Synagoge in Plauen. Bauen und Spuren sichern«.
Die rund 35 Besucher erhielten einen facettenreichen Einblick in das Themenfeld. Clemens Uhlig vom Stadtarchiv, der das Projekt im Auftrag von Kulturbürgermeister Tobias Kämpf betreut, startete mit historischen Hintergründen zur Gemeinde, zum Synagogenbau und Infos zum Projekt. Dr. Stephan Dähne, Gebietsreferent am Sächsischen Landesamt für Denkmalpflege, in dessen Zuständigkeit auch das Kulturdenkmal Synagogenmauer fällt, schloss mit Einblicken aus denkmalpflegerischer Sicht an. Er hob die Fortschritte im Rahmen der Sicherung und Erhaltung hervor, aber auch das engagierte Netzwerk, das sich vor Ort in Plauen in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Rico Drechsler, Vorsitzender des Vereins VOIS e.V., beleuchtete das Thema aus pädagogischer Sicht und stellte die Bemühungen und Erfahrungen vor, den Ort als Lern- und Begegnungsort für Jugendaustausch zu nutzen, wobei auch die digitale Komponente eine Rolle spielte. Die von der TU Darmstadt entwickelte virtuelle Rekonstruktion der Synagoge soll auch im Gedenkort zum Tragen kommen und erstmals auch die Wochentagssynagoge virtuell begehbar machen, an die der vorhandene Mauerrest seinerzeit grenzte.
»Nach den Vorträgen zeigten die vielen Fragen aus dem Publikum das Interesse am Plauener Projekt sowie dem architektonisch einmaligen und progressiven Bauwerk von Fritz Landauer, das leider nur acht Jahre Bestand hatte«, so Clemens Uhlig.
Die Fragen zielten ab auf bauliche Besonderheiten und den Umgang mit diesem Erbe in der heutigen Zeit, die Akzeptanz des Vorhabens in der Bevölkerung sowie die Grenzen und Möglichkeiten der Bildung und Vermittlung in analoger sowie digitaler Form.
»Im Anschluss war noch Gelegenheit zu einem virtuellen Rundgang in der Synagoge per VR-Brille sowie die Besichtigung der Ausstellung, die demnächst auch bei uns in Plauen gezeigt werden soll. Die Vorstellung der ehemaligen Plauener Synagoge in Dresden war eine tolle Möglichkeit, auch außerhalb von Plauen auf das Projekt aufmerksam zu machen«, so Clemens Uhlig.
Das ZfBK - Zentrum für Baukultur Sachsen ist eine gemeinnützige Initiative, die sich 2017 aus der Zivilgesellschaft gründete. Zentrales Ziel des ZfBK ist die Förderung des Bewusstseins für Baukultur mit Blick auf den gesamten sächsischen Raum.
Alle Informationen zum Projekt »Bruchstelle 1938« gibt es unter www.plauen.de/bruchstelle1938