Vorschlag der Verwaltung für das Weisbachsche Haus: Umzug städtischer Mitarbeiter, Einsparung von Mietkosten
Die Stadtverwaltung Plauen legt dem Stadtrat am 8. September einen Vorschlag zur konkreten weiteren Nutzung des Weisbachschen Hauses vor. Der Plan wird vorab am 27. August im Finanzausschuss vorgestellt: Der sich noch im Ausbau befindliche zweite Teil des historischen Gebäudekomplexes soll künftig durch städtische Mitarbeiter genutzt werden. Durch den Auszug aus einem bislang angemieteten Objekt spart die Stadt langfristig erhebliche Kosten.Optimale Nutzung und Mieteinsparungen
Um die Räumlichkeiten optimal und wirtschaftlich zu nutzen, plant die Verwaltung, dort städtische Arbeitsplätze unterzubringen und das Gebäude in Eigennutzung zu betreiben. Dem Vorschlag zufolge sollen die Mitarbeiter der Fachgebiete Hochbau/Technische Gebäudeausrüstung sowie die Objekt- und Gebäudebewirtschaftung in das zweite und dritte Obergeschoss des Gebäudes ziehen. Damit würden die Mitarbeiter den bisher angemieteten Standort in der Reichenbacher Straße verlassen. Betroffen von dem Umzug wären etwa 30 Mitarbeiter. Ein besonderes Highlight wäre zudem in Teilen der untersten beiden Etagen zu finden: Das Sternenlabor würde hier künftig ein »neues altes« Zuhause finden - schließlich war der Verein hier schon vor der Sanierung untergebracht. Dadurch entsteht im Weisbachschen Haus ein lebendiger Ort, der Innovationsgeist und Mitmachmöglichkeiten für alle Bürgerinnen und Bürger ideal kombiniert.
Kosten und Ausbau
Für die Nutzung als moderne Arbeitsplätze sind noch finale Innenausarbeiten in den Räumlichkeiten notwendig. Dazu gehören unter anderem der Einbau von Trockenbauwänden, neuen Bodenbelägen und Innentüren, Malerarbeiten sowie die Installation moderner Kommunikations- und Informationstechnik. Für den Ausbau dieser flexiblen Ein- bis Drei-Personen-Büros inklusive der Nebenräume sind zusätzliche Investitionen von rund 250.000 Euro veranschlagt. Dank einer sehr hohen Förderquote bleibt für die Stadt Plauen davon lediglich ein Eigenanteil von rund 83.300 Euro.
Zwei Drittel dieser Gesamtsumme - konkret 166.667 Euro - werden über das bereits bewilligte Bund-Länder-Förderprogramm »Lebendige Zentren (LZP) Plauener Mitte« abgedeckt. Der städtische Eigenanteil in Höhe von 83.333 Euro wird intern über verschiedene Haushaltsstellen gegenfinanziert.
Diese Investition zahlt sich für die Stadt bereits nach kurzer Zeit aus: Durch den Umzug entfallen ab dem Jahr 2027 die bisherigen Mieterausgaben für den Standort in der Reichenbacher Straße. Die dortige jährliche Ersparnis von rund 46.500 Euro führt dazu, dass sich die Ausbaukosten für die neuen Büroräume bereits nach knapp zwei Jahren vollständig amortisiert haben. Ab diesem Zeitpunkt spart die Stadt Plauen dauerhaft Mietkosten.
Optimale Nutzung
Oberbürgermeister Steffen Zenner verweist auf die Gesamtbedeutung des neuen Quartiers Elsteraue: Wohnen, Bildung, Arbeiten, Forschung und Lehre, Erholung und Freizeitgestaltung - das gesamte gesellschaftliche Lebensspektrum ist in der Wiege unserer Stadt Plauen zu Hause.
Ein weiterer Baustein wird nun dem Stadtrat der Stadt Plauen vorgeschlagen: »Mit dem geplanten Einzug städtischer Mitarbeiter würden wir die sanierten Flächen optimal nutzen. Wir sichern moderne Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und sparen gleichzeitig dauerhaft Mietkosten ein - das entlastet nicht nur unsere Stadtkasse, sondern schafft zugleich eine Möglichkeit, die weitere Finanzierbarkeit der vor Ort ansässigen Einrichtungen zu unterstützen. Wir haben eine optimale Lösung vorgeschlagen, die sowohl finanziell als auch von der Umsetzung her dem Gedanken unserer Elsteraue entspricht und zugleich einen lebendigen Ort schafft, der als zukunftsorientiertes Stadtareal alle Lebenswirklichkeiten unserer Bürgerschaft und Gäste ideal widerspiegelt und sogar kombiniert.«
Weiterer Werdegang
Bei dem Vorhaben handelt es sich zunächst um einen Beschlussvorschlag. Die Mitglieder des Finanzausschusses der Stadt stimmten am 27. August mit 10 Ja-Stimmen einstimmig für diesen Vorschlag. Am 8. September fällt dann die endgültige Entscheidung über den Vorschlag im Stadtrat.
Hintergrund zum Weisbachschen Haus
Zum Jahresbeginn 2015 ist das Weisbachsche Haus von der Familie Weisbach endgültig in den Besitz der Stadt Plauen übergegangen. Im Januar 2012 hatte Bernhard Weisbach dem damaligen Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer das Angebot der Schenkung dieses historischen Gebäudes an die Stadt unterbreitet. Der Stadtrat hatte im Dezember 2013 der Annahme zugestimmt. Neben dem Teil des Weisbachschen Hauses, in dem sich mittlerweile die »Fabrik der Fäden« befindet, ging auch der restliche, bis dato noch nicht fertig sanierte Gebäudekomplex inklusive des Weisbachschen Gartens in den Besitz der Stadt über. Eine sinnvolle Nachnutzung ist im Interesse sowohl von Familie Weisbach als auch der Stadt Plauen.