Neuer Radweg zwischen Reißig und Jößnitz freigegeben - umfangreiche Pflanzungen folgen im Herbst
Zwischen Reißig und Jößnitz wurden rund 800 Meter neuer Geh- und Radweg entlang der Reußenländer Straße durch die ausführende Baufirma VSTR AG Rodewisch fertiggestellt und sind ab sofort freigegeben. In den kommenden Wochen folgen nun noch die Inbetriebnahme der Beleuchtung und das umfangreiche Pflanzprogramm mit mehr als 4.500 Gehölzen entlang des Radwegs sowie am Plauener Stadtwald.Der Bau des Radwegs wurde durch das Förderprogramm »Klimaschutz durch Radverkehr« ermöglicht. »Der 2,5 Meter breite, asphaltierte kombinierte Geh- und Radweg bietet Radfahrern nun eine sichere Verbindung zwischen den Ortsteilen. Die Strecke ist mit Leuchten ausgestattet, die per Bewegungsmelder aktiviert werden. Dadurch wird der Weg auch bei Dunkelheit sicher nutzbar. Gleichzeitig wird ein energiesparender und umweltschonender Betrieb ermöglicht.«, so Paula Pour, Energie- und Klimaschutzmanagerin. Der Netzanschluss erfolgt nun nach Abschluss des Radwegbaus voraussichtlich im September
Die neue Verbindung ist ein weiteres Teilstück der Radroute 3, ebenso wie der 2024 gebaute Radweg zwischen Jößnitz und Steinsdorf. Mit dem Radweg wird eine durchgängige Verbindung für den Alltags- und Freizeitradverkehr geschaffen.
Mehr als 1.500 Gehölze für einen neuen Waldrand
Ein wichtiger Teil des Projektes steht jedoch nach Abschluss des Wegebaus noch bevor: Ab Herbst finden entlang des neuen Radwegs sowie am Stadtwald in Syrau umfangreiche Pflanzarbeiten statt.
Zwischen dem Radweg und dem Bestandwald entsteht auf einer Fläche von rund 3.500 Quadratmetern eine neue Waldrandbepflanzung. Diese soll den Fichtenbestand schützen, insbesondere vor Stürmen. Insgesamt werden mehr als 1.500 heimische Gehölze am Radweg gepflanzt, darunter Weißdorn, Hundsrose und Schlehe. Bei der Auswahl der Gehölze wurde besonderer Wert auf klimaangepasste und ökologisch wertvolle Arten gelegt. Sie bieten Nahrung und Lebensraum für Insekten und Vögel und tragen damit zur nachhaltigen Aufwertung des Bereichs bei - insbesondere im Vergleich zum vorherigen Wirtschaftswald mit Fichten-Monokultur auf der Fläche.
Aus diesem Grund fielen auch die Rodungsarbeiten im Vorfeld der Baumaßnahme verhältnismäßig groß aus, vor allem im ersten Teil des Radwegs ab dem Ortsausgang Reißig. Die Planung wurde in Abstimmung mit der zuständigen Naturschutz- und Forstbehörde sowie den Forsttechnikern mehrfach angepasst, um schützenswerten Baumbestand zu erhalten und gute Bedingungen für den verbleibenden Fichtenforst zu schaffen. So konnte einerseits ein ausreichend großes Baufeld geschaffen werden - aber vor allem eine breite Fläche für die Pflanzung des neuen Waldrands gesichert werden
Die flächig ausgebildete Waldrandbepflanzung bremst den Wind effektiv ab, schützt den inneren Waldbestand und fördert die Artenvielfalt. Im weiteren Verlauf rückt der Radweg von der Straße ab. Dadurch konnte der schützenswerte Eichenbestand an der Reußenländer Straße erhalten werden.
Neuer Wald in Syrau
Darüber hinaus wird in Syrau eine zweite Ausgleichsmaßnahme umgesetzt: Auf einer Fläche von rund 4.700 Quadratmetern entsteht durch Erstaufforstung neuer Wald. Die Fläche grenzt unmittelbar an den bestehenden Stadtwald an und vergrößert damit den vorhandenen Waldbestand. Hier werden hauptsächlich Stieleiche und Hainbuche gepflanzt. Beide gelten als wichtige Zukunftsbäume im Waldumbau, da sie Hitze und Trockenheit besser tolerieren als andere Baumarten. Auch dieses Waldstück erhält eine entsprechende Waldrandbepflanzung.
Sowohl die neue Bepflanzung am Radweg als auch die Erstaufforstung in Syrau sind gesetzlich vorgeschriebene und genehmigte Ausgleichsmaßnahmen für den Eingriff durch die Baumaßnahme. Dabei wird so weit wie möglich direkt vor Ort am Radweg ausgeglichen. Die zusätzliche Erstaufforstung ist der Ausgleich für die durch den Radwegbau versiegelte Fläche.
Die Baukosten in Höhe von rund 530.000 Euro wurden im Rahmen des Förderprogramms »Klimaschutz durch Radverkehr« zu 100 Prozent gefördert.
Das Vorhaben »NKI: Neue Wege (er)fahren in Plauen« wird gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten.